Die Vredener Kirmes bekommt keinen zusätzlichen Tag – Pfandsystem wird beibehalten

mlzVredener Kirmes

Die Schausteller haben beantragt, die Vredener Kirmes am Freitag mit einem fünfstündigen Warm-Up zu beginnen. Bei den Akteuren vor Ort stößt der Vorschlag auf wenig Begeisterung.

Vreden

, 21.02.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kirmes, das ist es, wofür das Vredener Herz schlägt. Als fünfte Jahreszeit wird das Volksfest Anfang September bezeichnet, als Ausnahmezustand. Umso erstaunlicher ist es, dass die Vredener offenbar kein Interesse daran haben, die Kirmes um einen Tag zu verlängern.

Die Schausteller hatten den Antrag gestellt, die Fahrgeschäfte bereits am Freitag zu öffnen. Von 17 bis 22 Uhr sollte es nach ihrem Wunsch ein sogenanntes Warm-Up geben. Der Rat hat den Antrag am Mittwochabend abgelehnt und sich dabei auf Stellungnahmen von Vredener Kirmes-Akteuren bezogen.

Größere Fahrgeschäfte dank zusätzlicher Öffnungszeiten

Die Schausteller argumentieren in ihrem Antrag, dass die Backstagetour am Freitag immer auf großes Interesse stoße. Die Fahrgeschäfte seien dann schon alle aufgebaut, könnten also eigentlich auch schon für alle Besucher öffnen. Außerdem sei eine viertägige Veranstaltung für Groß-Fahrgeschäfte aus wirtschaftlicher Sicht interessanter.

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Diese Argumente konnten den Rat nicht überzeugen. „Der Freitag ist für eine Attraktivitätssteigerung nicht notwendig. Wir haben auch jetzt genug Anfragen von attraktiven Fahrgeschäften“, meinte der Erste Beigeordnete Bernd Kemper. Er berichtete auch von Gesprächen mit verschiedenen Vredener Beteiligten. Das Echo war demnach eher ernüchternd.

Die Argumente gegen den Freitag

  • Das Ende des Warm-Ups soll am Freitag um 22 Uhr sein. „Wir sehen es aber eher kritisch, ob dann wirklich alle Leute nach Hause gehen“, so Bernd Kemper. Es könnte sich stattdessen schleichend ein vierter Kirmestag entwickeln.
  • Der Freitag würde dem Montag schaden, darin sind sich viele Ratsmitglieder einig. „Lieber drei volle Tage als vier mäßige Tage“, sagte Elmar Kampshoff (UWG).
  • Die Innenstadt soll nicht mit Veranstaltungen überfrachtet werden, meint die Verwaltung.

Die Vredener Kirmes ist bei Jung und Alt beliebt.

Die Vredener Kirmes ist bei Jung und Alt beliebt. © Natalia Walfort

  • Durch die zusätzlichen Öffnungszeiten der Kirmes würde auch die Einsatzzeit von Polizei, Rettungsdienst, Ordnungsamt, Sicherheitsdienst und Reinigungspersonal steigen. Das wäre mit zusätzlichen Kosten und Aufwand verbunden.
  • Überraschenderweise äußerten sich auch die Wirte eher zurückhaltend. Sie erklären sich zwar bereit, eine Grundversorgung am Freitag zu gewährleisten, mehr aber auch nicht. Ein frühes Schließen der Buden um 22 Uhr und der Kneipen um 1 Uhr würde „auf Unverständnis der Gäste stoßen“, so die Befürchtung.
  • Für die katholische Kirchengemeinde hat sich Pfarrer Christoph Theberath geäußert. Er legt Wert darauf, dass „es sich bei der Kirmes um das Kirchweihfest unserer Georgskirche handelt und darauf traditionell zurückgeht“. Deswegen solle die Kirmes auf jeden Fall weiterhin am Samstag mit einer Andacht in der Kirche beginnen.
  • Auch die Vredener sind von der Idee eines Warm-Ups am Freitag nicht so richtig überzeugt. Eine Umfrage in den sozialen Medien mit 700 Teilnehmern hat ergeben, dass 16 Prozent der Teilnehmer einen zusätzlichen Tag gut fänden, 27 Prozent wollen das auf gar keinen Fall, 57 Prozent meinen: Drei Tage Kirmes reichen.

Reinhard Laurich (SPD) fasste in der Ratssitzung zusammen: „Wenn es keine Überzeugung gibt bei den handelnden Personen, dann braucht man es auch nicht zu machen.“

Pfandsystem mit Mehrwegbechern bleibt

Noch weniger Diskussion gab es beim Thema Becher auf der Vredener Kirmes. Während es zu diesem Aspekt im vergangenen Jahr noch eine Petition, einen aufgehobenen Ratsbeschluss und emotionale Debatten gab, war das Becher-Thema jetzt schnell erledigt.

Das Thema Pfand auf Getränkebecher wurde auf der Vredener Kirmes gut angenommen. Ein Großteil der Becher sei zurückgekommen, so das einhellige Fazit der Gastronomen.

Das Thema Pfand auf Getränkebecher wurde auf der Vredener Kirmes gut angenommen. Ein Großteil der Becher sei zurückgekommen, so das einhellige Fazit der Gastronomen. © Till Meyer

Das 2018 eingeführte Pfandsystem mit Mehrwegbechern habe gut funktioniert, sagte Bernd Kemper. Es habe keine nennenswerten Probleme bei Gastronomen und Gästen gegeben, die Innenstadt sei sauberer erschienen. Deswegen solle das System beibehalten werden. Der Rat hatte keine Einwände.

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