425 Jahre Bürgerschützenverein St. Georg Vreden sind ein Grund zum Feiern

Jubiläum Schützenverein und Musikzug

Der Bürgerschützenverein St. Georg Vreden wird 425 Jahre alt. Ein Grund zum Feiern, dachten die Verantwortlichen. Auch, weil der Feuerwehr-Musikzug in diesem Jahr sein 125-Jähriges begeht.

Vreden

, 24.05.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
425 Jahre Bürgerschützenverein St. Georg Vreden sind ein Grund zum Feiern

Ein Foto vom Schützenfest 1954: Georg Loose un Änne Meyer wurde hier als Königspaar die Ehre erwiesen. © Buch Bürgerschützenverein St. Georg

Das Schützenwesen kann wahrscheinlich auch in Vreden auf weit mehr als vier Jahrhunderte zurückblicken. Aber die Jahreszahl 1595, die auf der ältesten aus Vreden stammenden Plakette steht, nehmen die Schützen zum Anlass, die Entstehung des Allgemeinen Bürgerschützenverein St. Georg Vreden zu terminieren. 425 Jahre alt wird der Verein also in diesem Jahr. Ein Grund zum Feiern. Nicht so groß wie vor 25 Jahren zum 400-jährigen Bestehen. Aber gefeiert wird – auch, weil der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Vreden 125 Jahre alt wird und beide Seiten fanden: Schützen und Musik – das passt.

Festschrift vor 25 Jahren veröffentlicht

1994, vor 25 Jahren, gab der Bürgerschützenverein eine Festschrift aus: „Vitat Rex... Es lebe die Königin“ ist der Titel des Buchs, der auf vier Jahrhunderte Schützenwesen in Vreden zurückblickt. Der Vredener Historiker Dr. Hermann Terhalle verweist in seinem Beitrag auf Forschungen von Dieter Sauermann, der einiges über die Schützengesellshaften, die als Vorläuferorganisation der heutigen Schützenvereine gesehen werden können, hin. Auch im Westmünsterland gab es solche Gesellschaften, aus Bocholt gibt es sogar ein Schriftstück aus dem Jahr 1409, das auf eine Schützengesellschaft hinweist. Man dürfe deswegen sicher sein, so Dr. Hermann Terhalle in seinem Beitrag, „dass die Pflege des Schützenwesens in Vreden weiter zurückreicht.“ Doch es ging seinerzeit nicht ums Feiern, wie Dr. Hermann Terhalle festhält: Die Schützen stellten ursprünglich eine besondere Eliteeinheit der Bürgerwehr an den Stadtmauern oder der Aufgebote der Bauerschaften an den Landwehren dar. Auch für Vreden sei überliefert, „dass die Bürger zur Verteidigung der Stadt und zu Wachen an den Wällen herangezogen wurden“, so der Historiker. Es ist aber auch überliefert, dass Schützenfeste seit dem 16. Jahrhundert gefeiert wurden. Die Obrigkeit im Fürstibstum Münster, so fasst Dr. Terhalle zusammen, sei seinerzeit schon mit Verordnungen gegen die übermäßigen Trinkgelage vorgegangen.

Drei Premieren werden im Jubiläumsjahr begangen

Einige Jahrhunderte später wird auch das eine oder andere Bier getrunken auf das Jubiläum. Ein Jahr lang wird das große Fest schon vorbereitet, sagte Heinz Schüring, Schriftführer der Bürgerschützen, im Gespräch mit der Redaktion. Ob der über 1100 Mitglieder zählende Verein überhaupt die „425“ feiern sollte, sei erst diskutiert worden. Bei elf Vereinen in Vreden gebe es schließlich so manches Jubiläum und so manchen Festumzug. Aber gemeinsam mit dem Musikzug sei nun ein ereignisreiches Wochenende vorbereitet worden.

Und der 425 Jahre alte Verein kann einige Premieren feiern im Jubiläumsjahr. Die eine: Es wird im Zelt auf dem neu gestalteten Festplatz im Stadtpark gefeiert – und nicht mehr wie Jahrzehnte zuvor auf dem Parkplatz an der Winterswyker Straße und im Stadtpark. Das Vogelschießen bleibt im Stadtpark. „Da haben wir vieles gelöst, ist für alle einfacher, auch für die Zuschauer“, findet Heinz Schüring.

Der Kaiser wird einen Baum pflanzen

Die zweite Premiere: Erstmals gibt es ein Kaiserschießen der Bürgerschützen. 18 amtierende Schützenkönige des Vereins leben noch. Der Kaiser wird am Jubiläumswochenende im Mittelpunkt stehen, bei den künftigen Schützenfesten wird das Kaiserpaar keine besondere Rolle spielen oder Aufgabe übernehmen. Aber er wird einen „Kaiserbaum“ pflanzen im Stadtpark, um in Erinnerung zu bleiben. Und zum Dritten: Zum ersten Mal stellt der Bürgerschützenverein mit seinem Kaiser die erste Schützen-Majestät in den Vredener Landen: Das Jubiläum wird vor der Schützenfestsaison, die in Vreden traditionell zu Christi Himmelfahrt startet, gefeiert.

Das 40 mal 60 Zentimeter große Zelt ist schon aufgebaut, nun geht der Blick der Schützen mal öfter auf die Wetter-App. „Wir haben öfter schon bei 30 Grad und mehr gefeiert, das war auch nicht gut“, zieht Heinz Schüring einen Vergleich zum drohenden kühl-regnerischen Wetter. Elf Schützenvereine und 16 Musikkapellen sind beim Jubiläumswochenende dabei.

Das Festwochenende im Überblick

  • Freitag, 24. Mai: Großer Jubiläumsabend des Musikzuges. Das Jugendblasorchester des Musikzuges eröffnet um 19 Uhr den Abend, danach wird der Musikzug den offiziellen Teil gestalten. Im Anschluss steht das gemütliche Beisammensein mit allen Gästen im Vordergrund. Dazu wird die Big Band des Feuerwehrmusikzuges Ottenstein aufspielen. Zum Jubiläumsabend ist auch die gesamte Vredener Bevölkerung eingeladen, allerdings sind die Sitzplätze im Festzelt beim offiziellen Teil für die geladenen Gäste reserviert. Einlass ist am Freitag ab 19 Uhr.
  • Samstag, 25. Mai: Kaiserschießen des Bürgerschützenvereins St. Georg. Ab 13 Uhr treten die Schützen an ihren Kompanie-Standorten an. Nach Abnahme des Bataillons durch das amtierende Königspaar und einem Festumzug durch die Innenstadt beginnt gegen 15 Uhr das Kaiserschießen. Um 20 Uhr steigt der Kaiser- und Krönungsball.
  • Sonntag, 26. Mai: Alle geladenen Musik- und Löschzüge sowie Schützenvereine treffen sich um 13 Uhr an den festgelegten Standorten zum Sternmarsch zum Marktplatz, anschließend Festumzug zum Festzelt im Stadtpark. Dort treten gegen 16 Uhr „Die Fegerländer“ aus Kärnten/Österreich auf zum Ausklang des Festwochenendes.
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