Citymanager fängt später an

Neue Ausschreibung nötig

Alles auf Anfang. Die Stelle für das Citymanagement muss neu ausgeschrieben werden - europaweit.

VREDEN

, 04.06.2014, 18:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Vredener Innenstadt: Neue Anstöße geben für eine attraktive Entwicklung des Ortes, das will die Ideenfabrik. Sie folgt damit einem Beispiel der niederländischen Nachbarn in Groenlo.

Die Vredener Innenstadt: Neue Anstöße geben für eine attraktive Entwicklung des Ortes, das will die Ideenfabrik. Sie folgt damit einem Beispiel der niederländischen Nachbarn in Groenlo.

Das Positive, das Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch der Situation abgewinnen kann, ist die Tatsache, dass das Fördergeld trotz aller Dinge, die verkehrt gelaufen sind, fließen wird: „Die Fördermittel gehen nicht verloren, das ist gut“, sagte er gestern im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Das neue Ausschreibungsverfahren werde jetzt gerade vorbereitet. Aber wie konnte das alles so schief gehen? Da kann der Bürgermeister nur eine kurze Antwort versuchen: „Das ist schon eine komplizierte Fördersystematik.“ Der Hintergrund ist der, dass die Landesregierung in ihren Förderrichtlinien darauf abzielt, dass mit Hilfe des Geldes aus Düsseldorf externer Sachverstand eingekauft werden soll. Die entsprechende Vergaberichtlinie hatte die Stadt so ausgelegt, dass sie jemanden Neues einstellt.

Gemeint sei aber eben nicht, dass die Kommunen diese Stelle selbst direkt ausschreiben sollen, so erfuhr der Verwaltungsvorstand erst jüngst bei einem Ortstermin mit Vertretern der Bezirksregierung. Der Grund: Es solle vermieden werden, dass bereits existierendes Personal in den Rathäusern die Aufgaben übernimmt, die vom Land NRW in nicht unerheblichem Umfang bezuschusst werden. Dass die Stadt Vreden die Richtlinie falsch interpretiert hat und dass es obendrein nicht eher aufgefallen ist – das kostet Monate. Wo lag der Fehler? „Wir haben intensive Gespräche mit der Bezirksregierung geführt“, erklärte der Bürgermeister. Es sei sogar erörtert worden, ob der Citymanager beim Stadtmarketing angesiedelt werden könne oder nicht. Das ginge nicht, lautete die Antwort damals. Die Stadt hatte daraufhin – wie berichtet – die Stelle selbst ausgeschrieben. Monate später erst kam der entscheidende Hinweis, und Vreden kann von vorn anfangen.

„Das war ein Missverständnis. Das kann passieren und ist ärgerlich. Aber man kann da keinem einen Vorwurf machen“, beurteilte Ralf Heitmann von der Bezirksregierung im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Es sei gut, dass noch kein Geldschaden entstanden sei. Dass die Stadt noch keinen der Bewerber als Citymanager eingestellt hatte – „da hatten wir Glück im Verfahren“, so sieht es auch der Bürgermeister. Zeit hat das Verfahren gekostet, und Geld auch: „Das waren Kosten im dreistelligen Bereich, das ist schade, aber verkraftbar“, misst Holtwisch dieser Fehlinvestition nicht die größte Bedeutung zu. „Die stellen das Geld zur Verfügung, wir müssen uns an die Spielregeln halten“, fasste der Bürgermeister zusammen und blickt nach vorne: „Eigentlich wollten wir vor den Sommerferien mit dem Citymanagement starten, jetzt wird es erst nach den Ferien klappen.“

Vielleicht auch erst deutlich später, denn es fließen 180 000 Euro vom Land, und deswegen muss die Ausschreibung – auch das sind Förderrichtlinien – europaweit laufen. Da sind Fristen zu beachten.  Das Büro, das dann den Zuschlag erhält, werde danach eine Person einstellen, die sich in Vreden hineinknien soll, erläuterte Holtwisch das weitere Prozedere. Deswegen gelte es jetzt für die Stadt, in dem Ausschreibungstext genau zu formulieren: „Das Büro stellt ein, wir machen die Vorgaben.“ Die Kriterien, wie die Stelle ausgefüllt werden soll, müssten detailliert umschrieben werden. „Die Person muss in Vreden präsent sein“, nennt der Bürgermeister nur eine zwingende Voraussetzung. Wird die Stadt denn außen vor sein bei der Personalauswahl? Das sah Ralf Heitmann von der Bezirksregierung nicht so: Es müsse möglich sein, dass der Stadt dabei ein Mitspracherecht eingeräumt wird.

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