Eine Frau scannt mit ihrem Smartphone an einem Corona-Testzentrum an der Autobahn 93 (A93) an der Rastanlage Inntal-Ost einen QR-Code, mit dessen Hilfe man sich für den Test anmelden kann. © dpa
Kita und Schule betroffen

Nach Testpanne in Bayern: Familien im Kreis Unna wussten nichts von Infektion

Tagelang warteten Reiserückkehrer aus Werne und Lünen auf das Ergebnis ihres Coronatests von der bayerischen Grenze. Als sie nichts hörten, verließen sie ihre freiwillige Quarantäne. Doch zwei Kinder sind infiziert.

Bayern bekam es nicht hin, zahlreiche Reiserückkehrer rechtzeitig über die Ergebnisse ihrer Coronatests zu informieren. Betroffen von der Panne sind auch zwei Familien aus Lünen und Werne, die offenbar in Unkenntnis einer Infektion keine Quarantäne einhielten. Nun stellt sich heraus: Zwei Kinder sind nachweislich infiziert.

„Wir sind von einer Panne im Süden des Landes betroffen“, sagte Kreisgesundheitsdezernent Uwe Hasche am Freitag. Nach vorläufigen Erkenntnissen haben sich die aus dem Urlaub zurückkehrenden Familien aus Werne und Lünen in Bayern testen lassen. Bis zur erhofften Übermittlung des Testergebnisses sollen sie sich dann zu Hause in Werne und Lünen in eine freiwillige Quarantäne begeben haben. Die Familien sollen davon ausgegangen sein, dass ihr Coronatest negativ ausgegangen ist, wenn sie fünf Tage nichts aus Bayern hören.

Schlechte Nachrichten aus Bayern

„Wir sind von einer Panne im Süden des Landes betroffen.“

Kreisgesundheitsdezernent Uwe Hasche

Doch nun hat das Kreisgesundheitsamt telefonisch schlechte Nachrichten aus Bayern übermittelt bekommen. Je ein Kind aus jeder Familie, ein Kita-Kind aus Werne und ein Schulkind aus Lünen, sind positiv getestet worden. Der schriftliche Befund aus Bayern stand zunächst aus, sodass die beiden Fälle noch nicht in der Statistik auftauchen.

Die Behörde reagierte am Freitag sofort. Sowohl für die Kita-Gruppe als auch für die Schulklasse wurde vorsorglich Quarantäne angeordnet. Die Kinder aus der Kita-Gruppe und der Schulklasse sowie die Kontaktpersonen unter den Betreuern und Lehrkräften wurden alle getestet.

Nach Angaben der Stadt Werne ist die Kita „Arche Noah“ betroffen. In Lünen ist dem Vernehmen nach die Elisabeth-Grundschule in Brambauer betroffen. Kreisgesundheitsdezernent Hasche nannte die Namen der Einrichtungen nicht.

Hunderte Reiserückkehrer warten auf Ergebnis

Rund 44.000 Reiserückkehrer haben noch kein Ergebnis von Corona-Tests bekommen, die zum Großteil bei den Ende Juli eingerichteten Stationen an grenznahen Raststätten in Bayern gemacht worden waren. Als Grund wurde unter anderem genannt, dass der Abgleich von Laboruntersuchung und Formularen per Hand abläuft. Unter den noch nicht übermittelten Ergebnissen waren Hunderte positive Befunde – darunter die beiden Fälle aus Werne und Lünen.

Zehn Neuinfektionen am Freitag im Kreis Unna

Unterdessen steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Kreis Unna weiter. Das Kreisgesundheitsamt meldete am Freitag zehn neue Fälle: drei in Schwerte, jeweils zwei in Bönen, Lünen und Unna sowie ein Fall in Kamen.

Neun Menschen gelten wieder als genesen. Damit steigt die Zahl der aktuell Infizierten um 1 auf 176 Menschen im Kreis Unna. Seit Beginn der Pandemie haben sich 1076 Menschen angesteckt, davon gelten 860 wieder als genesen. Die Zahl der Neuinfektionen liegt im Kreis Unna derzeit auf einem so hohen Niveau, dass der Landkreis im Lagebericht des Robert-Koch-Instituts erwähnt wird.

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1973, aufgewachsen im Sauerland, wohnt in Holzwickede. Als Redakteur seit 2010 rund ums Kamener Kreuz unterwegs, seit 2001 beim Hellweger Anzeiger. Ab 1994 Journalistik- und Politik-Studium in Dortmund mit Auslandsstation in Tours/Frankreich und Volontariat bei den Ruhr Nachrichten in Dortmund, Lünen, Selm und Witten. Recherchiert gern investigativ, zum Beispiel beim Thema Schrottimmobilien. Lieblingssatz: Der beste Schutz für die liberale Demokratie ist die Pressefreiheit.
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Carsten Fischer

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