Ehemaliges Altenheim für Notfälle während der Corona-Krise reaktiviert

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Eigentlich waren die Senioren schon vom Gebäude am Vredener Krankenhaus in den Neubau gezogen. Jetzt wird das alte Pflegeheim St. Ludger reaktiviert – als Notpflegeeinrichtung in Corona-Zeiten.

Vreden

, 04.04.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bewohner des Alten- und Pflegeheims St. Ludger sind längst in den schönen hellen Räumen im Neubau untergebracht. Die Corona-Krise hat jetzt jedoch dazu geführt, dass auch das alte Gebäude wieder für die Betreuung von Senioren genutzt wird.

Allerdings sollen hier keine Corona-Patienten einziehen. „Die Notpflegeeinrichtung richtet sich an Menschen, deren pflegerische Versorgung zu Hause nicht mehr gesichert ist und deren Gesundheit dadurch in Gefahr ist – diese Personen können in der neuen Einrichtung übergangsweise versorgt werden“, erklärt Michael Brinkmöller, Bereichsleiter der Altenhilfe beim Klinikum Westmünsterland.

Pflegende Angehörige in der Corona-Zeit entlasten

Wenn zum Beispiel normalerweise ein junger Mann seine Mutter versorgt, nun aber gleichzeitig noch die Kinderbetreuung stemmen muss, kann er die Mutter vorübergehend dort unterbringen. Gleiches gilt für pflegende Angehörige, die jetzt Not haben, weil die Tagespflege geschlossen bleibt.

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Denkbar ist auch, dass eine demente Person ihre tägliche Routine mit dem Bäcker-Besuch und dem Kaffeetrinken bei den Nachbarn nicht selbstständig verlassen kann. Damit diese Person aber trotzdem das Kontaktverbot einhält, kann sie in der Notpflegeeinrichtung betreut werden – auch zu ihrem eigenen Schutz.

Gleichzeitig werden mit diesem Angebot ambulante Pflegedienste entlastet und unterstützt, schreibt der Kreis Borken in einer Pressemitteilung.

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Die Zimmer und Gemeinschaftsräume im ehemaligen Altenheim direkt am Krankenhaus wurden deswegen nun wieder bezugsfertig gemacht. 18 Plätze stehen dort momentan zur Verfügung. Die Zahl der Plätze kann aber kurzfristig auf bis zu 34 aufgestockt werden. Voraussetzung für eine Aufnahme ist, dass der Betroffene nicht mit dem Coronavirus infiziert ist.

Aufstockung der Altenheim-Plätze geplant

Die leer gewordenen Räume wollte das Krankenhaus eigentlich als Erweiterungsfläche nutzen. Die Rheumatologie ist bereits im November 2019 in einen Teil des Gebäudes eingezogen. Nach Angaben von Tobias Rodig, Pressesprecher beim Klinikum Westmünsterland, muss diese Abteilung nun jedoch nicht wieder umziehen, da sich die Notpflege in einem anderen Gebäudeteil befindet.

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Der Kreis Borken ist zusätzlich mit den Altenheimen im Gespräch, ob und wie diese ihre Kapazitäten erweitern können. Zehn Unterbringungsplätze im Kreis seien bereits zugesagt.

Kontakt zur neuen Notpflegeeinrichtung in Vreden können Interessenten über die Telefonnummer (02564) 99 4880 aufnehmen.

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