Mitten in der Corona-Krise macht Friseurin Monika Hauer sich selbstständig

mlzFriseur-Salon

Monika Hauer richtet gerade in Vreden ihren ersten eigenen Friseur-Salon ein. Die Corona-Krise hat ihre Pläne geändert, doch die Friseurmeisterin sieht darin auch eine Chance.

Vreden

, 01.05.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mitten in der Corona-Krise wagt Monika Hauer den Schritt in die Selbstständigkeit. „Viele nennen das mutig. Für mich ist es der logische nächste Schritt“, sagt die 42-jährige Friseurmeisterin. Sie übernimmt den Friseursalon mit der Adresse Up de Bookholt 43.

54 Jahre lang waren vorher Gerda und Willi Lütjann die Chefs im Salon. „Das war so eine schöne Zeit und wir hatten so viele treue Kunden“, schaut das Ehepaar nun zurück. Die ersten fünf Jahre ihrer Selbstständigkeit war der Salon an der Bahnhofstraße, seit 1971 ist das „Haarschneidehaus Lütjann“ an der Straße Up de Bookholt zu finden.

Ehepaar Lütjann gibt sein Lebenswerk ab

Doch Gerda Lütjann ist inzwischen 75 Jahre alt, ihr Mann 78. In den letzten Jahren haben sie den Salon nur noch als Hobby und für ganz treue Kunden weitergeführt. Nun ist es Zeit für den Ruhestand.

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„Ich übernehme ihr Lebenswerk, ein Stück ihres Lebens“, zeigt sich Nachfolgerin Monika Hauer ehrfürchtig. Sie war schon länger auf der Suche nach einem eigenen Salon. Anfang des Jahres meldete sie sich auf gut Glück bei dem Ehepaar Lütjann und fragte, ob sie vielleicht den Salon abgeben wollen.

„Nach einem zweistündigen Gespräch im Januar hat sie zu mir gesagt: Für mich bist du meine Nachfolgerin. Damit war eigentlich alles klar“, blickt Monika Hauer zurück.

Erster eigener Salon für Monika Hauer

Sie hat 2008 ihren Friseurmeister gemacht und war dann sieben Jahre selbstständig als mobile Friseurin. Die letzten fünf Jahre war sie als Betriebsleitung in einem Vredener Salon tätig.

Nun also richtet sie gerade zum ersten Mal ihr eigenes Reich mit dem Namen „Monis Scherenzauber“ ein. „Eigentlich wollte ich nur kleine Schönheitsreparaturen machen“, sagt die 42-Jährige. Doch dann kamen immer neue Ideen, ein Wanddurchbruch, ein neuer Boden, neue Farbe an den Wänden.

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Mit dabei ist immer auch das Ehepaar Lütjann, das über dem Salon wohnt. „Das ist mir ganz wichtig, die mit einzubeziehen. Schließlich können die mir mit ihrer Erfahrung auch noch viele Tipps geben“, so die neue Inhaberin. Zu Beginn wird sie nur von einer Aushilfe unterstützt, im Juni kommt eine Vollzeitkraft und im August eine Auszubildende dazu.

Eröffnung wegen der Corona-Krise vorgezogen

Eigentlich wollte Monika Hauer erst im Juni eröffnen, doch die Corona-Krise bietet ihr nun eine neue Möglichkeit. „Jetzt gerade brauchen so viele einen Friseur-Termin. Das ist für mich eine gute Chance“, meint sie. Ihr Stammkunden hätten sie gebeten, doch endlich aufzumachen. Also plant sie die Eröffnung nun schon am 5. Mai, wenn die Friseure nach der Zwangspause wieder öffnen dürfen.

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Beim Umbau achtet sie deswegen schon jetzt darauf, dass die Hygieneregeln eingehalten werden können. „Unsere Einrichtung hätte schon vor 40 Jahren der Krisensituation stand gehalten, weil es Trennwände gibt und der Abstand zwischen den Plätzen sehr groß ist“, sagt Gerda Lütjann. Diese Grundaufteilung übernimmt Monika Hauer deswegen auch.

Auch Masken, Handschuhe und Desinfektionsmittel hat sie reichlich auf Vorrat. Hände waschen und desinfizieren ist Pflicht, Beratungen finden über den Spiegel statt und auf Behandlungen im Gesicht verzichtet Monika Hauer für die Anfangszeit.

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