Die Momentaufnahme von der Internetseite "Flightradar24" zeigt die Schleifen, die ein Flugzeug aus Bukarest am Sonntagnachmittag beschrieben hat. © Raulf, Thomas
Flughafen

Eine Stunde Schleifen über Dortmund und Kreis Unna: Pilot braucht drei Versuche für Landung

Fluglärm fällt nicht nur auf, wenn er sehr früh oder sehr spät ertönt: Auch wenn ein Flieger zwölf Mal über dem Kreis Unna kreist, bis er aufsetzt, lässt das die Menschen stutzen.

Ungewöhnliche Flugmanöver rund um den Flughafen Dortmund sorgen für Irritationen. Die Flugsicherung konnte nun erklären, was für die Profis ein ganz normales Verfahren ist, bei manchem Anwohner aber Fragen aufgeworfen hat. Schuld war der Wind.

Ein Wizzair-Flieger aus Bukarest zog am Sonntagnachmittag die Aufmerksamkeit einiger Menschen auf sich. Schon am Mittag hatte eine Maschine der ungarischen Billigfluglinie mehrere Runden gedreht, ehe sie auf der Landebahn des Dortmunder Flughafens den Boden berührte. Das Flugzeug später am Tag war aber noch länger am Himmel unterwegs. Unsere Redaktion erreichten zum sonntäglichen Fluggeschehen Hinweise aus Holzwickede und Unna-Massen.

Mehrere Schleifen über den Kreis Unna

Über Internetportale wie das der Deutschen Flugsicherung oder „Flightradar“ lassen sich Flugbewegungen fast in Echtzeit nachvollziehen. Die Spur der Wizz-Maschine aus Bukarest wirkt tatsächlich kurios. Von Südosten her folgte der Flieger einer geraden Linie, um zwischen Welver und Werl dann zu drehen in Richtung Flughafen Dortmund. Allerdings flog die Maschine darüber hinweg, drehte über Hörde, Schwerte und Holzwickede nach Norden und fortan mehrere Schleifen über Dortmund, die Kreise Unna und Soest. Ein Zeuge in Massen zählte zwölf Überquerungen seines Ortes. Das Flugzeug habe insgesamt mehr als eine Stunde im Luftraum über Dortmund/Unna verbracht.

Auch Massens Ortsvorsteher Peter Kracht wurde auf die seltsamen Manöver aufmerksam gemacht. Er sei am Sonntag noch selbst zum Flughafen gefahren, um mit eigenen Augen zu verfolgen, was aus dieser Wizz-Maschine würde. Letztlich landete sie kurz nach 18 Uhr aus östlicher Richtung. Kracht schätzt die Strecke der geflogenen Schleifen auf mehrere hundert Kilometer.

Die ungarische Fluglinie Wizzair (Archivbild) ist die wichtigste Kundin des Flughafens Dortmund. Nicht immer landen die Maschinen auf direktem Weg. © Oliver Schaper © Oliver Schaper

Flugsicherung recherchiert: Windprobleme

Die Deutsche Flugsicherung recherchierte auf Bitte unserer Redaktion am Montag. Sie bestätigte, der Pilot habe drei Anläufe zur Landung unternommen. Zwei habe er aufgrund starker Seitenwinde abgebrochen, wie Ortsvorsteher Kracht richtig vermutete. Den Anflügen waren mehrere Schleifen über definierte Routen vorangegangen.

Während dieser Flieger kreiste, landeten andere Flugzeuge in Dortmund. In diesen Fällen war Wind offenbar nicht so ein großes Problem. Die Unterschiede lassen sich letztlich wohl mit einer grundsätzlichen Feststellung der Flugsicherung erklären, dass jeder Pilot sich zwar mit dem Lotsen abspreche, letztlich aber immer selbst entscheide, wie viele Versuche er benötigt – zur Sicherheit: „Der Pilot landet erst dann, wenn er selbst das Gefühl hat, dass die Landung sicher durchführbar ist“, sagte Ute Otterbein, Sprecherin der Deutschen Flugsicherung.

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