Ein Buch auf der Couch? Wer alleine wohnt, kann reuelos viel Zeit mit seinen liebsten Beschäftigungen verbringen. © Kanwardeep Kaur/ Unsplash
Wohnen als Single

Mehr als offene Zahnpasta: Warum alleine wohnen einfach entspannt ist

Einrichtung nach dem eigenen Geschmack, Einkaufen, was einem schmeckt – und Besuch nur dann, wenn man ihn auch eingeladen hat. Es gibt so einiges, was unsere Autorin am Wohnen als Single vermisst.

Bachelorstudium hier, Praktikum dort, Master woanders und die Redakteursausbildung wieder woanders: Von Dortmund über Heidelberg, Hamburg und Essen habe ich schon an vielen Orten gewohnt. Besonders gut gefallen hat es mir dort, wo ich alleine war. Und das hat mehrere Gründe.

1. Mein Nest baue ich am liebsten nur für mich

Farbige Wände, verschnörkelte Vintage-Möbel und viel mehr Kissen, als das Sofa und ich eigentlich brauchen. In meinen eigenen vier Wänden mache ich es mir gerne nach meinen Vorstellungen gemütlich. Mein Freund, mit dem ich inzwischen zusammenlebe, mag es minimalistisch und die Wände klassisch weiß. Mist. Singles müssen keine Kompromisse eingehen – und dürfen sich so einrichten, wie sie es möchten. Ich denke gerne daran zurück.

2. Besuch kommt, wann ich möchte und wie ich möchte

Heute kommen die Kumpels zum Star-Wars-Marathon, Samstag möchte eine Freundin auf der Couch übernachten, vielleicht sogar zwei Nächte: „Muss das sein – ich will doch meine Ruhe haben!“ Wer alleine lebt, kann selbst bestimmen, wann er seine Tür für Gäste öffnet. Und bringen die dann zur Grillparty etwas mit, oder laden wir sie ein? Auch eine Frage, über die Singles nicht streiten müssen. Alleine Wohnende haben die Wahl, wie großzügig sie als Gastgeberinnen oder Gastgeber sind.

3. Ich zahle, was ich verbrauche – und behalte den Überblick

Klar, Lebensmittel in größeren Portionen sind meist günstiger, auch beim Stromgrundpreis und der Kaltmiete sparen diejenigen, die sich eine Wohnung teilen. Aber: Wer für seine Kosten alleine verantwortlich ist, spart sich zumindest viele Diskussionen. Braucht man etwa die neuen Kaffeemaschine wirklich? Muss die Heizung im Mai noch auf Stufe 5 bollern? Wozu drei Streaming-Anbieter? Und könnten die Geräte nicht einmal vor dem Verlassen des Hauses an der Steckerleiste ausgemacht werden? Mein Lifestyle, mein (Kosten-)Problem, würden sich Singles jetzt sagen.

4. Zahnpastatuben, Socken und andere Kleinigkeiten

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die das Fass zum Überlaufen bringen. Wenn die Zahnpastatube nicht nur offen gelassen, sondern mit in die Dusche genommen wurde… Wenn schon wieder wie von Geisterhand ein abfärbendes Kleidungsstück seinen Weg in den falschen Waschgang gefunden hat – oder der letzte Becher vom Lieblingspudding spurlos verschwunden ist… In Summe kann auch Kleinkram zum großen Problem werden. Bei Singles ist es zumindest kein Anlass für Streit, wenn einem am Morgen nach dem Großeinkauf die Milch fürs Müsli fehlt.

5. Selbstfindung und Achtsamkeit

Wer es niemanden zuhause Recht machen muss, hat weniger Stress. Aufräumen und Putzen sind angesagt, wenn die Wohnung als zu unordentlich empfunden wird. Und wer alleine ist, der macht ja sowieso nur halb so viel Dreck. Tagsüber auf der Couch gammeln, ein Buch lesen, abends die Lieblingsserie gucken oder Sport machen – und gar nicht erst einen Gedanken daran verschwenden, ob der Partner nicht lieber etwas anderes machen möchte: Das Privileg, sich zuhause nicht verstellen und verbiegen zu müssen, haben nur allein wohnende Singles. So kann jeder herausfinden, was er oder sie wirklich möchte.

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg
Jahrgang 1988, aufgewachsen in Dortmund-Sölde an der Grenze zum Kreis Unna. Hat schon in der Grundschule am liebsten geschrieben, später in Heidelberg und Bochum studiert. Ist gerne beim Sport und in der Natur.
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Dagmar Hornung

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