Corona-Pandemie wird die Stadt Vreden mehrere Millionen Euro kosten

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Weniger Steuereinnahmen und höhere Kosten für die Umsetzung der Corona-Regeln: Die Pandemie schlägt sich auf den Haushalt der Stadt Vreden nieder. Der Kämmerer nennt die Situation „fatal“.

Vreden

, 03.06.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Coronakrise wird die Stadt Vreden eine Menge Geld kosten. Das ist schon jetzt klar. „Fatal“ nannte Kämmerer Jürgen Buckting die Situation in der jüngsten Ratssitzung. Wie schlimm die Situation allerdings noch wird, kann im Moment keiner sagen.

„Es ist völlig ungewiss, wie es weitergeht“, so Jürgen Buckting. Auch Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch stellte klar: „Da ist extrem viel Ungewissheit im Spiel. Wir wollen nicht so tun, als wüssten wir schon jetzt genau, welche Auswirkungen das Ganze hat.“ Dennoch nannte der Kämmerer einige erste Zahlen.

Die neuen Berechnungen zeigen ein deutlich höheres Defizit zum Jahresende als geplant. Eigentlich wollte die Stadt Vreden das Jahr mit einem Minus von 4,7 Millionen Euro abschließen. Doch jetzt stehen schon minus 7 Millionen Euro im Plan.

Stadt Vreden rechnet mit 2,7 Millionen Euro weniger Steuern

Das hängt vor allem mit den Steuereinnahmen zusammen. Auch hier weiß Jürgen Buckting natürlich noch nicht, wie sich die Situation entwickeln wird. Eine seriöse Vorhersage kann er deswegen nicht treffen, doch er geht von mindestens zehn Prozent weniger Steuer-Einnahmen aus.

In Zahlen bedeutet das: 1,5 Millionen Euro weniger Gewerbesteuern, 1 Million Euro weniger Einkommenssteuern und 200.000 Euro weniger Umsatzsteuern. Insgesamt sind das 2,7 Millionen Euro, die der Stadt allein in diesem Bereich voraussichtlich fehlen werden.

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Auch wenn die Stadt im Moment finanziell noch gut da steht – so ein großes Minus trifft die Stadtkasse hart. „Stand jetzt haben wir noch liquide Mittel in Höhe von 11 Millionen Euro. Aber das kann ganz schnell aufgebraucht sein“, so Kämmerer Jürgen Buckting.

Investitionen sollen trotz Coronakrise getätigt werden

Zum einen sind die Gewerbesteuer-Einnahmen im Moment nämlich nur gut, weil die Unternehmen zum Teil noch aus den vergangenen Jahren nachzahlen müssen. Zum anderen will die Stadt weiterhin an den geplanten Investitionen festhalten – auch wenn das bedeutet, dass sie Kredite aufnehmen muss.

„In einer Krise sollte die öffentliche Hand weiter investieren“, erklärt Jürgen Buckting. Schließlich sei es für die Unternehmen fatal, wenn neben den privaten auch noch die öffentlichen Aufträge wegfallen.

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Gleichzeitig steigen die Kosten der Stadt zum Beispiel im Bereich der Schulen. Weil wegen der Hygiene- und Abstandsregelungen mehr Schulbusse für weniger Schüler eingesetzt werden müssen, wird es teurer. Auch an den Schulen selber mussten einige Maßnahmen ergriffen werden, die Geld kosten.

Ändern kann die Stadt an dieser Situation wenig. Zwar könnte sie die Steuern erhöhen, doch wenn die Unternehmen und Bürger weniger Geld verdienen, komme dadurch auch nicht mehr Geld rein, erklärt Kämmerer Jürgen Buckting.

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