Bauerngolf: Ein Profi gibt vor der offenen Deutschen Meisterschaft in Zwillbrock Tipps

mlzGolfen auf der Wiese

Was für die einen Spaß ist, ist für die anderen eine Sportart. Die Rede ist vom Bauerngolf, das auf einer Kuhwiese gespielt wird. In Zwillbrock wird nach dem Deutschen Meister gesucht.

Vreden

, 24.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Der kleine gelbe Ball liegt vor mir auf der Wiese. Ich starre ihn an, fixiere ihn. Dann hole ich aus und schlage zu, kräftig. Glaube ich zumindest. Doch der Ball bewegt sich nur wenige Meter nach vorne. Offenbar habe ich ihn nicht richtig getroffen. Ich schaue zur Seite. Bei Alfons Beuting sieht dieses Bauerngolfen doch so einfach aus. Zeit, sich ein paar Profi-Tipps von ihm zu holen

Profi-Tipp Nummer 1: Der richtige Schläger ist der falsche Fuß

Zunächst einmal soll ich mir einen Schläger aussuchen. Für mich sehen die alle gleich aus: ein kleiner bunter Holzschuh an einem langen Stiel. Doch es gibt Unterschiede, wie mir Alfons Beuting erklärt. „Es gibt linke und rechte Schuhe. Ich bin Rechtshänder, nehme aber gerne einen linken Schuh.“ Dann sei es einfacher, den Ball richtig von unten zu treffen. Linkshänder sollten sich demnach also für einen rechten Schuh am Stiel entscheiden.

Profi-Tipp Nummer 2: Haltung bewahren

„Der Schlag muss aus der Schulter kommen“, sagt Alfons Beuting und zeigt, wie es richtig geht. Die starke Hand, die Schlaghand muss weiter unten am Stiel greifen. Dann breitbeinig vor den Ball stellen und ausholen. „Wichtig ist, dass man dabei den Oberkörper nicht mitdreht. Sonst geht der Ball direkt in die falsche Richtung.“

Bauerngolf: Ein Profi gibt vor der offenen Deutschen Meisterschaft in Zwillbrock Tipps

Beim Einlochen brauchen auch die Profis die meisten Schläge. © Markus Gehring

Leichter gesagt als getan. Auch beim dritten Schlag will mir das gerade Schießen noch nicht so richtig gelingen. „Das braucht wirklich Übung, das kann man nicht von heute auf morgen“, gibt Alfons Beuting zu. Er selber habe auch rund zwei Jahre gebraucht, bis er mit den Profi-Spielern aus den Niederlanden mithalten konnte.

Profi-Tipp Nummer 3: Treffen will gelernt sein

Irgendwann habe ich den Dreh halbswegs raus. Zumindest schaffe ich mit einem Schlag nun größere Distanzen. Das mit der Richtung klappt aber immer noch nicht so richtig gut. Alfons Beuting weiß auch, warum: „Du musst den Ball mit der richtigen Stelle des Schlägers treffen. Das ist der hintere, gerade Teil.“

Fehler erkannt, ich habe bislang einfach mit der Mitte des Holzschuhs auf den Ball gezielt. Dort ist der Schuh jedoch leicht gewölbt. Eigentlich logisch, dass der Ball dann nicht gerade fliegen kann. Doch in der Theorie ist das irgendwie einfacher als in der Praxis.

Profi-Tipp Nummer 4: Nur Fliegen ist schöner

Wenn man all das richtig macht - das mit der Haltung und dem Treffen - dann fliegt der Ball in einer formschönen Kurve über das Feld. So kann ich es zumindest bei Alfons Beuting beobachten. Mein Ball hingegen hüpft eher über die Wiese. Er bleibt an Bodenwellen und Kuhfladen hängen.

„Tja, deswegen ist es ja Bauerngolf“, witzelt Alfons Beuting. Eine geebnete Fläche gibt es nicht, hier ist alles Natur. Auch die Kühe, die sich durchaus mal in die Schussbahn verirren können.

Echte Profis bringen den Ball deswegen zum Fliegen. Beim Einlochen in das Loch im Boden geht das aber natürlich nicht mehr. „Da werden immer die meisten Schläge gebraucht, auch bei den Profis“, weiß Alfons Beuting.

Offene Deutsche Meisterschaft im Bauerngolf

Bauerngolf: Ein Profi gibt vor der offenen Deutschen Meisterschaft in Zwillbrock Tipps

Hendrik (l.) und Alfons Beuting organisieren die offene Deutsche Meisterschaft im Bauerngolf. © Markus Gehring

  • Die offene Deutsche Meisterschaft im Bauerngolf findet am Sonntag, 25. August, auf der Anlage des Irrgartens, Zwillbrock 55, statt.
  • Anmelden können sich sowohl Profis als auch Hobby-Spieler. Bei den Amateuren haben sich die Organisatoren Alfons und Hendrik Beuting einen Spaß erlaubt. Das höchste Preisgeld bekommen nicht die Sieger, sondern die Drittplatzierten.
  • Teams müssen aus drei bis vier Personen bestehen. Erwachsene Teams zahlen ein Startgeld in Höhe von 60 Euro, Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren zahlen 30 Euro.
  • Anmeldungen sind auf der Internetseite des Irrgartens und über einen Flyer möglich, der zum Beispiel beim Stadtmarketing im Kult, Kirchplatz 14, ausliegt.
  • Haupt-Sponsoren sind die SVS und das Unternehmen Agasaat.
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