Besuchsverbot verlängert: Wieder neue Corona-Fälle im Vredener Krankenhaus

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Vier neue Coronafälle sind im Marien-Hospital Vreden aufgetreten. Das hat das Klinikum am Freitag bestätigt. Grund zur Panik sei das nicht, dennoch ist an einen Normalbetrieb nicht zu denken.

Vreden

, 23.10.2020, 14:43 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Ergebnisse der weiteren Testungen auf das Corona-Virus bei Patienten im Vredener St. Marien-Hospitals liegen vor: Wie das Klinikum Westmünsterland am Freitag mitteilte, sind vier weitere positive Befunde aufgetreten. Damit sind nun insgesamt 13 Personen, vier Mitarbeiter und neun Patienten, im Umfeld des Marienhospitals Vreden mit dem Corona-Virus infiziert.

Erstmals auch weitere Stationen betroffen

Neu ist dabei, dass jetzt neben der Station für innere Medizin auch zwei weitere Bereiche des Vredener Krankenhauses betroffen sind: die Geriatrie und die Rheumatologie. Die beiden Patienten der internistischen Station hätten bei der ersten Testung noch einen negativen Befund gehabt. Erst bei einer erneuten Testung sei das Ergebnis positiv gewesen. Im Rahmen dieser Testreihe wurden auch die beiden zusätzlichen Infektionen festgestellt.

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Wie Tobias Rodig, Pressesprecher des Klinikums, im Gespräch mit unserer Redaktion erklärte, seien die Patienten der internistischen Station bereits auf die Isolierstation im Ahauser Marienkrankenhaus verlegt worden. Die zwei anderen Fälle seien zurzeit noch in Vreden, sollen aber auch nach Ahaus verlegt werden. „Wir wollen im Klinikverbund ja alle Fälle aus Vreden, Stadtlohn und Ahaus in der Ahauser Isolierstation zusammenfassen“, sagte er.

Klinikum weiter auf der Suche nach den Infektionsketten

Völlig offen ist derweil noch die Infektionskette, über die sich das Virus im Vredener Krankenhaus verbreitet hat: „Wir prüfen das gerade“, erklärt Tobias Rodig, Pressesprecher des Klinikums, im Gespräch mit unserer Redaktion.

Die Zusammenhänge müssten nun nachverfolgt werden. Noch sei nicht bestätigt, dass die Infektionen auf den unterschiedlichen Stationen miteinander im Zusammenhang stehen. „Wir gehen aber zur Sicherheit erst einmal davon aus“, erklärt er weiter.

Bis auf weiteres gilt für das Vredener Marien-Hospital ein Aufnahmestopp und Besuchsverbot. Wie lange diese Regel Bestand hat, kann im Moment noch niemand sagen.

Bis auf weiteres gilt für das Vredener Marien-Hospital ein Aufnahmestopp und Besuchsverbot. Wie lange diese Regel Bestand hat, kann im Moment noch niemand sagen. © Bernd Schlusemann

Der Aufnahmestopp und das Besuchsverbot für das Krankenhaus in Vreden gelten erst einmal weiter. Gerne wäre das Klinikum am Vredener Standort so schnell wie möglich zu einem Normalbetrieb zurückgekehrt, heißt es vom Kliniksprecher weiter.

Wann das aber nun soweit ist, könne er im Moment aber noch nicht seriös abschätzen. „Das hängt jetzt auch davon ab, was weiter passiert“, sagt er. So laufe gerade eine neue Testung für das gesamte Klinikpersonal in Vreden. Deren Ergebnisse werden in den nächsten Tagen erwartet.

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Grund zur Panik gebe es durch die neuen Ergebnisse allerdings auf keinen Fall. „Die Ergebnisse zeigen ja auch, dass unsere Vorsichtsmaßnahmen greifen“, erklärt er. Mit den nun weiter geltenden Einschränkungen stoße das Klinikum sowohl bei Mitarbeitern als auch bei Patienten und Angehörigen auf großes Verständnis.

Aktuell (Stand: Freitag, 23. Oktober, 14.30 Uhr) werden im Ahauser Marienkrankenhaus zwölf Patienten mit einer Covid-19-Infektion behandelt: neun auf der Isolierstation, drei auf der Intensivstation. Weitere Kapazitäten könnten auch kurzfristig noch geschaffen werden.

Jeder muss mit Verhalten helfen, das Virus einzudämmen

Auch wenn der Klinikverbund noch weit davon entfernt sei, an die Grenze zu einem Versorgungsengpass zu stoßen, mahnt Tobias Rodig dennoch zu allgemeiner Vorsicht: „Die Menschen auch außerhalb des Krankenhauses müssen sich an die Vorschriften gegen eine Ausbreitung des Coronavirus‘ halten“, sagt er.

Schließlich würden Patienten erst mit einigem Zeitverzug ins Krankenhaus kommen. Wenn also auch außerhalb des Krankenhauses die Infektionszahlen weiter steigen würden, sei es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Zahl der Patienten steige. „Jeder muss mit seinem Verhalten dazu beitragen, das Virus einzudämmen“, erklärt er.

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Den Anfang hatte die Entwicklung im Vredener Krankenhaus am Freitagabend (16.10) genommen: Da war bei einer Patientin auf der Station für Innere Medizin ein Corona-Test im Rahmen ihrer Entlassung positiv ausgefallen.

Als Konsequenz daraus wurden am Wochenende mehr als 70 Patienten und Mitarbeiter getestet. Die Ergebnisse kamen dann am Montag (19.10) und Dienstag (20.10). Insgesamt acht Personen – vier Patienten und vier Mitarbeiter – wurden positiv getestet.

Seither gilt am Vredener Krankenhaus sowohl ein Aufnahmestopp als auch ein Besuchsverbot. Bisher hatte sich das Infektionsgeschehen auf eine Station konzentriert.

Die sollte zunächst „leerlaufen“: Das heißt, dass zunächst alle Patienten zu Ende behandelt und entlassen werden, bevor neue Patienten aufgenommen werden.

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