Die Feuerwehr musste den Brand löschen, den ein 25-Jähriger ausgelöst hatte, indem er vergaß, den Herd auszuschalten. © Feuerwehr Vreden
Fahrlässige Brandstiftung

25-Jähriger aus Vreden verantwortlich für Brand in Dachgeschosswohnung

In einem Wohnhaus an der Straße Up de Bookholt kam es im Februar zu einem Feuer. Dafür hat das Amtsgericht jetzt einen 25-Jährigen verurteilt. Der sprach von einem Missgeschick.

Er war müde nach der Arbeit, ging in die Küche seiner Dachgeschosswohnung und bereitete sich Bratkartoffeln zu. Mit dem fertigen Gericht ging er in die Nachbarwohnung, um gemeinsam mit Freunden zu essen. Einige Minuten später roch es dort verbrannt. Die Küche des Mannes stand zu dieser Zeit schon in Vollbrand.

Dieses Feuer aus dem Februar 2021 führte den 25-Jährigen nun vor das Ahauser Amtsgericht. Der Vorwurf: fahrlässige Brandstiftung. Denn der junge Mann hatte beim Verlassen der Wohnung vergessen, den Herd auszuschalten.

„Die Dunstabzugshaube fing Feuer und stürzte auf den Herd. Die Hitzeentwicklung war so groß, dass Putz von der Decke abplatzte und die Fensterrahmen in Brand gerieten“, las der Staatsanwalt aus der Anklage vor.

25-Jähriger zahlt Schaden bereits ab

Bilder, die im Gerichtssaal gezeigt werden, zeigen das Ausmaß der Zerstörung. In der gesamten Wohnung hat sich Ruß an den Wänden und auf den Möbeln abgelagert. In der Küche ist alles verbrannt: Töpfe, Lappen, Flaschen, Küchenschränke. Der Schaden wurde damals auf 15.000 Euro geschätzt.

Rund 2500 Euro davon konnten offenbar nicht über die Versicherung abgegolten werden, denn diese Summe stellte der Vermieter dem 25-Jährigen in Rechnung. 500 Euro davon hat er bereits abbezahlt. Vor Gericht aber geht es nicht um die Schadensregulierung, sondern um die strafrechtlichen Folgen.

„Er will sich nicht vor der Verantwortung drücken, aber er kann nicht wirklich nachvollziehen, dass er jetzt noch eine Strafe bekommen soll“, sagt die Verteidigerin im Namen des Angeklagten. „Das war ein dummes Missgeschick. Er war sich sicher, dass er den Herd ausgeschaltet hat.“

Fahrlässige Brandstiftung ist eine Straftat

Zudem habe er direkt versucht, das Feuer zu löschen und die Feuerwehr alarmiert. Verletzt wurde bei dem Brand niemand, die drei Bewohner des Hauses konnten das Gebäude rechtzeitig verlassen.

Einen Vorsatz will der Richter ihm auch gar nicht unterstellen. „Das haben Sie nicht extra gemacht, das glauben wir Ihnen. Aber das ist nun mal eine Straftat, auch wenn es nur fahrlässig war“, erklärt er dem Angeklagten.

Aus diesem Grund stimmt der Richter auch zu, dass der Angeklagte eine Pflichtverteidigung bekommt. Er muss seine Anwaltskosten also nicht selber zahlen.

Staatsanwaltschaft lehnt Einstellung des Verfahrens ab

Um eine Verurteilung kommt er aber nicht herum. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft lehnt nach telefonischer Rücksprache den Vorschlag des Richters, das Verfahren gegen eine Geldauflage einzustellen, ab.

„Er bitte um ein mildes Urteil“, waren schließlich die letzten Worte des Angeklagten. Dieser Bitte kommt der Richter nach: 50 Tagessätze zu jeweils 30 Euro, zahlbar in monatlichen Raten à 50 Euro.

Die kleine Unaufmerksamkeit nach dem Kochen kostet den 25-Jährigen also 4000 Euro plus die Kosten des Verfahrens.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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Victoria Garwer

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