Bürgerbegehren zum Schulcampus ist offiziell gestartet – Unterschriftenlisten liegen aus

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Jetzt sind die Bürger gefragt: Die Unterschriftenlisten zum Bürgerbegehren Widukind-Campus liegen aus. Wer unterschreibt, stimmt drei Kernpunkten zu.

Vreden

, 06.01.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Bürgerbegehren mit dem Namen Widukind-Campus ist zum Jahresanfang offiziell gestartet. „Derzeit liegen rund 30 Unterschriftenlisten in ganz Vreden und den Kirchdörfern aus“, sagt Alexander Demes, einer der Initiatoren, am Freitag. Wochenlang hat die Bürgergruppe diesen Schritt gegen den Ratsbeschluss zum Schulcampus vorbereitet, sich über Rechte und Pflichten informiert, eine eigene Variante entwickelt und schließlich drei Kernpunkte festgelegt.

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Details stehen noch nicht fest

Eines ist Alexander Demes ganz wichtig: „Wir haben unsere Variante nicht bis in jedes Kleinstdetail entwickelt. Das wäre auch gar nicht zu schaffen gewesen. Wenn es daran Kritik gibt, kann ich damit gut umgehen. Schließlich hat es die Verwaltung auch in sechs Jahren nicht geschafft, eine komplett durchgeplante Variante vorzustellen.“ Es gehe um die wesentlichen Punkte, nicht um die Lage eines jeden Fahrradständers.

Dies ist eine mögliche Variante, die die drei Hauptpunkte des Bürgerbegehrens vereint. Die Details stehen noch nicht fest.

Dies ist eine mögliche Variante, die die drei Hauptpunkte des Bürgerbegehrens vereint. Die Details stehen noch nicht fest. © privat

Wer eine der Listen unterschreibt, stimmt auch nicht direkt der vorgeschlagenen Variante der Bürgergruppe zu. „Wir haben uns stattdessen dafür entschieden, unsere drei Hauptpunkte zu nennen. Wer dem zustimmt, sollte unterschreiben“, so Alexander Demes. Diese drei Punkte, die in der Fragestellung genannt werden, sind:

  • Die Schulstraße soll – verkehrstechnisch optimiert – erhalten bleiben.
  • Im Schulzentrum soll eine zentrale Leichtathletikanlage mit Kreisbogenbahn bestehen bleiben, ohne teure Erweiterung des Sportzentrums in der Nähe es Freibades.
  • Auf den Bau einer großen Drei- beziehungsweise Vierfachhalle zwischen den Schulen soll verzichtet werden.

Mit dem Thema Schulstraße hat sich die Bürgergruppe länger beschäftigt und unter anderem eine Auswertung der Sicherheit bei der Polizei beantragt. „Nachdem die Verwaltung es trotz meines Antrages nicht gemacht hatte“, so Alexander Demes. Die Daten liegen nun vor. „Sie sind ein Beleg dafür, dass die Schulstraße schon ohne weitere Optimierung eine sichere Straße ist“, heißt es in der Pressemitteilung der Gruppe dazu.

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Tatsächlich ist es den Daten der Polizei zufolge seit 2016 zu keinem bekannten Unfall auf der Schulstraße gekommen. In den vergangenen elf Jahren waren es insgesamt fünf Unfälle. Bei vier davon blieb es bei einem Sachschaden, einmal verletzte sich ein Fahrradfahrer bei einem Alleinunfall leicht.

Mehr Unfälle an Einmündungen

Auf der Zwillbrocker Straße und der Widukindstraße in unmittelbarer Nähe zu den Schulen hingegen gab es im selben Zeitraum mehr als 20 Unfälle. „Genau in dem Bereich also, der nach einer Aufgabe der Schulstraße weiteren Verkehr aufnehmen müsste“, heißt es in der Pressemitteilung. Die Gruppe kommt deswegen zu dem Schluss: „Die sichere Schulstraße muss bleiben, sie kann aber im Rahmen der Umsetzung eines Campus‘ weiter optimiert werden.“

Der Rat hatte im November 2018 beschlossen, das Schulzentrum für rund 23 Millionen Euro umzugestalten. Die Variante D sieht vor, dass die Schulstraße und die 400-Meter-Bahn abgeschafft werden. Stattdessen sollen Sportanlagen und eine große Vierfach-Sporthalle entstehen. Ein gemeinsamer Campus soll das Gymnasium und die Sekundarschule verbinden.

Bei einem Treffen der Bürgerinitiative am wurdenDr. Werner Ihling, Christel Schroer und Alexander Demes als offizielle Vertreter gegenüber der Stadtverwaltung gewähtl.

Bei einem Treffen der Bürgerinitiative am wurden Dr. Werner Ihling, Christel Schroer und Alexander Demes als offizielle Vertreter gegenüber der Stadtverwaltung gewähtl. © privat

Gegen diesen Ratsbeschluss wehrt sich die Gruppe mit einem Bürgerbegehren. Bis zum 20. Februar müssen rund 1600 Vredener ab 16 Jahren die Listen unterschreiben. Dann kommt es zum Bürgerentscheid. An einem Wahltag dürften dann alle wahlberechtigen Vredener abstimmen, welche Variante sie bevorzugen. Eine erfolgreiche Unterschriften-Aktion heißt also noch nicht, dass die Ideen der Bürger-Gruppe auch umgesetzt werden.

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Hier liegen die Unterschriftenlisten aus:
  • Rathaus, Burgstraße 14
  • In den Vredener Apotheken
  • In vielen Arzt- und Zahnarztpraxen
  • Bäckerei Geelink, Freiheit 5
  • Bäckerei Ibing in Ammeloe, Lünten und Ellewick
  • Fleischereifachgeschäft Alfert in Ammeloe, Kring 27
  • Autohaus Wiese in Ammeloe, Hauptstraße 8
  • Fotogeschäft Gewers, Windmühlenstraße 1
  • Druckerei Gescher am Markt
  • Juweliergeschäft Loose, Wüllener Straße 4
  • Blumengeschäft „Meine Blume“, Windmühlenstraße 8
  • Star-Tankstelle an der Widukindstraße
  • Sole-Oase in Lünten, Bischof-Tenhumberg-Straße 35
  • Gesundheitszentrum Vreden, An‘t Lindeken 100
  • Fitnesscenter Injoy, Winterwyker Straße 55
  • Pflegedienst „Helfende Hände“, Königstraße 4
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