29-jähriger Vredener schlägt Kumpel, weil der ihm 100 Euro schuldete

mlzAmtsgericht Ahaus

Zwischen zwei Vredenern ist es wegen 100 Euro zum Bruch gekommen. Weil der eine dem anderen das geliehene Geld nicht zurückzahlen wollte, wurde die Auseinandersetzung handfest.

Vreden

, 11.06.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei Geld hört die Freundschaft auf, sagt der Volksmund. Einen weiteren Beweis dafür lieferten ein 29-jähriger und 19-jähriger Vredener. Letzterer hatte sich im Frühjahr des vergangenen Jahres von seinem älteren Kumpel 100 Euro geliehen. Weil die Rückzahlung auf sich warten ließ, kam es zum Streit.

Dieser gipfelte im Oktober 2019 in einer Auseinandersetzung auf der Wessendorfer Straße. Der 29-Jährige musste sich daher nun wegen Körperverletzung vor dem Amtsgericht Ahaus verantworten. Was war passiert? Laut Anklageschrift fuhr der Ältere der beiden mit einem Pkw auf Höhe der Sparkassen-Filiale vor.

Erneute Konfrontation mit den Schulden

Der 29-Jährige hatte offenbar seinen jüngeren Kollegen erblickt und erneut mit der ausstehenden Rückzahlung konfrontiert. Als der 19-Jährige auch dann die 100 Euro nicht rausrückte, schlug sein Gegenüber zu. Laut der Akten zog sich der Vredener dabei eine leichte Platzwunde und Schwellungen im Gesicht zu.

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Der 29-Jährige gab bei seiner Vernehmung den Sachverhalt unumwunden zu. Laut seines Verteidigers „fühlte er sich ein bisschen verarscht“, weil er immer wieder hingehalten worden war. Außerdem habe der 19-Jährige an diesem Tag sehr aggressiv gewirkt. „Ich hatte Sorge, dass er mir eine klatscht“, so der Angeklagte. Daher habe er dann einmal mit der flachen Hand zugeschlagen.

„Es war ein Fehler“

„Es war ein Fehler“, räumte der 29-Jährige ein. Den Konflikt habe man mittlerweile zu den Akten gelegt. „Unsere Familien kennen sich seit Langem, sie sind quasi Nachbarn. Wir haben uns gemeinsam getroffen und uns gegenseitig beieinander entschuldigt.“ Die 100 Euro habe er seinem jüngeren Kollegen erlassen. „Das ist für den Schlag. Ich war schließlich immer wie ein großer Bruder für ihn.“

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Der 19-Jährige bestätigte im Zeugenstand diese Aussagen. Es sei damals eine blöde Situation gewesen. „Ich war respektlos und auch ein bisschen aggressiv, aber jetzt ist die Sache aus der Welt.“ Die Verletzungen seien auch nicht besonders schlimm gewesen. „Ein paar Stunden tat es weh, aber dann nicht mehr.“

Für das Gericht war die Sache damit erledigt. Richter und Staatsanwaltschaft beschlossen, das Verfahren ohne Auflagen endgültig einzustellen. „Durch die erlassenen 100 Euro wurde quasi auch schon Schmerzensgeld bezahlt“, erklärte der Richter. Die Kosten des Verfahrens zahlt die Landeskasse. Nur für seinen Verteidiger muss der 29-Jährige selbst aufkommen.

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