23 Erinnerungsstücke schlagen in Gaxel Wurzeln

mlzBaumplfanzaktion

Das Klima schützen und gleichzeitig eine Erinnerung für die eigene Familie schaffen: Rund 80 Helfer haben gemeinsam Familienbäume gepflanzt.

von Susanne van den Bosch

Vreden

, 19.03.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Familienbäume werden eigentlich Obstbäume bezeichnet, die auf einem Stamm verschiedene Obstsorten einer Art tragen. Bei Johannes Thesing, der den Nabu (Naturschutzbund Deutschland) in Vreden vor rund 40 Jahren ins Leben gerufen hat, sind damit Bäume gemeint, die von Menschen gekauft und auch gepflanzt werden. Sie sind dafür bestimmt, als Erinnerung an einen Verstorbenen, für Kinder, Enkelkinder oder auch Jubiläen zu dienen, um ein bedeutendes Ereignis der Familie im Gedächtnis zu behalten. Seit Gründung des Nabu Vreden wurden unter anderem etwa 500 Bäume zu diesem Zweck gepflanzt.

23 Bäume gepflanzt

Dem Aufruf von Johannes Thesing, Bäume zu spenden, sind viele gefolgt. Bei strömenden Regen und orkanartigen Böen pflanzten die Teilnehmer 23 Bäume. Teilweise sind die jungen Bäumchen mit Schildern versehen, die darauf hinweisen, von wem oder für wen sie eingepflanzt wurden. Trotz ungemütlichen Wetters erschienen um die 80 Interessierten und sogar Kindergartenkinder, die mit großem Eifer beim Einpflanzen der Bäumchen halfen.

Der Kindergarten hatte sich dieses Jahr Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben. So wurde zum Beispiel eine Aktion veranstaltet, die Schenken statt Wegwerfen zum Thema hatte. Da einige Spielzeuge nicht eingetauscht, sondern gekauft wurden, verwendete die Kindergartenleitung den Erlös für den Kauf eines Baumes.

Mick Losing (4) und Jenne Jebing (4) nach getaner Arbeit.

Mick Losing (4) und Jenne Jebing (4) nach getaner Arbeit. © Susanne van den Bosch

In der Hauptsache geht es Johannes Thesing darum, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Ihm ist bewusst, dass Wälder neben den Ozeanen die größten Kohlenstoffsenken der Biosphäre bilden und damit für die CO2-Bilanz der Erdatmosphäre bedeutsam sind. Im Jahr 2000 waren laut FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) 30 Prozent der Festlandmasse der Erde bewaldet. Pro Hektar binden Waldbäume zwischen 60 und 2000 Tonnen organisches Material und sind damit die größten Biomassenspeicher der Kontinente. Die Gesamtmenge der 2005 weltweit in den Wäldern akkumulierten Holzmasse betrug 422 Gigatonnen. Was wünscht sich Johannes Thesing für die Zukunft? „Es wäre schön, wenn sich auch andere Gemeinden an solchen oder ähnlichen Aktionen beteiligen würden“, sagt er, wohlwissend, dass er darauf keinen Einfluss hat.

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