Artisten hielten Publikum in Atem

Chinesischer Nationalzircus

Über zwei Stunden lang verzauberte das Ensemble des Chinesischen Nationalzirkus im Theater- und Konzertsaal in Vreden am Donnerstagabend die Zuschauer. Es ließ sie bewundernd klatschen und atemlos zuschauen, wenn schwierige und nicht ganz ungefährliche Kunststücke vorgeführt wurden, und aufatmen, wenn alles gut gegangen war.

VREDEN

, 29.01.2016, 17:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Artisten verzauberten das Publikum, in dem auch viele Kinder mit ihren Eltern saßen. "Shanghai Nights" lautete der Titel des Programms, bei dem die verschiedenen Künstler mit ihren spektakulären Darbietungen das Publikum in Atem hielten. Lin Weng Long war der Spezialist für Balanceakte. Er balancierte einen schweren Keramiktopf mit der Kante auf seinem Kopf. Ganz ohne die Hände zu benutzen, veränderte er immer wieder die Lage dieses Topfes mit viel Fingerspitzengefühl auf seinem Haupt hin und her. Auch ein Konstrukt aus über 20 Bänken wurde von ihm genauso mit Leichtigkeit und viel Geschick in der Balancekunst gestemmt und getragen.

"Frauen ohne Knochen"

"Frauen ohne Knochen" als Markenzeichen des Chinesischen Zirkus führten ebenso ihre Beweglichkeit vor. Immer wieder warben die Männer bei den Frauen um die Gunst der Liebe mit humorvollem Charme. Tanzszenen wechselten mit pantomimischen Clownerien und fliegenden Akrobaten ab. Alles funktionierte ganz ohne Netz oder Sicherheitsleinen. Die einzige Sicherung waren andere Artisten, die - getarnt als Zuschauer - dem Treiben und den Kunststücken der anderen zuschauten. Das Lächeln der Artisten übertrumpfte dabei den lächelnden Buddha.

Lachender Buddha

Das Bühnenbild mit Lampions, einem ewig lachenden goldenen Buddha und einem Bogen als symbolischem Tor zur Welt Chinas machte die Bühne im Theater- und Konzertsaal tatsächlich zum Tor in eine andere Welt. Es war die passende Kulisse für "Shanghai Nights" mit dem Chinesischen Nationalzirkus von und mit Raoul Schoregge.

Acht chinesische Artisten stellten sich zu Beginn humorvoll auf Englisch, Deutsch oder Chinesisch vor. Der künstlerische Leiter und Produzent Schoregge stellte sich ganz ohne Worte pantomimisch als Clown vor.

China trifft auf Europa

Überraschend waren auch die musikalischen Klänge, die höchst europäisch einige Vorführungen begleiteten. Auf poetisch-ästhetische und charmante Weise trafen China und Europa aufeinander. Es war eine Mischung, die vom Publikum begeistert kommentiert wurde.

Leider nahmen nur knapp 200 Besucher die Chance wahr, sich auf eine Traumreise ins Land der Mitte zu begeben.

Bereits seit 25 Jahren tritt Schoregge mit verschiedenen Programmen mit Artisten aus China auf. Er managt die Truppe mit seiner Ehefrau Nadine von Havixbeck aus. Schoregge wurde 1968 in Münster geboren, wuchs in Gescher auf und reist mit seinem Team durch die ganze Welt. Erst zum Schluss kam heraus, dass er am Tag des Auftritts in Vreden Geburtstag hatte, als ihn die Truppe mit Glückwünschen auf der Bühne überfiel.

 

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