Angeklagter gesteht Brandstiftung in Lünten

Knappes Statement vor Gericht

Der wegen mehrfacher Brandstiftung angeklagte Bernd S. hat am Freitagvormittag vor Gericht gestanden, Feuer in einer Garage in Lünten gelegt zu haben. In zwei weiteren Anklagepunkten wurde das Verfahren vorläufig eingestellt.

VREDEN/MÜNSTER

08.04.2016, 14:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Die Tat gebe ich zu“, lautete das knappe Statement des 32-Jährigen zum siebten Anklagepunkt: dem Garagenbrand in Lünten vom September vergangenen Jahres. Am Tatort hatte die Polizei neben „Brandbomben“ (mit Streichhölzern gefüllte Behälter) und einer Spraydose auch DNA-Spuren des Angeklagten gefunden. Er habe Geld gesucht und sei deshalb in die Garage eingebrochen, sagte der Angeklagte. Warum er das Feuer gelegt habe, wisse er nicht mehr.

Nicht genügend Beweise: Verfahren Denno und Sahlmer eingestellt

Die Brände in den Gaststätten Sahlmer und Denno wurden gestern Vormittag offiziell aus der Anklage gestrichen. Wie schon berichtet, hatte das Gericht Zweifel daran, ausreichend Beweise für die Schuld des Angeklagten zu haben. Die Taten sind Bernd S. nicht eindeutig nachzuweisen – aus diesem Grund gab die Staatsanwältin gestern zu Protokoll, dass diese beiden Verfahren eingestellt werden.

Gerade der Brand im Landhaus Sahlmer war ein zentraler Punkt der Anklage: Der Gastwirt konnte sich, wie berichtet, durch Zufall aus dem brennenden Gebäude retten. Deswegen hatte die Staatsanwaltschaft den Tatverdächtigen wegen schwerer Brandstiftung angeklagt. Diese liegt vor, wenn ein Mensch „in die Gefahr des Todes gebracht“ wurde, wie es im Strafgesetzbuch heißt. Das Strafmaß hätte bei nicht unter fünf Jahren Haft gelegen.

Nur ein knapper Satz

An den bislang vier Verhandlungstagen hat Bernd S. sich allenfalls vage zu den Vorwürfen geäußert. Auch bei Nachfragen nach seinem knappen Statement am Freitag wehrte er ab: Er wolle sich nicht weiter äußern, so Bernd S. in der Verhandlung.

Sachverständige kann nur Einschätzung abgeben

Gespräche mit einem Psychiater lehnt er ab. Der Sachverständige, der am Freitag sein psychiatrisches Gutachten vorstellte, verwies auf die damit einhergehende Problematik: „Ich muss davon ausgehen, dass er die Taten begangen hat. Es wäre unsinnig, über verminderte Schuldfähigkeit bei einer nicht begangenen Tat zu befinden.“ Psychiatrische Befunde aus der Ferne seien ausgesprochen schwierig, so der Sachverständige weiter. Nach seiner Einschätzung finden sich beim Angeklagten „enorme Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung“. Eine genaue Gewichtung dieser Störung sei juristisch wichtig, ohne Gespräch aber nicht möglich.

Ob eine eingeschränkte Schuldfähigkeit vorliegt oder Voraussetzungen für die Unterbringung in einer Psychiatrie gegeben sind, lasse sich deshalb nicht sicher feststellen.

  • Am Montag, 18. April, werden die Plädoyers gehalten und das Urteil soll gesprochen werden.
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