Auch das Alter kann die Vredener Wandergruppe „Bi Wind un Weer“ nicht aufhalten

mlz40 Jahre Wandern

Seit 40 Jahren wandern die Mitglieder der Vredener Wandergruppe „Bi Wind un Weer“ gemeinsam. Altersbedingt hat sich einiges verändert, aber die Leidenschaft fürs Wandern ist noch immer groß.

Vreden

, 20.11.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weder Sturm noch Regen kann die Wanderfreunde der Gruppe „Bi Wind un Weer“ aufhalten – und auch das Alter nicht. Seit 40 Jahren wandern die Vredener mittlerweile gemeinsam. Einiges hat sich altersbedingt verändert, doch die Leidenschaft fürs Wandern ist bei Wilhelm (79) und Agnes Kleingrieß (74), Elisabeth Geling (66) und Agnes Schemming (80) noch immer spürbar.

Lächelnd blättern sie durch eines ihrer vielen Alben. Von jeder Wanderung in den vergangenen 40 Jahren gibt es einen kurzen Bericht, handgemalte Zeichnungen oder Fotos. An einige sind auch heute noch die Erinnerungen nicht verblasst.

Auch das Alter kann die Vredener Wandergruppe „Bi Wind un Weer“ nicht aufhalten

Von jeder Wanderung gibt es einen kleinen Bericht, zum Teil mit Fotos oder handgemalten Zeichnungen. © Victoria Garwer

„Einmal haben wir uns in Holland verlaufen. Es war sehr heiß und niemand hatte mehr was zu essen oder zu trinken“, erzählt Agnes Kleingrieß. Ein Geräusch sorgte dann für eine schlagartige Verbesserung der Stimmung: die Glocken eines Eiswagens. „Das war unsere Rettung. Und der Eiswagen hat sicher einen richtig guten Umsatz gemacht“, sagt Agnes Kleingrieß lachend.

Die Idee: Heimat als Wanderer erkunden

Angefangen hat vor 40 Jahren alles mit einer Idee von Wilhelm Kleingrieß. Er wollte einen Gegenpol zum Altertums- und Heimatverein bilden. „Die haben sich um die Historie gekümmert, um die Dinge, die mal waren. Ich fand es aber auch wichtig, die heutige Heimat zu erkunden, und das geht nunmal am besten durchs Radfahren und Wandern“, erinnert er sich.

Damals startete eine recht junge Gruppe zu den regelmäßigen Wanderungen, einige nahmen auch ihre Kinder mit. Zu diesen Zeiten hat die Gruppe auch mal bis zu 40 Kilometer zu Fuß hinter sich gebracht.

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Inzwischen ist die Wandergruppe gealtert. Die jüngsten Mitglieder sind um die 45 Jahre alt, viele aber auch über 60. „Junge Leute kommen nicht mehr so richtig nach“, sagt Elisabeth Geling. Deswegen sind auch die Strecken kürzer. In zwei Gruppen bewältigen die Wanderer im Schnitt 20 bis 25 oder 10 bis 15 Kilometer.

Kein Verein, keine Beiträge, keine Statuten

Eine Mitgliedschaft ist dafür gar nicht notwendig. „Die Philosophie war immer: kein Verein, keine Beiträge, keine Statuten“, sagt Wilhelm Kleingrieß. Jeden Monat organisiert jemand eine kleine und eine große Wanderung. Jeden zweiten Sonntag treffen sich die Wanderfreunde am Vredener Busbahnhof – früher um 8 Uhr, inzwischen um 9 Uhr. „Wer morgens da ist, läuft mit“, so das einfache Prinzip.

Einmal im Jahr stehen auch Wanderurlaube an. Dafür ging es schon in den Harz, die Sächsische Schweiz, den Westerwald, das Sauerland oder auch nach Mallorca. Auch hier hat sich altersbedingt einiges getan. „Früher haben wir alles möglichst günstig gehalten und sind selber mit dem Pkw angereist“, erzählt Wilhelm Kleingrieß.

„Zur Not auch mit Rollator“

Heute legen die Wanderfreunde Wert auf gute Hotels und Restaurants und fahren mit dem Bus. Auch weil viele nicht mehr gerne so lange Strecken mit dem Auto fahren.

Doch auch wenn die ersten Mitglieder der Gruppe inzwischen über 70 sind – sie wollen weiter wandern. „Solange wir laufen können, zur Not auch mit Rollator“, sagt Agnes Kleingrieß lachend.

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