Am Wochenende hat Julia Ritter ihren ersten Einsatz in der diesjährigen Freiluftsaison - nach überstandener Corona-Erkrankung. © Screenshot leichtathletik.de
Leichtathletik

Trainingslager abgebrochen: Julia Ritter hatte Corona – platzt der Traum von Olympia?

Die Oberadener Olympia-Hoffnung Julia Ritter ereilte vor Kurzem der Schock: Sie hatte sich mit dem Coronavirus angesteckt. Nun ist sie wieder genesen und startet am Samstag in die Freiluftsaison.

Die Vorbereitung auf die Freiluftsaison der Leichtathleten verlief für Julia Ritter alles andere als optimal. Im März war die Oberadener Kugelstoßerin im türkischen Belek im Einsatz. Doch schon nach wenigen Tagen war das dortige Trainingslager schon wieder beendet. Bei einer Sportlerin wurde – trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen – das Coronavirus nachgewiesen. Alle Sportler mussten sich auf die Heimreise begeben.

Der ganze Fokus lag ein paar Wochen später über Ostern auf dem heimischen Trainingslager am Olympia-Stützpunkt in Wattenscheid. Auch hier machte das Virus die Welle. Und dieses Mal hat es auch Julia Ritter erwischt.

Zum Glück nur ein milder Corona-Verlauf bei Julia Ritter

„Das hat mich schon gewaltig genervt, denn ich musste mich dann ja 14 Tage in Quarantäne begeben“, sagt die Jugend-Weltmeisterin von 2015 zu dem positiven Testergebnis. Die Krankheit nahm bei Ritter zum Glück nur einen harmlosen Verlauf. „Es hat mich nicht so doll erwischt. Ich hatte leichten Schnupfen und beim Treppensteigen habe ich schon gemerkt, dass der Körper kämpft. Aber ich hatte kein Fieber und konnte nach fünf Tagen schon wieder mit dem Sport anfangen“, sagt die 23-Jährige, die am Donnerstag Geburtstag gefeiert hat.

Wegen ihrer Corona-Infektion verpasste Julia Ritter auch die erste Woche eines weiteren Trainingslagers auf Fuerteventura. Ist das viele Reisen nicht auch zu risikoreich in Corona-Zeiten? „Auf gewisse Weise schon“, sagt Ritter, der spätestens durch die eigene Infektion klar geworden ist, dass trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen immer ein Restrisiko besteht.

Trainingslager in wärmeren Gefilden sind unverzichtbar

„Aber es ist schon sinnvoll, für das Training zu reisen“, meint sie, „wir brauchen das Training draußen bei der Wärme. Diese Umstände braucht man vielleicht nicht in jeder Sportart, aber für uns ist es vorteilhaft.“

Nach den jüngsten Einheiten im Ausland, sagt Ritter, befinde sie sich wieder in Hochform – passend zum Start der diesjährigen Freiluft-Wettkämpfe. Der erste steigt am Samstag (15.5.). Dann tritt sie in Sachsen bei den Halleschen Werfertagen an – ein Ereignis, bei dem unter normalen Umständen die Werfer-Elite aus ganz Europa und aus aller Welt zu Gast ist. In diesem Jahr ist das anders: Nur die nationalen Athletinnen und Athleten dürfen bei den Werfertagen in Halle antreten – vor leeren Rängen.

Julia Ritter will den enttäuschenden Winter „wieder gutmachen“

„Ich hoffe, dass ich da einen guten Start hinlegen kann und so den Winter wieder gutmachen kann, wo es für mich ja nicht optimal lief“, sagt Ritter. In Halle peilt sie im Kugelstoßen am Samstag ab 15 Uhr eine Weite von 17,80 Meter an. „Das wäre schon richtig gut“, sagt sie. Um 17 Uhr folgt anschließend der Wettkampf im Diskuswurf, Ritters zweite Disziplin.

Nach ihrer Covid-Erkrankung ist die 23-jährige Oberadenerin wieder fit - und bereit für Wettkämpfe.
Nach ihrer Covid-Erkrankung ist die 23-jährige Oberadenerin wieder fit – und bereit für Wettkämpfe. © Privat © Privat

Die Olympia-Norm im Kugelstoßen liegt allerdings noch ein ganz schönes Stück über Ritters vorläufigem Ziel: Mindestens 18,30 Meter gilt es zu knacken, um sich einen von maximal drei deutschen Startplätzen für die Olympischen Sommerspiele in Tokio (23. Juli bis 8. August) zu sichern.

Viele Möglichkeiten, die Olympia-Norm zu schaffen

Selbst wenn es in Halle nicht für die Norm reichen sollte – Ritter hat in den kommenden Wochen noch einige Möglichkeiten, diese Weite zu schaffen. Unter anderem am kommenden Wochenende (22.5.) bei den Werfertagen in Neubrandenburg und am 26. Mai in Schönebeck (Sachsen-Anhalt.).

Mit Spannung erwartet werden aber vor allem die Deutschen Leichtathletik-Freiluft-Meisterschaften am 6. Juni in Braunschweig. Hier wird von den Bundestrainern für Olympia nominiert. Die besten drei Athletinnen und Athleten, die bis dahin die Norm erreichen, sind qualifiziert. Wenn auch noch nach diesem Event keine drei Olympionikinnen feststehen, geht es auf den nachfolgenden Wettkämpfen im Juni in die Verlängerung; es darf noch nachnominiert werden. Julia Ritter darf sich trotz ihrer Corona-Zwangspause also weiter Hoffnungen machen, in Tokio dabei zu sein.

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann

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