Die Schilder hat der Kreis Borken schon im Frühjahr 2020 überall aufgehängt. Beachtet werden sie, so die Beobachtungen der Mitarbeiter der Biologischen Station Zwillbrock, von zu vielen Besuchern nicht. Zu wenig Abstand, zu viele Autos und zu viel Müll im Naturschutzgebiet sind zu einem Problem geworden. © Kreis Borken
Coronavirus

Besucher müssen Abstand halten, sonst wird das Zwillbrocker Venn gesperrt

Zu viele Besucher stehen in den Aussichtskanzeln, Autos werden einfach irgendwo geparkt und Müll liegt herum im Naturschutzgebiet. Den Verantwortlichen reicht‘s: Sperrung nicht ausgeschlossen.

Eine wunderschöne Vennlandschaft, prima Wanderwege – und mittendrin als Hingucker die Flamingos: Das Zwillbrocker Venn bei Vreden gehört ohne Zweifel zu den schönsten Ecken im Kreis Borken und zieht deswegen auch viele Besucher an – gerade in Zeiten der Corona-Pandemie, in denen andere Ausflugsziele geschlossen sind.

Zu viele der Besucher halten sich nicht an Regeln

Das Problem: Viele der bei schönem Wetter am Wochenende viele tausende zählenden Besucher halten sich nicht an die Regeln, die zum einen in der Natur und zum anderen in Zeiten von Corona gelten.

Weil Spaziergänger und andere Gäste nicht genügend Abstand halten, mitunter dicht gedrängt auf den Aussichtskanzeln stehen, obendrein noch parken, wo es verboten ist, und ihren Müll liegen lassen, haben sich die fürs Venn zuständigen Behörden und die Verantwortlichen der Biologischen Station zusammengesetzt.

Ihr Fazit: Wenn sich die Gäste des Zwillbrocker Venns nicht besser an die Vorschriften halten, müsse man überlegen, ob der Zugang zu dem Naturschutzgebiet nicht gesperrt werden müsse.

Vredener Ordnungsamt kündigt verstärkte Kontrollen an

Bereits zum zweiten Mal haben sich am Dienstag (4. Mai) die Stadt Vreden und der Kreis Borken als Ordnungsbehörden, die Bezirksregierung Münster als Vertreter des Eigentümers, dem Land, sowie der Geschäftsführer der Biologischen Station Zwillbrock, Dr. Dietmar Ikemeyer, bei einer Online-Besprechung über das Problem unterhalten.

Dabei habe die Stadt Vreden zugesagt, wie schon am 1. Mai, verstärkt Kontrollen vorzunehmen. Wenn diese – wie auch der Appell der Verantwortlichen – nicht helfen, müsse man das Venn vorübergehend schließen, so die übereinstimmende Auffassung der Behörden.

Wie Dr. Ikemeyer im Gespräch mit der Redaktion betont, sei nicht die Zahl der Besucher das eigentliche Problem. Durch den ausgedehnten Rundweg, die Sichtschutzkanzeln und andere technische Einrichtungen sei die Natur auch von einer – wie jetzt – großen Zahl von Besuchern ausreichend geschützt. „Das Venn verträgt die Leute“, sagt der Biologe. „Und wir wollen ja auch den Tourismus.“

„Wir sind jeden Tag im Venn und sehen, was da los ist“

Aber zu viele Gäste hielten sich derzeit einfach nicht an Coronaregeln, etwa auf den Aussichtskanzeln und auf Wegen. Zudem sei wegen der Pandemie die Gastronomie geschlossen, weswegen es auch an öffentlich zugänglichen Toiletten fehle. Auch ließen viele Besucher einfach ihren Müll zurück. „Wir sind jeden Tag im Venn und sehen, was da los ist“, sagt Ikemeyer.

Vor gut 15 Jahren, da habe man mal an einem besonders gutbesuchten Tag die Gäste im Venn gezählt, sagt er. „Damals waren das rund 4000. Das können Sie aktuell bei schönem Wetter glatt verdoppeln.“

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