Ausstellung des Kunst- und Kulturkreises Berkelkraftwerk zeigt Plastiken von Mirjam Veldhuis

Niederländerin stellt aus

Seit Samstag haben die vielen Spiegel in dem leerstehenden Geschäft in der Straße Zur Synagoge 2 in der Vredener Innenstadt wieder Arbeit. Sie spiegeln die vielen Ansichten der keramischen Plastiken von Mirjam Veldhuis aus Statskanaal bei Groningen in den Niederlanden wieder.

VREDEN

, 02.10.2016, 19:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ausstellung des Kunst- und Kulturkreises Berkelkraftwerk zeigt Plastiken von Mirjam Veldhuis

Genaues Hinschauen lohnt sich bei der Ausstellung des Kunst- und Kulturkreises Berkelkraftwerk.

Bernd Sikora, Vorsitzender des Kunst- und Kulturkreises Berkelkraftwerk, eröffnete die Ausstellung unter dem Titel "Grenzgänger" in Anwesenheit der 55-jährigen Künstlerin.

"Der Verein ist seit zwei Jahren auf Wanderschaft. Das ist auch ein Thema in der Musik und in der Kunst. In dieser Ausstellung ist es die Wanderschaft zwischen der traditionellen Keramik mit funktionalem Anspruch und der Plastik", so Sikora.

Abstrakte Arbeiten

Mirjam Veldhuis arbeitet vollkommen abstrakt. Sikoras Lieblingsfarbe Türkis zog ihn und die Besucher der Vernissage zu zwei größeren Plastiken, betitelt "Momo" und "Ferdinand". "Die Namen haben nichts zu tun mit irgendwelchen literarischen Figuren", schränkte Bernd Sikora das Feld der Assoziationen ein. Eine andere, mittelgroße Gruppe von Arbeiten entzündete ebenfalls seine Begeisterung. Diese Arbeiten entstanden 2009 in Japan, als Veldhuis im Rahmen eines Stipendiums drei Monate dort leben und arbeiten konnte.

Die Titel waren der Künstlerin nicht so wichtig. Jeder solle eigene Vorstellungen entwickeln beim Betrachten der Arbeiten, ergänzte sie später. Mirjam Veldhuis’ Kunst überzeugte in erster Linie durch die Wucht des Materials. Es waren überwiegend geschlossene, kompakte Körper, die sie aus dem leicht formbaren Material herausgeknetet hat. "Ich lasse mich und meine Fantasie laufen mit dem Material", bestätigte sie diesen Eindruck.

Assoziationen geweckt

Das Kontrastprogramm dazu bildeten einige eher filigrane Arbeiten, die, wohl dosiert, an der Wand hingen oder auf halbhohen Sockeln ruhten. Auch da spürte man die Bewegung des Materials, die Hände von Veldhuis, die sich mit und ohne Werkzeug in das Material gegraben haben.

"Beim Arbeiten entstand dieses Detail, das mich seitdem verfolgt", verwies Veldhuis lächelnd auf eine kleine Stelle an einer Plastik. Assoziationen eines Wurmes, der sich aus einem Apfel hineinfrisst, drängten sich auf.

Buntes Farbenspiel

Ihr Aufenthalt in Japan war vor allem in technischer Hinsicht prägend für die Künstlerin, die an der Akademie Minerva in Groningen die Ausbildung zur Keramikerin genossen hat. "Das reduzierende Brennen mit einem Gasofen habe ich erst in Japan kennengelernt. Kupferfarben werden rot statt grün wie in meinem elektrischen Brennofen zu Hause", nannte sie ein Beispiel. Form und Farbe ergänzten sich bei Mirjam Veldhuis, denn alle Plastiken waren glasiert, mal hochglänzend, dann wieder matt. Genau dieses Farbenspiel leuchtete in den Spiegeln des ehemaligen Geschäfts um die Wette.

Die Ausstellung ist bis zum 3. Dezember im Haus Zur Synagoge 2 zu sehen. Öffnungszeiten: Sa 11 bis 13 Uhr, So 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung unter Tel. 33551.

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