Mauerreste vom „Schiefen Turm von Vreden“ kriegen Platz vorm Rathaus

mlzBurgwächter

Der Vredener Heimatverein wird vor dem Rathaus einen „Burgwächter“ aufstellen. Der besteht nicht aus irgendwelchen Steinen, sondern aus dem jahrhundertealten Gemäuer der alten Burg.

Vreden

, 09.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Teil des „Schiefen Turms von Vreden“ bekommt einen speziellen Platz vor dem Rathaus. Aus den jahrhundertealten Mauerresten will der Heimatverein einen Burgwächter entstehen lassen.

Im Juli 2019 wurden die Fundamente des alten Burgturms bei den Bauarbeiten am Rathausumfeld gefunden. Unter der Burgstraße, direkt vor dem Eingang zum Rathaus, schlummerten die Reste der bischöflichen Burg in der Erde. Eigentlich sollten die Mauern zerstört werden, damit ein Kanal genau an dieser Stelle entlangführen kann.

Unter der Straße wurden die Fundamente des "schiefen Turms" gefunden. Ein Teil davon wird jetzt als Burgwächter aufgestellt.

Unter der Straße wurden die Fundamente des "schiefen Turms" gefunden. Ein Teil davon wird jetzt als Burgwächter aufgestellt. © Victoria Garwer (A)

Doch der Heimatverein setzte sich für eine Rettung ein. Im April 2019 wurde ein zehn Tonnen schweres Stück Mauerreste aus dem Boden gehoben, um es vor der Zerstörung zu bewahren. „Das ist ein wertvolles Stück Vredener Geschichte“, sagte Guido Leeck, Vorsitzender des Heimatvereins, jetzt in einer Sitzung des Bildungs-, Sport- und Kulturausschusses.

Historischer Wert der Fundamentreste soll sichtbar werden

Seit der aufwendigen Bergung steht das Mauerteil am Rathaus, verdeckt von Planen, um es vor dem Einfluss des Wetters zu schützen. „Im Moment ist der historische Wert nicht erkennbar“, meinte Bernd Kemper, Erster Beigeorndeter.

Genau das möchte der Heimatverein nun ändern. Das Stück Fundament soll professionell restauriert und aufgearbeitet werden. Daraus soll ein sogenannter Burgwächter entstehen.

Torwächter stehen an der drei Stellen in der Vredener Innenstadt

Angelehnt ist das an das Projekt Torwächter, das es bereits seit zehn Jahren in Vreden gibt. Die Stelen aus Stein stehen an drei Orten in der Vredener Innenstadt: an der Wassermühlenstraße, an der Wüllener Straße und an der Windmühlenstraße.

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An diesen Orten standen früher Stadttore und dort hat man die Fundamente unter den heutigen Straßen gefunden. Das vierte Tor – das Lüntener Tor – wurde bis heute noch nicht freigelegt. Guido Leeck hatte es am Rathaus vermutet, in direkter Nähe zu den gefunden Turmfundamenten. Doch bei den Ausgrabungen im Rahmen der jetzigen Bauarbeiten ist kein Lüntener Tor aufgetaucht.

Stadt Vreden übernimmt die gesamten Kosten

„Dieses Stadttor gab es auch gar nicht so lange wie die Burg. Es wurde schon 1398 geschlossen und erst 1908 wieder geöffnet“, erklärt Guido Leeck. Deswegen hat sich der Heimatverein dazu entschlossen hier einen Burgwächter statt einen Torwächter aufzustellen. Informationstafeln sollen den historischen Wert noch weiter verdeutlichen.

Das Ganze kostet 7500 Euro. Der Kulturausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, dass die Stadt Vreden die gesamte Summe übernehmen soll. Der Rat muss dem noch zustimmen. Einen Zeitrahmen für die Umsetzung gibt es noch nicht.

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