Christoph Demes: Lebendige Innenstadt braucht das Nahversorgungszentrum am Domhof

mlzInnenstadtentwicklung Vreden

Modehändler Christoph Demes sieht den Einzelhandel in Vreden eigentlich auf einem guten Weg. Nun aber fürchtet er Weichenstellungen für den Domhof, die die Zukunft der Innenstadt gefährden.

Vreden

, 29.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Donnerstagnachmittag im neu eröffneten Modehaus CeDe Trendline an der Wüllener Straße. Textilhändler Christoph Demes senior blickt sich zufrieden um. Das Geschäft ist gut besucht, etliche Kundinnen schlendern durch die Auslagen und begutachten interessiert die neuen Modetrends.

„Die Modernisierung und die Erweiterung um den Bereich klassische Damenmode haben noch einmal einen echten Schub gebracht“, sagt Christoph Demes. Für ihn und Sohn Christoph ein Grund zur Freude. Doch die Modehändler sehen einige dunkle Wolken über der Innenstadt aufziehen.

Seit vier Jahrzehnten gibt es Demes-Moden in Vreden

Der Senior des Modehauses hat den Generationenwechsel im Blick. Dafür haben er und sein Sohn für den Umbau am Standort Vreden erhebliche Mittel in die Hand genommen. „An diesem Standort hängt viel Herzblut“, sagt Christoph Demes senior.

Vor fast 40 Jahren war die Eröffnung in Vreden der erste Expansionsschritt des Familienunternehmens außerhalb des Stammsitzes in Stadtlohn. Heute ist Demes an vier Standorten vertreten: neben Stadtlohn und Vreden auch in Ahaus und Ochtrup. Vor drei Jahren kam am Standort Vreden das zweite Demes-Geschäft vis-à-vis an der Wüllener Straße hinzu: die CeDe Trendbox. Heute beschäftigt der Textiler allein in Vreden 15 Mitarbeiterinnen. „Und wir wollen auch in 40 Jahren noch hier sein“, sagt Christoph Demes junior.

In Vreden sehen Vater und Sohn Demes eigentlich eine ermutigende Innenstadtentwicklung. „Privates Engagement und die öffentliche Hand haben gemeinsam viele erfolgreiche Aktionen auf den Weg gebracht“, sagt Christoph Demes senior. Er nennt das Schlittschuh-Event „Vredener Eiszeit“, das „City Beach Festival“ und den jüngsten Hamalandtag als Beispiele. „Der Hamalandtag vor zwei Wochen war extrem stark frequentiert“, so Demes. Christoph Demes junior weist noch auf die vielen Niederländer hin, die Vreden als Einkaufsstadt schätzen. „Auch die Gastronomie, die für die Aufenthaltsqualität wichtig ist, ist auf einem sehr guten Weg.“

Frequenzbringer in der Innenstadt in Gefahr

Die jüngste Demes-Investition in Vreden fand aber unter weiteren positiven Vorzeichen statt, die Vater und Sohn Demes nun gefährdet sehen. „Bei unserer Investitionsentscheidung sind wir davon ausgegangen, dass am Bremer Platz ein Drogeriemarkt angesiedelt wird. Und dass selbstverständlich der K+K-Markt am Domhof bleibt. Das sind ja echte Frequenzbringer für die Innenstadt.“

Jetzt lesen

Nun aber gibt es Pläne für einen 2500-Quadratmeter großen Edeka-Markt auf dem Bierbaum-Gelände an der Ottensteiner Straße. Auch der Drogeriemarkt könnte statt in der Innenstadt dort angesiedelt werden.

K+K sieht Innenstadt-Standort gefährdet

Diese Vorhaben könnten den Weiterbetrieb des K+K-Markts am Domhof gefährden. K+K selbst hat eine Erweiterung seines Standorts an der Ottensteiner Straße und eine mögliche Schließung des Marktes in der Innenstadt bereits ins Gespräch gebracht.

Jetzt lesen

„Das war für uns eine Schreckensnachricht“, sagt Christoph Demes senior. „Die Innenstadt braucht doch die Frequenz, die Verbraucher- und Drogeriemärkte bringen. Nur eine lebendige Innenstadt ist eine attraktive Innenstadt.“

„Echte Zukunftsentscheidung“

Noch sind die Würfel nicht gefallen. Vater und Sohn Demes wollen die Politiker daher „sensibilisieren“, wie sie sagen. Christoph Demes senior: „Jedem Politiker muss der Bedeutung dieser Frage bewusst werden. Die Entscheidung ist eine echte Zukunftsentscheidung für die Stadt – im positiven oder im negativen Sinne.“

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt