Ist es Freizeit oder Schule? Das Ferienschulprogramm der Schillerschule ist beides. Unterrichtseinheiten wie Tae Kwon Do mit Meister Adam Jurkschat bringen Lernziele und Ferienbeschäftigung zusammen. © Sebastian Pähler
Schillerschule

Mit Video: Ferienangebot an der Grundschule schließt Coronalücken

Kinder, die freiwillig in die Schule statt in die Ferien gehen, das erlebt man auch nicht in jedem Jahr. In Massen profitieren knapp 50 Schüler von einem besonderen Programm.

Angesichts von Distanzunterricht und massiven Unterrichtsausfällen sind knapp 50 Schülerinnen und Schüler froh, dass sie in den Osterferien die Möglichkeit hatten, ein paar extra Tage an der Schillerschule verbringen zu können. „Ferienfreu(n)de in der Schillerschule“ nannte sich das Projekt, das neben einem Freizeitangebot auch zusätzlichen Unterricht und Kontakt zu Mitschülern bot.

Vor allem ging es darum, so Schulleiter Matthias Landsberg, neben einer Förderung in Fächern wie Deutsch und Mathe, den Kindern in einer schwierigen Zeit Orientierung zu bieten. „Wir haben festgestellt, dass viele Kinder an unserer Schule ein bisschen Struktur brauchen. Urlaub findet nicht statt, die können nichts machen und niemanden treffen. Darum haben wir gesagt, ihr könnt zu uns kommen“, erläuterte Schulleiter Landsberg.

Angebot zur Förderung und Entwicklung

Ermöglicht und angeregt wurde die Ferienschule durch ein Förderprogramm des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes NRW. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen sollen Schüler mit zusätzlichen Angeboten außerhalb der üblichen Unterrichtszeit die Chance bekommen, Rückstände aufzuarbeiten und Potentiale zu entwickeln. Bereits im Sommer 2020 hatte sich die Schillerschule für das Programm beworben. In diesen Osterferien hat es dann schließlich geklappt und die entsprechenden Fördermittel wurden bewilligt.

Als Träger hatte die Schillerschule den Kirchenkreis gewinnen können, der nicht nur den gesamten verwalterischen Teil übernahm, sondern auch den Versicherungsschutz im Rahmen der Ferienschule gewehrleistet. „Das muss man hoch anerkennen“, bemerkte Landsberg, der sich für die Unterstützung sehr dankbar zeigte. Das Lehrerteam der Schillerschule wurde bei dem Ferienunterricht zudem von Jugendkunstschullehrerin Lisa Frey und Tae Kwon Do-Lehrer Adam Jurkschat sowie einigen Lehramtsanwärterinnen unterstützt.

Mathe, Deutsch, Sport, Musik, oder wie hier Kunst wurden im Ferienschulprogramm der Schillerschule angeboten. Es klingt nach Unterricht, und das ist es auch, aber eben etwas lockerer als in der normalen Schulzeit. © Sebastian Pähler © Sebastian Pähler

Lernen im Ferienformat

Ab 8.30 Uhr fand der ganztägige Unterricht in der ersten Ferienwoche statt. Natürlich immer in kleinen Gruppen und unter Berücksichtigung aller Corona-bedingten Sicherheitsauflagen, die auch von der Stadt abgenommen und genehmigt wurden. In den Lernzeiten wurden Deutsch und Mathematik individuell gefördert. Gerade in diesen Fächern hätten Homeschooling und Schulschließlungen häufig große Lücken geschlagen, die in der Ferienschule aufgeholt werden konnten, so Landsberg.

Daneben bekamen die Kinder auch Musikunterricht, Schwimmunterricht, Kunst, eine Einführung in die Arbeit mit dem Computer und einen Schnupperkurs in der Kampfkunst Tea Kwon Do, unter freiem Himmel und mit viel Abstand, versteht sich. Der Frühlingsanbruch macht es möglich. Besonders positiv bewertet der Schulleiter, dass viele Erstklässler an dem Programm teilnahmen. Für sie hat Schule bislang kaum so stattgefunden, wie sie eigentlich gemeint ist.

Ist es Freizeit oder Schule? Das Ferienschulprogramm der Schillerschule ist beides. Unterrichtseinheiten wie Tae Kwon Do mit Meister Adam Jurkschat bringen Lernziele und Ferienbeschäftigung zusammen. © Sebastian Pähler © Sebastian Pähler

Erstklässler findet Lernen „cool“

Am Anfang habe man die Ferienschule gar nicht an die große Glocke hängen wollen, berichtet Matthias Landsberg. Doch der Plan sprach sich unter den Eltern schnell rum und die Nachfrage war groß. Einige Schüler, bei denen man Förderbedarf sah, wurden auch direkt eingeladen. Alle aber zeigten sich froh, dass sie das wenig nach Ferien klingende, aber doch vielseitige Angebot nutzen konnten. „Ich finde es cool, weil ich Lernen cool finde“, stellte etwas Erstklässler Philip fest.

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