Darum verlässt Biogas-Pionier PlanET mit 150 Mitarbeitern Vreden

mlzUnternehmen zieht um

Das Unternehmen PlanET hat seinen Ursprung in Vreden. Hier wurde es gegründet, hier hat es seit 20 Jahren seinen Hauptstandort. Jetzt verlässt der Biogas-Pionier Vreden.

Vreden

, 11.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Biogasanlagen-Hersteller PlanET verlässt Vreden. Das ist am Donnerstag bekannt geworden. Das Vredener Unternehmen plant einen Umzug nach Gescher.

„Wir sind in einer starken Wachstumsphase. Für eine Erweiterung passt das Grundstück in Gescher einfach besser“, sagt Roland Becker, Prokurist bei PlanET im Gespräch mit der Redaktion. In Vreden an der Straße Up de Hacke befindet sich das Unternehmen derzeit in drei separaten Gebäuden. „Das ist nicht optimal. Dadurch leidet die Zusammenarbeit und die Kommunikation“, so Roland Becker. Deswegen gebe es seit einiger Zeit Pläne für eine Erweiterung.

PlanET war kurzfristig auf der Suche nach großem Grundstück

Geschäftsführer Jörg Meyer zu Strohe sei schon vor Monaten auf die Stadt Vreden zugekommen, erzählt auch Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch. „Das Unternehmen war kurzfristig auf der Suche nach einem 14.000 bis 15.000 Quadratmeter großen Grundstück“, so Holtwisch. Das konnte die Stadt Vreden aber nicht so ohne weiteres anbieten. „Alle Grundstücke im Industriegebiet Gaxel und im Gewerbegebiet Nord sind vergeben oder anderen Unternehmen zugesagt.“

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Dennoch habe die Stadt in mehreren Gesprächen mit PlanET an Lösungen gearbeitet. Erst vor einer Woche habe die Stadt angeboten, eine Fläche südlich des Industriegebietes Gaxel planerisch schnell voranzutreiben. „Das wäre aber auch nicht in zwei, drei Monaten möglich gewesen. Da sprechen wir eher von einem Jahr“, sagt Christoph Holtwisch.

PlanET-Geschäftsführer macht Nägel mit Köpfen

Im nichtöffentlichen Teil des Bauausschusses am Mittwochabend zeigte er sich dennoch positiv. Er berichtete den Kommunalpolitikern von den laufenden Gesprächen und der Suche nach Lösungen. Zeitgleich jedoch machte PlanET-Geschäftsführer Jörg Meyer zu Strohe in Gescher Nägel mit Köpfen.

Er stellte im nichtöffentlichen Teil des Rates in Gescher seine Pläne vor. Ein Finanzierungspartner kauft eine 14.000 Quadratmeter große Fläche an der Schildarpstraße, bebaut sie und vermietet das Gebäude langfristig an das Vredener Unternehmen. Der Rat in Gescher hat dem Vorhaben zugestimmt. Jetzt werden die Verträge vorbereitet.

Darum verlässt Biogas-Pionier PlanET mit 150 Mitarbeitern Vreden

PlanET-Geschäftsführer Jörg Meyer zu Strohe © privat

Am Donnerstagmittag informierte Jörg Meyer zu Strohe den Vredener Bürgermeister, dass der Umzug nach Gescher feststeht. „Wir bedauern das sehr. PlanET ist ein spannendes Unternehmen, das wir gerne in Vreden gehalten hätten“, kommentiert Christoph Holtwisch gegenüber der Redaktion. Und weiter: „Wir bedauern den Verlust der Arbeitsplätze in Vreden und natürlich auch der Gewerbesteuer. Aber das ist nicht das wichtigste. Die Unternehmensstruktur in Vreden entwickelt sich gut und es gibt auch Unternehmen, die aus anderen Städten nach Vreden ziehen.“

Direkte Anbindung an die Autobahn spricht für Gescher

Auch für das Unternehmen PlanET war der Umzug keine leichte Entscheidung. „Als Vredener Unternehmen geht man nicht einfach so aus Vreden weg. Aber als internationales Unternehmen spielt für uns die Verkehrsanbindung eine große Rolle. Die ist mit der Autobahn in direkter Nähe in Gescher einfach optimaler“, erklärt Roland Becker.

Vor zehn Jahren hatte PlanET übrigens die Möglichkeit, in Vreden zu erweitern. „Das Unternehmen hat ein 16.000 Quadratmeter großes Grundstück im Gewerbegebiet Nord gekauft mit einer Bauverpflichtung bis 2010, die mehrfach verlängert wurde, am Ende bis 2014. Weil dann immer noch nicht gebaut wurde, hat die Stadt ihr Wiederkaufsrecht ausgeübt“, erzählt Bürgermeister Christoph Holtwisch.

150 Mitarbeiter sollen mitgenommen werden

Das bestätigt auch Roland Becker. „Wir konnten das damals aus verschiedenen Gründen nicht in Anspruch nehmen. Der deutsche Markt ist damals deutlich geschrumpft. Deswegen machte eine Erweiterung zu diesem Zeitpunkt keinen Sinn. Inzwischen haben wir uns international ausgerichtet und befinden uns in einer Wachstumsphase“, so der Prokurist.

Die 150 Mitarbeiter am Standort Vreden wurden am Donnerstag über den bevorstehenden Umzug informiert. „Wir möchten alle Mitarbeiter mitnehmen und einbinden in die Gestaltung des neuen Gebäudes in Gescher“, sagt Roland Becker. Der Umzug ist derzeit für Mitte 2021 geplant.

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