79-Jähriger über Jammernde: „Bleibt zu Hause und seid froh, dass ihr ein Zuhause habt“

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Die Corona-Krise ist ernst, das weiß auch der 79-jährige Adolf Schwinning. Über Personen, die nun anfangen zu jammern, regt er sich aber auf. Er habe schon deutlich schlimmere Zeiten erlebt.

Vreden

, 26.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Adolf Schwinning gehört zur Risikogruppe. Das Coronavirus könnte dem 79-Jährigen richtig gefährlich werden. Dessen ist er sich durchaus bewusst und er nimmt die Situation ernst. Doch er sagt auch: „Ich habe schon viel schlimmere Zeiten erlebt.“

Er ist im Mai 1940 geboren. Er war also vier Jahre alt, als Vreden im März 1945 bombardiert wurde. Zahlreiche Menschen sind damals gestorben. Adolf Schwinning erinnert sich sehr gut an diese Zeit.

„Ich war noch ein kleines Kind, aber ich weiß noch genau, wie uns die Bomben um die Ohren flogen.“ Diese Bilder habe er immer vor Augen. Tausende Menschen haben damals ihr Zuhause verloren.

Dankbarkeit und Demut statt Jammerei

„Und heute beschweren sich die Menschen, dass sie ein paar Wochen zu Hause bleiben sollen“, regt sich Adolf Schwinning auf. „Sie sollen lieber dankbar sein für all das, was sie haben. Es ist doch wirklich ein sehr, sehr kleines Problem, wenn man nicht mehr in den Urlaub fahren kann. Wir haben noch Lebensmittel, wir bekommen mehr als genug Informationen. Das war damals alles anders.“

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Nach dem Krieg gab es kaum noch etwas zu essen. Der 79-Jährige erzählt, wie er damals in langen Schlangen stand - für ein kleines Stück Brot. Manchmal habe er mehrere Tage hintereinander nichts bekommen. „Wir haben Hunger gelitten, uns war kalt und wir haben um unser Leben gefürchtet,“ berichtet Adolf Schwinning.

Menschen können sich jetzt beweisen

Weil er weiß, wie sich Hunger anfühlt, hat er vorgesorgt. „Ich habe Hamsterkäufe gemacht, das gebe ich offen zu“, sagt der Vredener. Er lebt alleine, ernährt sich fast nur von „Dosenfutter“, wie er sagt. Einen großen Teil seiner Vorräte hat er auch an Freunde verteilt, die gerade nicht einkaufen gehen können.

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Adolf Schwinning möchte die Krise rund um das Coronavirus nicht klein reden. Er weiß, dass die Situation ernst ist. Und trotzdem: „Es geht uns doch vergleichsweise gut.“ Er wünscht sich, dass die Menschen ein bisschen demütiger mit der Situation umgehen, statt über Kleinigkeiten zu jammern. „Jetzt ist die Zeit, wo wir uns alle beweisen können.“

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