Café statt Fahrzeughalle: Fraktionen sind überzeugt, doch es gibt auch Kritik

mlzGutenbergstraße

Alfred Kemper möchte seine leer stehende Fahrzeughalle abreißen und ein Café bauen. Die Meinung der CDU dazu hat sich inzwischen ins Positive gewandelt. Doch jetzt gibt es Kritik von anderer Seite.

Vreden

, 26.02.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich hätte sich der Rat erst am Ende des Verfahrens mit den Plänen für ein Café an der Gutenbergstraße beschäftigen sollen. Aber weil im Fachausschuss nicht alles so lief wie geplant und die Abstimmung sehr knapp ausfiel, hat sich Grundstückseigentümer Alfred Kemper gewünscht, dass der Rat schon jetzt eine Einschätzung abgibt.

Die fiel positiv und einstimmig aus – anders als noch im Fachausschuss. Zur Erinnerung: Das Verfahren wurde überhaupt nur begonnen, weil sich drei CDU-Ratsmitglieder enthalten hatten, obwohl die Fraktion sich eigentlich gegen die Pläne ausgesprochen hatte.

CDU hat ihre Meinung inzwischen geändert

Genau das hat Alfred Kemper vorsichtig werden lassen. „Nicht, dass wir das ganze Verfahren durchziehen und am Ende lehnt der Rat doch alles ab“, sagt er am Mittwoch im Gespräch mit der Redaktion. Deswegen wollte er schon jetzt den Rat fragen, um mehr Planungssicherheit zu haben.

Und dieses Mal stimmte auch die CDU den Plänen geschlossen zu. Stephan Bengfort erklärte, warum: „Damals war die Entwicklung des Bierbaum-Geländes nicht klar. Außerdem gab es ein Kaufinteresse eines Unternehmens für das Grundstück. Beides hat sich jetzt erledigt, also steht nichts mehr im Weg.“

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Genau das war die Aussage, die Alfred Kemper hören wollte. „Jetzt können wir weiterarbeiten“, sagt der Grundstückseigentümer.

Auch die anderen Fraktionen waren positiv gestimmt. „Ich glaube nicht, dass das schädlich für die Innenstadt ist“, sagte zum Beispiel Hendrik Mulder (FDP). Reinhard Laurich (SPD) meinte: „Wir freuen uns, dass die CDU sich bewegt.“

Kritik von Citymanagement und IHK

Doch das Verfahren wird wohl nicht ganz so einfach, das zeichnet sich jetzt schon ab. Sowohl das Vredener Citymanagement als auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) haben sich negativ zu den Plänen geäußert.

Citymanagerin Aylin Meßing-Branse würde so eine Bäckerei mit Café lieber in der Innenstadt sehen und kann sich das Konzept gut in einem Leerstand am Markt vorstellen. Die IHK hat vor allem ein Problem damit, dass sich ein Café in einem Gewerbegebiet ansiedeln möchte. Lediglich eine reine Bäckerei ohne Gastronomie und somit einen Handwerksbetrieb können sie sich an der Gutenbergstraße vorstellen.

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Alfred Kemper hatte die Pläne im Oktober 2019 vorgestellt. Er möchte die seit zehn Jahren leer stehende Fahrzeughalle abreißen. „Die Werkstatt aber bleibt“, stellt er klar. Auf dem Grundstück soll ein neues Gebäude für eine Bäckerei- und Caféfiliale entstehen. Geplant sind 250 Quadratmeter Fläche mit 100 Sitzplätzen.

Vreden hätte eine Bäckerei mehr als vorher

Die Bäckerei Ebbing würde von der Breslauer Straße an die Gutenbergstraße ziehen. Aber: „Natürlich kann an dem alten Standort wieder eine neue Bäckereifiliale eröffnen“, stellte Joachim Hartmann, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung, klar. Es wäre in dem Fall also keine Verlagerung eines Bäckerei-Standortes, sondern es käme ein neuer dazu.

Das Grundstück an der Gutenbergstraße ist umgeben von Unternehmen, also vonGewerbebetrieben. Einfach so ist ein Café wegen des Bebauungsplans für diesen Bereich nicht möglich. Es muss ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden. Dieses Verfahren soll nun beginnen. Das hat der Rat einstimmig beschlossen.

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