Deutlich weniger Stimmen für Röring

In Vreden

Verkehrte Vorzeichen: Der Wahlsieger hat angesichts eines Stimmenrückgangs Anlass zum Nachdenken, die Zweitplatzierte durfte sich persönlich freuen.

VREDEN

, 24.09.2017, 21:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Bundestagswahl 2017

Die Bundestagswahl 2017

Damit kann Johannes Röring nicht gerechnet haben, und auch für die meisten Wähler dürfte das Ergebnis nicht vorhersehbar gewesen sein, das der CDU-Politiker ausgerechnet in seiner Heimatstadt erzielte: Er büßte dort 11,7 Prozentpunkte ein und kam in Vreden damit auf einen Anteil von 47,5 Prozent der Erstwählerstimmen. Selbst wenn der Ellewicker im Wahlkreis 126 den erneuten Einzug in den Bundestag schaffte, dieser Stimmeneinbruch vor Ort schmerzte: „Das Ergebnis mag auch daran gelegen haben, dass man in den vergangenen Wochen versucht hat, mich ins falsche Licht zu setzen.“

Röring spielte damit unter anderem an auf die Anzeige, die die SPD Vreden unter der Überschrift „Johannes Röring – ein Mandat als Nebensache?“ publiziert hatte. Er könne trotz der Stimmenverluste jedoch mit dem Ergebnis leben, sagte er. Auf Wahlkreisebene sei es trotz der Verluste ein im bundesweiten Vergleich ein gutes Resultat: „Ich nehme das als Motivation, die Interessen unserer Region weiter in Berlin zu vertreten.“

Wieder im Bundestag

Einen deutlichen Sprung nach oben konnte hingegen Ursula Schulte (SPD) erzielen. Die Bundestagsabgeordnete durfte in Vreden einen Stimmenzuwachs von 3,3 Prozentpunkten auf 31,1 Prozent verbuchen; sie wird zudem über die Landesliste ihrer Partei wieder in den Bundestag einziehen: „Mein Ergebnis freut und motiviert mich.“ Es habe sich ausgezahlt, das Gespräch mit den Menschen vor Ort zu suchen.

Doch die Gefühlslage bei Ursula Schulte war gespalten. Denn dass die SPD im Bund auf ein historisches Tief abgesackt ist, das „stimmt mich sehr traurig“. Die großen Trends haben sich auch beim Wahlergebnis in Vreden niedergeschlagen. Die CDU konnte sich zwar mit 49,8 Prozent der Zweitwählerstimmen als stärkste politische Kraft mit Abstand behaupten. Der Stimmenverlust von 6,9 Prozentpunkten fällt jedoch deutlich spürbar aus. Ähnlich erging es der SPD, die mit einem Minus von 4,6 Prozentpunkten auf einen Wert von 21,1 Prozent kam.

FDP legt stark zu

Als politischer Gewinner darf sich in Vreden die FDP fühlen. Sie konnte ihr Ergebnis von 2013 mehr als verdoppeln und erhöhte ihren Stimmanteil von 5,6 auf 12,5 Prozent. Ginge es nach den Wählern in Vreden, so wäre die AfD nicht in den Bundestag eingezogen: Die rechtspopulistische Partei kam in Vreden auf 4,8 Prozent der Zweitstimmen und verfehlte damit – anders als im Bund – knapp die Marke von fünf Prozent.

Nahezu stabil blieben die Grünen in Vreden mit 5,5 Prozent (2013: 5,8 Prozent), die Linke kam auf vier Prozent (plus 0,8).

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