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Doppelstöckiges Parken in der Vredener Innenstadt – und was ist mit der Kirmes?

mlzParkpalette

Eine Parkpalette wünscht sich ein Großteil der Vredener Kommunalpolitiker. Eine Reihe von Standorten steht zur Auswahl, die jetzt geprüft wird – auch mit Hinblick auf die Kirmes.

Vreden

, 16.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Parken auf zwei Ebenen, das ist die Idee, die die Verwaltung nach Auftrag der Kommunalpolitik ausarbeiten soll. Eine sogenannte Parkpalette in Innenstadt-Nähe wünschen sich die Politiker. Über einen ebenerdigen Parkplatz wird dabei eine zweite Ebene auf Stützen gebaut, die Zufahrt erfolgt ähnlich wie in einem Parkhaus über eine Rampe. Die Verwaltung hat dafür jetzt einige Standorte vorgeschlagen.

Ehemaliger Busbahnhof an der Ausbachstraße

Eigentlich gibt es schon fertige Pläne für die Umgestaltung des alten Busbahnhofs. Bei der Vorstellung der Ideen im Fachausschuss waren die Politiker jedoch nicht zufrieden. „Unser Vorschlag, die Möglichkeit einer Parkpalette zu prüfen, ist ein wenig ignoriert worden“, sagte Heinrich Wildenhues (CDU) damals.

Die Verwaltung lieferte nach und erklärte, dass zusätzlich zu den geplanten 48 ebenerdigen Stellplätzen auf einer zweiten Ebene 35 weitere realisiert werden könnten. Die Kosten dafür lägen bei rund einer Million Euro. Hinzu kommen Kosten für die Beseitigung möglicher Altlasten im Boden. Dieser Aspekt soll bei einer weitergehenden Prüfung im Vordergrund stehen.

Viehmarkt

„Der Standort ist sehr gut, nah an der Innenstadt und direkt am Busbahnhof“, erläuterte Stadtplaner Dirk Hetrodt. Das einzige Problem: die Vredener Kirmes. Denn wenn dort eine Parkpalette stünde, könnten dort vermutlich keine Fahrgeschäfte und Buden mehr aufgebaut werden. Das soll nun geprüft werden.

Windmühlentor/Zum Pferdemarkt

Der Parkplatz an der Straße Windmühlentor kurz vor dem Eingang zur Innenstadt steht ebenfalls zur Debatte. Ob sich eine Parkpalette aber auch mit der Wohnbebauung im Umfeld vertragen würde, muss jetzt geprüft werden.

Berkelinsel

Die Verwaltung möchte zunächst prüfen, ob auf der Berkelinsel nicht auch eine „hochwertigere Nutzung“ wie eine Wohnbebauung möglich wäre. Trotzdem soll auch dieser Standort für eine Parkpalette in Betracht gezogen werden. Dafür müssen aber erst noch Gespräch mit einem privaten Eigentümer geführt werden.

Hammans-Parkplatz

Die Parkfläche am Reisebüro Hammans wäre mit ihrer Nähe zur Innenstadt und zum Busbahnhof ideal. Zunächst muss jedoch mit dem privaten Eigentümer geklärt werden, ob überhaupt Interesse an so einem Bauprojekt besteht. Und dann stellt sich auch hier wieder die Frage nach der Kirmes.

Windmühlenstraße/Schlupstraße

Der Parkplatz zwischen der Windmühlenstraße und der Schlupstraße mitten in der Innenstadt befindet sich ebenfalls in privatem Besitz. Deswegen muss zunächst mit dem Eigentümer gesprochen werden. Grundsätzlich hält die Verwaltung eine Parkpalette hier für „städtebaulich denkbar“.

Doppelstöckiges Parken in der Vredener Innenstadt – und was ist mit der Kirmes?

Über so eine Parkpalette – natürlich in wesentlich kleiner – wird in Vreden nachgedacht. © picture-alliance / dpa

Einige andere Flächen sind bereits in den Vorüberlegungn aussortiert worden. So sind zum Beispiel die öffentlichen Parkplätze an der Straße Freiheit und am Ärztehaus am Butenwall zu schmal für eine Parkpalette. Für die Fläche am neuen Rathaus wurden die Arbeiten bereits ohne Parkpalette ausgeschrieben, eine Bebauung des Domhofs hält die Verwaltung nicht für sinnvoll, die Rundsporthalle ist zu weit von der Innenstadt enfernt, genau wie die Fläche an der Ostendarper Straße.

Die Idee einer Parkpalette wurde von der CDU im Verlauf der Diskussion um die Neugestaltung des alten Busbahnhofs ins Gespräch gebracht. Die Idee: Zusätzliche Parkplätze schaffen für Dauerparker, zum Beispiel für Mitarbeiter der Geschäfte in der Innenstadt.

Kritik von den Grünen und der SPD

Gerd Welper (Grüne) nannte die grundsätzliche Idee einer Parkpalette „deutlich schlecht“. „Wenn 30 Mitarbeiter mehr aufs Fahrrad umsteigen, ist eine Parkpalette überflüssig. Wir sollten das Geld eher in die Verbesserung des Radverkehrs stecken“, meinte er. Auch die SPD war von der Idee nicht wirklich überzeugt. „Ist das überhaupt nötig? Man findet doch fast immer eine Parkplatz in der Innenstadt“, meinte Wilhelm Berendsen (SPD). Elmar Kampshoff (UWG) erwiderte: „Der Bedarf wird eher weiter steigen, als dass er sinken wird.“

Die oben genannten sechs Standorte werden jetzt in einer Machbarkeitsstudie überprüft. Ein Kriterium dabei wird auch die Vereinbarkeit mit der Vredener Kirmes sein.

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