Informierten über den Stand in Sachen Impfzentrum (v.l.): Gesundheitsamtsleiter Josef Merfels, Gesundheitsdezernent Uwe Hasche, Landrat Mario Löhr und sein persönlicher Referent und Pressechef Volker Meier. © Udo Hennes
Corona-Pandemie

Impfzentrum im Kreis Unna zunächst vor allem mobil

Das neue Impfzentrum wird zum Start vor allem mobil gefordert sein. Das machten Vertreter des Kreises Unna und der Kassenärztlichen Vereinigung an diesem Mittwoch deutlich.

Landrat Mario Löhr, Gesundheitsdezernent Uwe Hasche, Gesundheitsamt-Leiter Josef Merfels und Dr. Prosper Rodewyk von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) haben die Medien am Mittwoch in einer hybriden Pressekonferenz über den Stand in Sachen Impfzentrum informiert.

Obwohl noch viele Fragen offen sind, gibt es einige handfeste Nachrichten. Die wichtigste: Die Umgestaltung der neuen Kreissporthalle 2 zu einer stationären Impfstation hat am Mittwoch begonnen. Ziel ist es, vor Weihnachten die Infrastruktur für die Impfungen gegen das Coronavirus zu schaffen.

Fokus liegt auf mobilen Impfteams

Zunächst wird allerdings weniger die stationäre Impfstation im Fokus des Impfgeschehens stehen, sondern die mobilen Teams, die ebenfalls Teil des Impfzentrums sind. „Die mobilen Teams sollen die Menschen in den Seniorenheimen impfen“, erklärte Rodewyk.

„Der Kampf gegen Corona hat für mich oberste Priorität.“

Landrat Mario Löhr

Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) sieht vor, dass zunächst die ältesten Menschen geimpft werden sollen, weil sie zum Großteil die Risikogruppe bilden. Wann wer geimpft werden kann, steht allerdings noch nicht fest. „Wir wissen bis jetzt ja noch gar nicht, wie viel Impfstoff wir bekommen“, so Gesundheitsdezernent Hasche.

Impfstoff vor allem für Seniorenwohneinrichtungen

Der größte Teil der ersten Charge werde aber für die mobilen Teams gebraucht, die die Hochbetagten in den Seniorenwohneinrichtungen gegen Corona impfen sollen, wenn diese Menschen ihr Einverständnis geben. Geplant ist, dass die Seniorenheime dabei mit einem festen Hausarzt kooperieren. Die Heimapotheke soll den Impfstoff abholen und zur Einrichtung liefern, wo er umgehend gespritzt werden muss. Hintergrund ist, dass die Impfstoffe, die zunächst zugelassen werden dürften, bei -70 Grad gelagert werden müssen.

„Das erfordert einen großen logistischen Aufwand“, sagte Gesundheitsamt-Leiter Merfels und fügte hinzu: „Das Ganze ist eine Mammutaufgabe – ohne Wenn und Aber.“ Während die KVWL die medizinischen Voraussetzungen schafft, damit die Impfungen durchgeführt werden können, schafft der Kreis Unna die Infrastruktur vor Ort.

Kreissporthalle bietet viele Vorteile

Bis zum 15. Dezember sollten alle Kreise dem Land einen Standort für die stationäre Impfstation nennen. Der Kreis Unna hat sich schon früher auf die neue Kreissporthalle 2 festgelegt. In der alten Kreissporthalle 1 befindet sich aktuell das Corona-Testzentrum des Kreises – und das soll dort auch bleiben.

Hasche machte deutlich, dass der Kreis die Sporthalle schon früh in den Blick genommen hat, weil sie gut geeignet sei. Sie sei groß genug für mehrere Impfstraßen, verfüge über ausreichend Parkplätze und eine gute Anbindung an Bus und Bahn. Zudem gebe es die nötigen Netzwerke und das erforderliche WLAN.

Start mit ein bis zwei Impfstraßen

Zunächst sollen lediglich ein bis zwei Impfstraßen in Betrieb genommen werden, weil für mehr vermutlich gar nicht genug Impfstoff vorhanden sein wird. Neben den Dosen, die die mobilen Teams in den Seniorenheimen verabreichen, sollen auch die Krankenhäuser bedacht werden, in denen Covid-19-Patienten behandelt werden.

Der Kreis will seine Bürger aktiv informieren, wann sie sich für eine Impfung anmelden können. Zunächst werden die Alten geimpft. Jüngere Menschen, die sich zur Risikogruppe zählen, können mit einer entsprechenden Überweisung durch ihren Hausarzt, der das bestätigt, ebenfalls vorzeitig geimpft werden. Das soll aber die Ausnahme bleiben.

Frühester Impftermin wohl im Januar

Die ersten Impfungen, die kostenfrei sein sollen, sind nach Einschätzung von Dr. Prosper Rodewyk frühestens ab dem 4. Januar 2021 denkbar, weil eine Entscheidung über die Zulassung des Impfstoffes von Biontech/Pfizer nicht vor dem 29. Dezember erfolge. Dazu sagte Hasche: „Wir erfahren das mit drei Tagen Vorlaufzeit.“

Über den Autor
Redaktion Unna
Gebürtiger Mendener, inzwischen in Werne an der Lippe zuhause. Jahrgang 1975. Seit April 2010 im Zeitungsverlag Rubens. Liebt das Lokale und den Kontakt zu den Menschen. Privat Gladbach-Fan, Hühnerhalter und Vater einer Tochter.
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Dirk Becker

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