Schlechte Nachrichten für Aldi und K+K: Nur einer darf erweitern

mlzUp de Hacke

Die Aldi- und K+K-Märkte an der Straße Up de Hacke in Vreden sind klein und marode. Schon lange gibt es Neubau-Pläne. Jetzt die Ernüchterung: Eine Erweiterung beider Märkte ist nicht erlaubt.

Vreden

, 20.06.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer den Aldi oder den K+K an der Straße Up de Hacke betritt, sieht es sofort: Die Märkte sind baufällig, unmodern und vor allem relativ klein. Schon seit 2016 gibt es deswegen Pläne, die alten Gebäude abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen.

Doch nun musste die Stadt schlechte Nachrichten verkünden. Das Land lässt eine Erweiterung beider Märkte nicht zu. Das wurde nun im Zusammenhang mit dem neuen Einzelhandelskonzept bekannt. Das erstellende Büro hat die Situation nämlich mal durchgerechnet.

Land macht Vorgaben, die mit beiden Märkten nicht erfüllt werden

„Der Standort liegt nicht im zentralen Versorgungsbereich“, erklärt Stadtplaner Dirk Hetrodt das Hauptproblem. Deswegen dürfen die Märkte hier nur eine sogenannte „wohnortnahe Versorgung“ wahrnehmen, damit kein Schaden für die Innenstadt entsteht.

Dafür gibt es entsprechende rechnerische Vorgaben. Es wird geschaut, wie viele Menschen in einem Radius von einem Kilometer wohnen und wie viel Umsatz diese für Nahrungsmittel generieren. In diesem Fall sind das 8000 Einwohner und 17,7 Millionen Euro.

Ein Supermarkt-Standort außerhalb der Innenstadt darf von dieser Summe nur maximal 45 Prozent umsetzen. Doch genau diese Schwelle wäre deutlich überschritten, wenn sowohl K+K und Aldi ihre Verkaufsflächen wie gewünscht vergrößern.

Entweder Aldi oder K+K dürfen an der Straße Up de Hacke erweitern

Der Aldi ist momentan 590 Quadratmeter groß und wünscht sich künftig 1267 Quadratmeter. Der K+K möchte sich von 940 auf 1600 Quadratmeter vergrößern. Beides geht wegen der Vorgaben des Landes auf keinen Fall.

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Die Stadt sieht eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder erweitert der Aldi auf 850 Quadratmeter oder der K+K bekommt 1300 Quadratmeter. Der jeweils andere Markt dürfte die Verkaufsfläche dann nicht verändern. „Und selbst dafür mussten wir schon erheblich kämpfen mit der IHK und der Bezirksregierung, um das wirklich maximal Mögliche rauszuholen“, so Dirk Hetrodt.

In keinem Fall also bekommen beide Supermärkte ihren Wunsch erfüllt. Hinzu kommt: „Die Varianten sind beide relativ unwahrscheinlich. Denn diese Größen sind heute einfach nicht mehr marktrelevant“, weiß Stadtplaner Dirk Hetrodt.

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Er geht deswegen davon aus, dass es auf Dauer auf einen großen Markt am Standort Up De Hacke hinauslaufen wird. Im schlimmsten Fall würden diese Rechen-Ergebnisse gar dafür sorgen, dass der Versorgungsstandort aufgegeben wird, da sich eine Modernisierung nicht lohnt.

Großer Komplex mit mehreren Märkten ist damit wohl vom Tisch

Eigentlich wollte der Eigentümer auf dem Grundstück einen großen Komplex bauen mit reichlich Platz für Aldi und K+K. Zusätzlich sollten ein Bäcker, ein Laden für Tiernahrung oder Getränke, Flächen für Dienstleistungen und eine Erweiterung für das Jugendcafé Njoy entstehen.

Die Kommunalpolitiker und auch die Verwaltung hatten diese Pläne bislang auch sehr positiv begleitet. Das Rechenmodell habe doch mit der Wirklichkeit wenig zu tun, heißt es aus dem Arbeitskreis Stadtentwicklung. Der Wunsch der Kommunalpolitik sei durchaus, dass die Pläne umgesetzt werden können. Und doch: „Es bringt ja nichts, wenn wir das weiter vorantreiben und das Ganze am Ende nach landesplanerischen Voraussetzungen gar nicht zulässig ist“, meint Dirk Hetrodt.

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Eines macht er aber noch deutlich: Ein Getränkemarkt oder ein Laden für Tiernahrung wären an dem Standort erlaubt, da es sich dabei nicht um ein sogenanntes zentrenrelevantes Angebot handelt. Ein Drogeriemarkt hingegen ist von Seiten der Stadt nicht gewünscht.

Der Eigentümer der Gebäude war am Freitag für die Redaktion nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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