Beweise reichen nicht aus für eine Verurteilung - Freispruch

Vergewaltigungsprozess

Mit einem Freispruch aus Mangel an Beweisen endete am Dienstag ein Prozess vor der Schöffengerichtskammer am Amtsgericht in Ahaus. Ein 45-jähriger Vredener war wegen Vergewaltigung seiner geschiedenen Ehefrau angeklagt.

VREDEN

, 28.07.2015, 14:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Beweise reichen nicht aus für eine Verurteilung - Freispruch

In der Anklageschrift hatte die Staatsanwaltschaft dem gebürtigen Chinesen zwei Vergewaltigungen im Zeitraum zwischen 2007 und 2013 vorgeworfen, wobei sich die erste Tat im Jahr 2007 in Vreden und die zweite im Herbst 2013 in Dormagen ereignet haben sollen. Die Ex-Frau des Angeklagten hatte beide Fälle aber erst Ende 2013 zur Anzeige gebracht.

Angeklagter schweigt

Der Angeklagte wies in der Verhandlung die Vorwürfe als unwahr zurück, wollte sich aber nicht weiter zur Sache äußern. Auch die geschiedene 37-jährige Ehefrau, die sich vor Gericht als Nebenklägerin vertreten ließ, zog es vor, im Gerichtssaal zu schweigen. Sie machte von ihren Recht Gebrauch, als Ex-Ehefrau die Aussage zu verweigern.

Eine Richterin, die die Nebenklägerin nach ihrer Anzeige in Dormagen befragt hatte, schilderte in ihrer Aussage, dass das Ehepaar früher ein Restaurant betrieben und auch nach der Scheidung zwei, drei Jahre lang zusammen gelebt habe. Dabei soll es zu mehreren Übergriffen durch den Angeklagten gekommen sein. Wann diese Übergriffe stattgefunden haben sollen und auch weitere Einzelheiten dazu habe sie nicht ermitteln können.

Die zweite Tat soll sich im Herbst 2013 in der neuen Wohnung der Frau in Dormagen abgespielt haben, als der Beschuldigte seine Tochter besuchen wollte. Dabei soll er zusammen mit seinem Sohn und einem Verwandten die Wohnung in Beschlag genommen.

Beweise reichen nicht

Diese Zeugenaussage als einziges Beweismittel reichte dem Staatsanwalt nicht, um dem Beschuldigten die ihm zu Last gelegten Sexualdelikte nachweisen zu können, er plädierte daher am Ende auf Freispruch. Auch die Verteidigung sah den Schuldnachweis als nicht erwiesen an und forderte in ihrem Plädoyer ebenfalls Freispruch für den Angeklagten. Das Schöffengericht schloss sich nach kurzen Beratung mit seinem Urteil diesen Rechtsauffassungen an. 

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