"Bäuerlichen Bürgerwindpark" vorgestellt

Große Resonanz

Auf großes Interesse stieß die Veranstaltung zum Thema „Der Bäuerliche Bürgerwindpark – ein Wertschöpfungs- und Akzeptanzmodell für den ländlichen Raum“ in der Gaststätte Kerkhoff. Matthias Temminghoff vom Landwirtschaftlichen Ortsverein Vreden hieß am Mittwoch rund 200 Besucher, darunter viele Landwirte, Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch und Joachim Hartmann von der Stadt Vreden, willkommen.

VREDEN

von Von Anne Rolvering

, 03.03.2012, 06:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Matthias Temminghoff vom Landwirtschaftlichen Ortsverein Vreden hieß rund 200 Interessierte willkommen, darunter auch Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch.

Matthias Temminghoff vom Landwirtschaftlichen Ortsverein Vreden hieß rund 200 Interessierte willkommen, darunter auch Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch.

Zunächst referierte Heinz Thier von der Landwirtschaftlichen Buchstelle Münster. Die Landwirte stellten den Raum zur Verfügung und die Bürger sorgten für Akzeptanz, so der Referent. „Wir reden heute von Windenergiemodellen mit 135 bis 149 Meter Nabenhöhe – das sehen alle – daher muss man den Bürgern die Sorgen und Ängste nehmen“ hob Heinz Thier hervor. Nachbarschaftsstreit werde durch eine gezielte Planung vermieden. Wichtig sei, dass mögliche Standorte nicht fremd verpachtet würden, damit die Wertschöpfung in der Region bleibe.

Viele Windkraftprojekte seien in der Vergangenheit im Naturschutz stecken geblieben, daher müssten nun der Artenschutz und die regenerativen Energien in Einklang gebracht werden. In diesem Zusammenhang verwies er auf den Windenergieerlass von NRW, mit einem jetzigen Anteil von drei Prozent Windkraft innerhalb des Gesamtstroms, der auf mindestens 15 Prozent im Jahr 2020 gesteigert werden solle. Die Kommunen gäben die Empfehlungen für die Flächennutzungsbezirke und hätten die Planungshoheit in Bezug auf die Standortanalyse und die Flächensicherung. „Bei einem Windpark rechnet man mit einer vierjährigen Genehmigungszeit und einer Bauzeit von drei Monaten. Wir empfehlen bei einem Windpark – wegen der optisch bedrängenden Wirkung – eine Entfernung von 500 Metern zum Wohnhaus“, erläuterte Thier.

Der Fahrplan zu einem Windpark beinhalte die Sondierung geeigneter Bereiche, eventuell eine gutachterliche Vorprüfung, Gespräche mit benachbarten Landwirten zur Gründung einer Entwicklungsgesellschaft, Abstimmungsgespräche mit der Kommune und Anträge an die Bezirksregierung. „Jeder, der sein Grundstück für einen Windpark zur Verfügung stellt, erhält eine Grundstücksnutzungsvergütung – unterschreiben Sie in diesem Zusammenhang bitte keine Verträge mit Maklern. Die Planung sollte von Landwirten und Eigentümern in Zusammenarbeit mit der Kommune und den Bürgern erfolgen. Dann können Sie die optimale Umsetzung zur Wertschöpfung in der Region erzielen“, riet der Referent.

 Im Anschluss an das Referat von Heinz Thier erläuterte Joachim Hartmann, Fachbereichsleiter bei der Stadt Vreden, das planerische Vorgehen zur Entstehung eines Windparks in Vreden, das sich am Modell von Heinz Thier orientierte. „In Vreden gibt es ein Planungskonzept für fünf Windkraftzonen, die sich im nördlichen Stadtgebiet befinden, als Empfehlung zur Ausweisung von Konzentrationszonen“, machte Hartmann die aktuelle Situation deutlich. Er stimmte Heinz Thier zu, dass es in Bezug auf den Artenschutz vorher umfangreiche Untersuchungen geben müsse, damit das Projekt nicht daran scheitere. Über den Artenschutz und die wirtschaftliche Umsetzung eines Windparkes entwickelte sich im Anschluss eine lebhafte Diskussion der Veranstaltungsteilnehmer. „Wir empfehlen den Landwirten, sich in Gruppen zusammenzuschließen und Risikokapital zu bilden, in Zusammenarbeit mit Betroffenen in der Nachbarschaft und mit weiteren Interessierten“, hob Heinz Thier hervor und stellte ein Finanzierungsmodell vor. Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch bewertete die Informationsveranstaltung zum „Bäuerlichen Bürgerwindpark“ abschließend sehr positiv und Matthias Temminghoff bedankte sich bei allen Teilnehmern und kündigte an, dass man sich weiter mit dem Thema beschäftigen werde.

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