Bürger sollen sich in Agrarpolitik einmischen

Ausstellung gibt Anreiz

„Kühe sind Wiese und Wiese ist Vielfalt und Kultur“ lautet die Bildunterschrift eines der zahlreichen Fotos der Fotoausstellung „Mensch - Macht - Milch“, die am Donnerstagabend im Vredener Rathaus eröffnet wurde.

VREDEN

von Von Denise Perrevort-Elkemann

, 07.10.2011, 12:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Ausstellung gebe der Problematik ein Gesicht und knüpfe Berührungspunkte zu den Menschen, die „nur“ Konsument seien, und nicht in die Landwirtschaft integriert. Auch der Agrarwissenschaftler und Journalist Dr. Wilfried Bommerts kritisierte in seinem Vortrag zur Frage „Kehrt der Hunger in die Welt zurück?“ die heutige Agrarpolitik. Aus seiner Sicht ist es neben dem politischen Aspekt vor allem auch der unbedachte Umgang mit Umwelt und Natur, der zu dem Dilemma von Überproduktion und Dumpingeffekten führe. Die Gründe dafür seien vielfältig. Boden, Wasser, Artenschwund und Klimawandel seien die wackeligen Säulen, auf denen die Welternte stehe. „Wir verfügen heute über 30 Prozent weniger für den Ackerbau nutzbaren Boden, 50 Prozent weniger Wasser, leiden unter 95 Prozent Artenschwund und der Klimawandel ist dabei sozusagen der unkalkulierbare Brandbeschleuniger“, erklärte der Autor. Zudem werde die Weltbevölkerung von den heutigen 6,7 Milliarden bis Mitte des Jahrhunderts auf rund 9,7 Milliarden wachsen. Und die Agrarpolitik? „Sie verschärft diese Krise durch ihre Exportsubventionen, Biospritsubventionen und Flächenprämien“, erklärte Bommert. Die Folgen dieser Politik seinen katastrophal und müssten korrigiert werden.

Brommerts Lösungsvorschläge lauteten: Moratorien für „Land Grabbing“, Biosprit, Biogas, neue, nach Klimaverträglichkeit und Größe gestaffelte Flächensubventionen, sowie Investitionen in die landwirtschaftliche Entwicklung. Die an den Vortrag anschließende rege Diskussionsrunde belegte genau das, was Bernd Schmitz bereits erwähnte: Wie wichtig und grundlegend die Stimmen der Bürger sind. dpe

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