Das Alkoholverbot am Busbahnhof hat dort Erfolg gebracht – das Problem verlagert sich aber

mlzAlkoholverbotszone Vreden

Gut ein Jahr alt ist das Alkoholverbot am Vredener Busbahnhof. Der Erste Beigeordnete der Stadt zieht eine positive Bilanz, auch wenn das Problem natürlich nicht aus der Welt ist.

Vreden

, 30.08.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor gut einem Jahr sah sich die Stadtverwaltung gezwungen, zu handeln: Passanten seien immer wieder am Busbahnhof angepöbelt und bedroht worden. Und dies von einer Gruppe von Menschen, die sich den schicken neuen Busbahnhof als Treffpunkt fürs gemeinsame Trinken ausgesucht hatten. „Unter anderem haben Eltern erzählt, dass Schulkinder den Bereich meiden, weil sie sich nicht wohlfühlen“, sagte seinerzeit Stefan Busch von der Stadt Vreden gegenüber der Redaktion. Deswegen hat die Stadt ein Alkoholverbot erlassen.

Und nun? Hat das Verbot gefruchtet? Der Erste Beigeordnete Bernd Kemper zieht im Gespräch mit der Redaktion eine positive Bilanz: Es gebe am Busbahnhof keine Probleme mehr, dort werde kein oder kaum Alkohol getrunken. „Wir können beim Busbahnhof wieder über eine Visitenkarte für Vreden sprechen“, betonte Bernd Kemper. Für alle, die den Busbahnhof täglich nutzen und für die, die in Vreden als Gäste ankommen, sei das Erscheinungsbild des Busbahnhofs am Viehmarkt wesentlich besser geworden. Auch der Garten der Ruhe am alten Friedhof, für den das Verbot ebenfalls gilt, wird seinem Namen jetzt mehr gerecht.

Problem hat sich an mehrere Orte verlagert – aber es gibt keine gehäuften Beschwerden

„Uns war klar, dass wir das Problem nicht lösen, sondern nur verlagern“, sagt der Beigeordnete aber auch. Nur seien die Alkohol trinkenden Personen nun nicht mehr an einem Ort konzentriert, sondern über mehrere Stellen verteilt. Zum Beispiel am alten Busbahnhof, kann Bernd Kemper einen Treffpunkt nennen. Aber auch das sei ein Ort, „der nicht so in den öffentlichen Blick fällt“.

Und was wichtig ist: Es gibt keine gehäuften Anrufe oder Beschwerden über Pöbeleien oder Lärm an den neuen Treffpunkten. In den ersten ein, zwei Monaten seien Anrufe bei der Stadt eingegangen, weil die neuen Orte gemeldet wurden. „Aber es gab nicht durchweg Beschwerden“, erinnert sich Bernd Kemper. Es scheine also kein Riesenproblem an einem Ort zu sein, so wie es beim Busbahnhof am Viehmarkt war.

Jetzt lesen

In den ersten Wochen nach Inkrafttreten des Alkoholverbots seien Ordnungsamts-Mitarbeiter und die Bezirksbeamten der Polizei häufiger gemeinsam zur Kontrolle losgegangen, anfangs wöchentlich, dann zweimal im Monat. Aber die Bezirksbeamten der Polizei würden ja auch abseits der gemeinsamen Kontrollen am Busbahnhof vorbeischauen – Präsenz war und ist da, betont Bernd Kemper.

Bislang kein Bußgeld oder Platzverweis

Ein Bußgeld oder ein Platzverweis wegen eines Verstoßes sei bislang noch nicht fällig geworden. „Mit den Schildern haben wir ja auch auf das Verbot aufmerksam gemacht“, verweist der Beigeordnete darauf, dass jeder, der sich am Busbahnhof aufhält, das Symbol sehen oder den Text lesen kann.

Bei jeder Regel gilt die Ausnahme: „Für die Kirmes gilt das Alkoholverbot natürlich nicht. Für diesen Zeitraum gibt es eine Ausnahmeregelung“, sagte Stefan Busch von der Stadt Vreden schon bei der Einführung des Verbots. Daran so Bernd Kemper, habe sich nichts geändert.

Das Alkoholverbot

  • Das offene Trinken von Alkohol ist verboten. Aber auch offensichtlich betrunkene Personen dürfen sich im Bereich des Busbahnhofes nicht mehr aufhalten. Wer einfach nur alkoholische Getränke in einer Tasche dabei hat und auf den Bus wartet, muss sich keine Sorgen machen.
  • Das Verbot gilt sowohl für den Bereich des neuen Busbahnhofs am Viehmarkt als auch für den sogenannten Garten der Ruhe am alten Friedhof (Ostendarper Straße). Dort sind Schilder aufgestellt, die darauf hinweisen.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt