Alle Flamingo-Küken spurlos aus dem Venn verschwunden

mlzZwillbrocker Venn

Ganz traurige Nachrichten aus dem Zwillbrocker Venn: Alle vier Flamingo-Küken sind spurlos verschwunden. Alle Indizien sprechen für ein ein grausames Ende des Nachwuchses.

Vreden

, 23.07.2020, 13:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor gut zwei Wochen war die Flamingowelt im Venn noch in Ordnung. Die vier Küken wurden zu diesem Zeitpunkt mittels Wildtierkamera zuletzt auf der Brutinsel gesehen. Danach verliert sich die Spur. Da die Kleinen noch nicht fliegen konnten, die Elterntiere aber nervös das Venn verlassen haben, deutet vieles daraufhin, dass die Küken ein trauriges und grausames Schicksal ereilt hat.


Eine gänzliche Gewissheit gibt es zwar (noch) nicht, aber alle Indizien deuten daraufhin, dass die vier Flamingo-Küken nicht überlebt haben. Das bestätigt Biologin Regine Kern von der Biologischen Station auf Anfrage der Redaktion am Donnerstag. „Es so schade und traurig, wir hatten uns schon so auf die Beringung Anfang August gefreut“, sagt sie. Dieser Traum scheint nun geplatzt.

Überlebenschancen standen für die Küken nie gut

Dass die Überlebenschancen für die Küken alles andere als ideal waren, hob Dr. Dietmar Ikemeyer, Geschäftsführer der Biologischen Station Zwillbrock, bereits vor einigen Wochen im Gespräch mit der Redaktion hervor: „Es sind schon wieder Füchse auf der Insel unterwegs. Das sehen wir auf unseren Kameras.“ Eine Wildtierkamera ist auf der Brutinsel installiert.

Die Flamingos haben das Venn verlassen.

Die Flamingos haben das Venn verlassen. © Hubert Stroetmann

Schon im Vorjahr hatten Füchse und Marder die Flamingo-Eier von der Insel erbeutet. Durch den extrem niedrigen Wasserstand gelangen die Räuber trotz des zehn Meter breiten mit Wasser gefüllten Schutzgraben auf die Brutinsel. Immerhin, das ist die gute Nachricht, schlüpften trotz der Räuber vier Flamingo-Küken. „Das ist schon eine sehr gute Zahl“, sagt Regine Kern.

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Die ersten Wochen überlebten die Küken

Auch die ersten Wochen überlebten die Kleinen auf der Insel. „Es war so schön, die Kleinen zu beobachten“, so die Biologin. Doch vor etwa zwei Wochen verlor sich jede Spur der Küken. Der Grund: Je älter die Tiere werden, desto mehr erkunden sie eigenständig ihren Lebensraum. Sie verlassen die vermeintlich sichere Insel und damit auch das Sichtfeld der Kamera.

Biologin Regine Kern hat die berechtigte Hoffnung, dass die Flamingos auch im kommenden Jahr wieder ins Venn kommen.

Biologin Regine Kern hat die berechtigte Hoffnung, dass die Flamingos auch im kommenden Jahr wieder ins Venn kommen. © Biologische Station

Also wurden die Flamingo-Küken gefressen? „Wir wissen es nicht mit absoluter Sicherheit. Somit ist auch nicht klar, ob es überhaupt der Fuchs war“, so die Biologin. Knochen oder andere Überreste seien bisher nicht gefunden worden.

Denkbar sei, dass die Küken an das andere Ufer geschwommen sind, wo Raubtiere dann wohl leichtes Spiel gehabt haben dürften. „Auffällig war zudem, dass die Elterntiere nervös wirkten und jetzt auch das Venn verlassen haben.“

Die Hintergründe sind noch unklar

Ob die Hintergründe des Verschwinden überhaupt noch lückenlos aufgeklärt werden können, scheint fraglich. So oder so - es ist eine traurige Angelegenheit für alle Beteiligten. „Man fiebert die ganze Zeit mit, beobachtet die Küken und dann sowas“, sagt Regine Kern hörbar niedergeschlagen.

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Hoffnung macht hingegen die Tatsache, dass die Flamingos wohl auch im nächsten Jahr wieder in das Venn zurückkehren werden. „Das zeigt die Erfahrung aus der Vergangenheit“, so Kern. Und damit lebt auch die Hoffnung, dass es auch im kommenden Jahr wieder Flamingo-Nachwuchs im Zwillbrocker Venn geben könnte. „Nur bitte dann mit einem Happy End“, hofft Regine Kern.

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