Willi Übbing hat vieles versucht, um einen Termin für die Auffrischungs-Impfung zu bekommen. © Victoria Garwer
Coronavirus

Booster-Impfung: Hausärztin kann 74-Jährigem erst im März Termin anbieten

Eigentlich könnte sich Willi Übbing Ende November zum dritten Mal gegen das Corona-Virus impfen lassen. Könnte - eine Nachfrage bei seiner Hausärztin ergab, dass diese erst im März einen Termin für ihn frei hat.

Willi Übbing möchte sich ein drittes Mal gegen das Coronavirus impfen lassen. Einen Termin zu bekommen, war für ihn jedoch nicht so einfach. Zur Not würde er auch mehr als 50 Kilometer fahren.

Dass er und seine Frau sich ein drittes Mal gegen das Coronavirus impfen lassen, war für Willi Übbing gar keine Frage. „Natürlich machen wir das, da gibt es überhaupt keinen Zweifel“, sagt der Vredener. Damit er noch vor Weihnachten die Auffrischungs-Impfung bekommt, würde er sogar bis nach Wesel fahren.

Mehr als 50 Kilometer sind das von Vreden aus, fast eine Stunde Fahrt. Willi Übbing hatte sich das auch anders vorgestellt, schließlich lief es bei der ersten und zweiten Impfung für den 74-Jährigen total problemlos. „Das war im Impfzentrum, das hat alles super funktioniert“, erinnert er sich.

Doch das Impfzentrum gibt es nicht mehr, deswegen hat er sich jetzt an seine Hausärztin gewandt – so wie es alle offiziellen Stellen empfehlen. „Sie konnte mir aber erste Mitte März einen Termin anbieten“, sagt Willi Übbing. Das war dem 74-Jährigen jedoch zu spät.

Ende November sind die sechs Monate nach der Zweitimpfung vorbei und vor Weihnachten hätte er gerne den zusätzlichen Piks, um sich selbst und Familienmitglieder bestmöglich zu schützen.

Hausarzt kann erst Termin im März anbieten

Willi Übbing rief daraufhin andere Hausärzte in Vreden an und fragte nach einer Impfung. Tatsächlich hätte er sich dort teilweise deutlich früher impfen lassen können. „Aber dann kam die Aussage, dass sie nur die eigenen Patienten impfen. Das ist ja auch total verständlich“, sagt der Vredener.

Seinen nächsten Versuch startete er über den telefonischen Patientenservice 116 117. Dort verwies man ihn an eine Internetseite, auf der die Angebote der Kassenärztlichen Vereinigungen aufgelistet sind. Willi Übbing klickt sich durch bis zu einer Seite mit der Adresse www.coronaimpfung.nrw.

Dort sind nicht nur Hausärzte aufgelistet, die Coronaimpfungen für alle anbieten, sondern zum Beispiel auch Gynäkologen oder HNO-Ärzte. Das Problem: Der Kreis Borken taucht auf dieser Internetseite nicht auf. „Am nächsten dran war Wesel. Also habe ich dort einfach die erstbeste Praxis auf der Liste angerufen und habe direkt für Ende November einen Termin bekommen“, sagt Willi Übbing.

Viele verschiedene Angebote im Internet

Was er zu diesem Zeitpunkt nicht weiß: Die Adresse der Internetseite klingt zwar sehr offiziell nach Land NRW, es ist aber tatsächlich ein Angebot der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Der Kreis Borken gehört jedoch zur Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe und kann dementsprechend gar nicht auf dieser Internetseite auftauchen.

Die Ärzte im Kreis Borken, die auch praxisfremde Patienten impfen, sind stattdessen unter der Adresse www.corona-kvwl.de zu finden. In Vreden gibt es nach diesen Angaben kein einziges solches Angebot, in Stadtlohn oder Ahaus aber sind Praxen aufgeführt.

Willi Übbing und seine Frau fragen sich, wer da noch durchblicken soll. „Das ist alles total schlecht organisiert. Ein Chaos mit Ansage“, meint der 74-Jährige. Es sei ja kein Wunder, dass die mobilen Impfbusse völlig überlaufen seien.

Diese seien für ihn aber keine Option. „Das kann doch keiner verlangen, dass wir uns da mit über 70 im Winter stundenlang in eine Schlange stellen“, sagt er.

Impftermine können auch über Chayns gebucht werden

Der Kreis Borken hat wegen der großen Nachfrage nun das Angebot ausgeweitet. Die Impfteams werden im Dezember zudem auch feste Anlaufstellen in Ahaus, Gronau, Borken und Bocholt einrichten. Dort gibt es dann jeweils mehrere Tage lang die Möglichkeit, sich ohne Termin impfen zu lassen (impfen.kreis-borken.de).

Außerdem gibt es die Option, Termine digital über Chayns zu machen (corona.chayns.de). Dort stellen Arztpraxen ihre Impftermine ein, die dann jeder Interessierte buchen kann, sobald die sechs Monate nach der Zweitimpfung rum sind.

Willi Übbing möchte jetzt nochmal schauen, ob er über diese Wege zeitnah noch einen Impftermin in der näheren Umgebung bekommt. Wenn nicht, dann fährt er eben Ende November mit seiner Frau nach Wesel.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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Victoria Garwer

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