Chance auf Modernisierung für "alte" Einfamilienhäuser

Förderprogramm

"Jung kauft Alt": Ein Förderprogramm unter diesem Motto könnte dabei helfen, den Generationswechsel in den älteren Siedlungsgebieten der Stadt zu vollziehen und Leerstände zu vermeiden.

VREDEN

, 12.01.2016, 15:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Viele Wohngebiete in Vreden stammen aus der Zeit vor 1978, im Bild der „Degeners Pütt“ als Beispiel. Die Frage des Generationswechsels in diesen Gebieten stand jetzt im Bauausschuss im Blickpunkt.

Viele Wohngebiete in Vreden stammen aus der Zeit vor 1978, im Bild der „Degeners Pütt“ als Beispiel. Die Frage des Generationswechsels in diesen Gebieten stand jetzt im Bauausschuss im Blickpunkt.

Fachleute aus der Verwaltung wollen sich dazu mit Experten aus dem Immobilienbereich zusammensetzen. Das berichtete Dirk Hetrodt vom Fachbereich Bauen am Montagabend im Bauausschuss, der über den CDU-Antrag beriet. Das Potenzial für ein solches Programm wäre gegeben. 3129 von insgesamt 6240 Wohngebäuden in Vreden sind vor 1978 gebaut worden, berichtete Chris Tenspolde. Der junge Vredener hatte sich für sein Studium mit dieser Frage beschäftigt.

Er rief in Erinnerung, welche Vorteile ein Wohnhaus nahe der Innenstadt besitzt: zentrale Lage, großzügige Grundstücke und mögliche Einsparungen beim Kauf gegenüber Neubau. An einem Beispiel zeigte Tenspolde auf, dass sich in den älteren Wohngebieten durchaus bereits viel tut und im Laufe der Jahre Modernisierungen und Erweiterungen durchgeführt wurden - allerdings gilt das nicht für jedes Gebäude.

Mit Bürgern im Dialog

"Wir wollen das Thema mit örtlichen Experten besprechen" sagte Stadtplaner Dirk Hetrodt. Wichtig sei es auch, mit den Bürgern darüber in den Dialog zu kommen. Zunächst müsse man klären, ob ein solches Programm für Vreden sinnvoll sei und was sich übernehmen lassen könnte von Beispielen aus anderen Orten: "Wir müssen schauen, wie so etwas für Vreden aussehen kann."

Wenig Hoffnung konnte Hetrodt hingegen Gerd Welper machen. Der Grüne hatte die Frage aufgeworfen, wie viele Menschen überhaupt in den jeweiligen Altbauten leben, um die Entwicklung abschätzen zu können. Hetrodt wies dazu auf den Datenschutz hin.

Handlungsbedarf

"Ein solches Förderprogramm ist sicherlich kein Allheilmittel. Aber wir sehen deutlich, dass es Handlungsbedarf gibt", meinte Stephan Bengfort (CDU). Er begrüßte die Vorgehensweise, im nächsten Schritt offene Fragen zu klären und das Programm danach auf Vreden zuzuschneiden.

Hendrik Mulder (FDP) sah zwar ebenfalls die Bedeutung des Themas. Er sah jedoch ein Förderprogramm eher kritisch - auch wegen der damit verbundenen Ausgaben. Als nicht so dramatisch bewertete Alfons Effink (SPD) die Situation. In den älteren Wohngebieten tue sich bereits sehr viel: "Das ist ein ständiger Prozess. Da müssen wir nichts übers Knie brechen."

Projekt in Barkenberg

"Hausaufgaben" ist ein Projekt aus der Region überschrieben, mit dem im Dorstener Stadtteil Wulfen-Barkenberg der Schritt in eine neue Zukunft geschafft werden sollen. Eine Werkstattreihe bringt dazu Hauseigentümer, Bewohner und weitere Interessierte an einen Tisch.

Im Mittelpunkt stehen bei der sogenannten Quartiersanpassung Fragen der Ergänzung der vorhandenen Wohnangebote, die Barrierefreiheit sowie der Wärmeversorgung. Eine Studie zu Ansätzen für alternde Einfamilienhausgebiete erscheint noch 2016.

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