Brandserie in Vreden hält Polizei weiterhin in Atem

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Die Brandserie im Sommer 2018 beschäftigt die Polizei auch ein halbes Jahr später noch. Die Ermittlungskommission lässt sich allerdings nicht in die Karten blicken. Aus gutem Grund.

Vreden

, 09.02.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sieben bestätigte Brandstiftungen innerhalb von vier Wochen sorgten im Sommer 2018 in Vreden und Umgebung für Angst und Unruhe in der Bevölkerung. Vor allem Landwirten bereitete die Brandserie schlaflose Nächte. Denn landwirtschaftliche Betriebe wurden gleich fünf Mal Schauplatz eines Verbrechens. In den anderen beiden Fälle waren Pkw in Brand gesteckt worden.

Auch ein halbes Jahr nach den drei letzten Vorfällen – in der Nacht vom 16. auf den 17. August 2018 – beschäftigt die Polizei sich weiter mit der Brandserie, wie Polizeipressesprecher Frank Rentmeister auf Anfrage bestätigt: „Die Ermittlungskommission trifft regelmäßig zusammen, um die aktuelle Lage zu besprechen und das weitere Vorgehen zu planen.“

Die Ermittlungskommission mit dem Namen „Vrene“ wurde nach dem dritten Brand gegründet und besteht hauptsächlich aus örtlichen und auswärtigen Kriminalbeamten. „Wir haben Kollegen ausgewählt, die in diesem Bereich sehr erfahren sind“, erklärt Rentmeister. Bei Bedarf greift die Polizei außerdem auf externe Experten zurück.

Keine genauen Infos zum Stand der Ermittlungen

Wie der genaue Stand der Dinge ist, möchte der Polizeipressesprecher allerdings nicht verraten. Aus gutem Grund: „Wir üben bei allen Brandserien Zurückhaltung, weil jede Antwort falsche Reaktionen bei dem Täter beziehungsweise den Tätern hervorrufen könnte“, so Rentmeister.

Seine These: Wenn die Polizei behauptet, dem Täter auf der Schliche gekommen zu sein, könnte er sein Vorgehen ändern. Andersherum könnte er in einem Gefühl der Sicherheit erneut zuschlagen, wenn die Polizei einräumt, im Dunkeln zu tappen. „Mit jeder Auskunft könnten wir unser Ermittlungsergebnis gefährden“, sagt der Polizeipressesprecher. Es gibt jedoch auch Ausnahmen von der Regel. „Wenn die Polizei auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen ist, müssen wir damit zwangsläufig an die Öffentlichkeit gehen“, so Rentmeister.

Suche nach Hinweisen läuft ins Leere

So veröffentlichte die Pressestelle der Polizei am 7. August 2018 Beschreibungen von mehreren Personen, die in der Nähe von Tatorten gesichtet wurden. Die Suche nach Hinweisen war allerdings nicht von Erfolg gekrönt. „Wir konnten sie bis heute nicht identifizieren“, so Rentmeister. Auch die Untersuchung eines Zweikammer-Benzinkanisters, der bei dem Pkw-Brand in Ammeloe am Tatort sichergestellt worden war, brachte keine weiteren Erkenntnisse.

Wie es mit der Ermittlungskommission „Vrene“ weitergeht, ist nach aktuellen Stand der Dinge ungewiss. Frank Rentmeister versichert aber: „Auch wenn wir sie irgendwann auflösen, heißt es nicht, dass wir nicht weiter ermitteln. Wenn neue Hinweise kommen, sind wir sofort wieder zu 100 Prozent da.“

Info zur Brandserie 2018: 26. Juli: Scheunenbrand in Ottenstein-Hörsteloe 27. Juli: Pkw-Brand in Ammeloe 28. Juli: Scheunenbrand in Ammeloe 30. Juli: Stallbrand in Köckelwick 17. August: Strohbrand in Alstätte 17. August: Scheunenbrand in Lünten 17. August: Pkw-Brand in Vreden In allen sieben Fällen geht die Polizei von Brandstiftung aus. Ein Zusammenhang zwischen den Taten liegt auf der Hand, lässt sich bisher allerdings nicht beweisen.
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