Lichtkunst, die weit in die Region strahlt, ist der „Impuls“ in Bergkamen. © Stefan Milk
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Idee für dunkle Jahreszeit: eine Lichtreise durch die Region – mit Fototipps

Riesige Landmarken, beleuchtete Fassaden, strahlende Kirchen: In der dunklen Jahreszeit 2020 ist die Hellweg-Region heller denn je. Wie wäre es mit einer Lichtreise? Das geht immer.

Der „Flutschfinger“ ist eine der neuen Attraktionen in der Lichtkunstregion rund um den Hellweg. Nein, ein Kunstwerk dieses Namens findet sich in keinem Katalog. Inoffiziell wird die Evangelische Stadtkirche in Unna inzwischen von manchem so genannt. Das Kirchendach wird mit Hilfe mehrfarbiger LEDs farbenfroh in Szene gesetzt. Weihnachtsmärkte bringen in diesem Winter nirgendwo Licht ins Dunkel. Aber freundliches und kreatives Leuchten gibt es in Hülle und Fülle. Die Bandbreite reicht von Werken weltberühmter Lichtkünstler bis zur besonderen Wirkung, die ein einfacher Strahler an einem alten Kirchengemäuer entfalten kann.

Mit unserer kleinen Sammlung, die sicher noch um einige Standorte ergänzt werden könnte, laden wir ein zu einer Lichtreise durch die Region. Sie brauchen nichts zu buchen, sind an keine Öffnungszeiten gebunden. Gehen, radeln oder fahren Sie, wann und so weit sie wollen. Reisen Sie allein oder nur mit Ihren Lieben, dann spielt der ganze Corona-Stress fast keine Rolle mehr. Lediglich dämmern sollte es schon, denn sonst wirken die Werke nicht oder sie sind noch gar nicht an.

Schwerte – Holzwickede – Fröndenberg

Im Süden des Kreises Unna liegen mehrere Lichtkunstwerke der Reihe „Hellweg – ein Lichtweg“. In Schwerte lohnt sich im Dunkeln vor allem ein Besuch an der Rohrmeisterei (Ruhrstraße 20). Holzwickede nebenan ist weniger als Lichtkunststandort bekannt. Die Emschergemeinde bietet aber in der Adventszeit auch Sehenswertes mit Licht: Täglich werden drei Kirchen stimmungsvoll angeleuchtet, die evangelischen Kirchen am Markt und in Opherdicke sowie die katholische Liebfrauenkirche.

Keine ausgewiesene Lichtkunst, aber ein toller Anblick, der vielleicht einen Ausflug lohnt: Die Evangelische Kirche am Markt in Holzwickede wird im Advent jeden Abend angeleuchtet. © Udo Hennes © Udo Hennes

Fröndenberg bietet wieder ein Stück „echte“ Lichtkunst: Tilman Küntzels „Lightning Blue“ leuchtet aus dem Boden heraus, im Winter zwar ohne Wasser, aber doch sichtbar an der Straße „Im Stift“ (Sparkasse).

Unna – Kamen – Lünen

Eines der bekanntesten Lichtkunstwerke in Unna ist die Fibonacci-Reihe von Mario Merz, eine leuchtende Zahlenreihe am Schornstein der früheren Lindenbrauerei. In deren Gewölben ist das Zentrum für Internationale Lichtkunst, im Gegensatz zu dem der hübsch aufragende Zahlenschlot ganzjährig und unabhängig von Öffnungszeiten bestaunt werden kann. Knacken Sie den Code, der hinter der Reihenfolge steckt?

Die Kreativität des Lichtdesigners Wolfgang Flammersfeld sorgt derzeit abends in der Unnaer Innenstadt für besondere Stimmung. Auch den Turm der Stadtkirche illuminiert der Unnaer in mehreren Farben. © Udo Hennes © Udo Hennes

Von der Brauerei geht die Licht-Tour am besten weiter zu Fuß durch die Fußgängerzone.

In Kamen hat der 2015 tödlich verunglückte Künstler Manfred Jockheck Bleibendes geschaffen. Im Jahr 2008 hat er das Lichtkunstwerk im Poststraßen-Kreisel, das liebevoll im Volksmund als „Tauchsieder“ bezeichnet wird, erschaffen. Es besteht aus 60 Metern gebogenem Stahlrohr und leuchtet abends in verschiedenen Farben.

„Tauchsieder“ lautet der Spitzname, den die Kamener diesem Werk gegeben haben. © Archiv © Archiv

In Lünen trifft der Licht-Tourist wieder den Japaner Kazuo Katase beziehungsweise seinen „Flusswächter“ im Baugebiet Mersch. Außerdem im Angebot:

  • Martin Pfeiffle, „radial“, Lange Straße 90
  • „Licht_blau“, Vorplatz des Rathauses an der Graf-Adolf-Straße
  • „Weg – Zeichen – Licht“ von Rüdiger Tamschick Busbahnhof, Kurt-Schumacher-Straße

Bergkamen – Bönen

33 Meter lang, auf Bergkamens höchstem Punkt, über 14.000 LEDs: Der „Impuls“ der Lichtkunstbrüder Maik und Dirk Löbbert ragt als leuchtende Landmarke in den Nachthimmel. Um ihn zu sehen, ist meist keine größere Reise nötig. Das Kunstwerk auf der Halde Großes Holz ist von vielen Orten in der Region aus sichtbar. Ein Besuch der Stadt Bergkamen lohnt sich aber auch darüber hinaus aus lichtkünstlerischer Sicht. Eine Auswahl:

Ebenfalls von Weitem sichtbar ist Mischa Kuballs „Yellow Marker“ in Bönen. Standort ist der Förderturm der stillgelegten Zeche Königsborn III/IV.

So setzt die Stadt Soest derzeit ihren „Großen Teich“ in Szene. © Gero Sliwa © Gero Sliwa

Soest – Lippstadt

Wer Lust hat auf eine kleine Reise weiter in den Osten, für den kann sich Soest lohnen. Eine Auswahl:

  • „Brainwave“, Jan van Munster, Thomästraße 1, Soest
  • „Lichtbogen“, Wallanlage Beamtenlaufbahn, Soest
  • ganz aktuell: Lichtinstallation auf dem Großen Teich in Soest (Severinstraße)

Lippstadt hat eine ganze Reihe von Lichtkunstwerken aufzuweisen, darunter etwa „Undine“, einen farbigen Strudel im Wasser, einen leuchtenden Steg namens „Milky Way“ oder die Lichtwolke „Cumulus“. Die Stadt Lippstadt weist aktuell darauf hin, dass ein paar Leuchten derzeit defekt seien, die Kunstwerke aber alle auch mit diesen Einschränkungen besichtigt werden können.

Details zu diesen und weiteren Werken finden sich auf der Seite www.hellweg-ein-lichtweg.de.

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Ahaus, Heek und Legden am Abend

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