DRK in Vreden übernimmt in der Krisenzeit vielfältige Aufgaben

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Die Gruppenstunden des DRK in Vreden dürfen nicht mehr stattfinden, die Erste-Hilfe-Kurse auch nicht. Die Ehrenamtlichen engagieren sich trotzdem und sind auch auf den Ernstfall vorbereitet.

Vreden

, 30.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Land NRW bereitet ein Notstandsgesetz vor. Bayern hat bereits den Katastrophenfall ausgerufen, Nordrhein-Westfalen könnte das auch tun. Schließlich gilt das Bundesland als eines der Epizentren des Coronavirus.

Das Deutsche Rote Kreuz in Vreden wäre darauf eingestellt. „Wir treffen jetzt im Moment noch keine konkreten Vorbereitungen, aber man muss natürlich immer damit rechnen“, sagt Marianne Wüpping, Vorsitzende des Vredener DRK-Ortsverbandes.

Sie sieht in einem Katastrophenfall auch durchaus Vorteile. „Wir wären dann vom Arbeitgeber freigestellt. Die Kosten würde in dem Fall das Land tragen“, erklärt sie. Im Moment übernehmen die ehrenamtlichen DRK-Mitglieder die Aufgaben in ihrer Freizeit oder nehmen sogar Urlaub dafür.

DRK-Mitglieder im Corona-Behandlungszentrum im Einsatz

Der Kreis Borken hat zum Beispiel Sanitäter des DRK eingesetzt, um Corona-Tests bei Verdachtsfällen zu Hause durchzuführen. Die Ehrenamtlichen sind dann mit Schutzkleidung in die Wohnungen gegangen, um den Abstrich zu nehmen.

Marianne Wüpping berichtet von der außergewöhnlichen Situation im DRK.

Marianne Wüpping berichtet von der außergewöhnlichen Situation im DRK. © Markus Gehring

Die Vredener haben diese Aufgabe bislang nicht übernommen. Nun allerdings werden einige Vredener im neuen Corona-Behandlungszentrum in Legden eingesetzt. Die Ehrenamtlichen sind dafür zuständig, die Patienten auf dem Parkplatz vom Dorf Münsterland in Empfang zu nehmen.

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Das Ganze natürlich in Schutzkleidung - auch für die routiniertesten DRK-Mitglieder eine neue Situation. Das gilt ebenso für die gesamte Struktur des Ortsverbandes. Denn egal ob Gruppentreffen, Erste-Hilfe-Kurse oder Sanitäter-Einsätze bei Veranstaltungen - es fällt alles aus.

Blutspende findet unter außergewöhnlichen Umständen statt

„Wir kommunizieren nur noch per Whatsapp oder Mail. Außerdem haben wir mit anderen DRK-Vertretern kreisweit jeden Tag eine Videokonferenz“, erzählt Marianne Wüpping.

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Nur die Blutspende findet noch statt. Doch auch dabei ist alles anders als sonst. „Die Abstandsregelung hätten wir im DRK-Heim nicht darstellen können“, erklärt Marianne Wüpping, die auch Leiterin des Blutspendedienstes ist. Deswegen finden die Termine nun im Theater- und Konzertsaal im Vredener Gymnasium statt.

Am Eingang wird die Körpertemperatur gemessen. Nur wenn die normal ist, darf der Spender eintreten. Den Imbiss als Dankeschön gibt es nicht mehr vor Ort, sondern als Lunchpaket zum Mitnehmen. „Es kommen definitiv noch Spender, vielleicht sogar ein bisschen mehr als sonst, weil alle helfen wollen“, berichtet Marianne Wüpping.

Katastrophenfall und Notstand

  • Den Katastrophenfall kann jedes Bundesland unabhängig voneinander ausrufen. Bayern hat das bereits getan. Das Ziel ist, die Einsatzkräfte zu bündeln und die Arbeit der Behörden zu koordinieren. Es könnte zum Beispiel eine NRW-weite Einsatzleitung für Feuerwehren geben.
  • Es ist eher ungewöhnlich, dass der Katastrophenfall für ein ganzes Bundesland ausgerufen wird. Normalerweise geht es eher um bestimmte Gebiete, zum Beispiel weil es dort einen Waldbrand oder einen Unfall mit Gefahrenstoffen gibt.
  • Den Notstand kann nur die Bundesregierung ausrufen. Das ist in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland bislang noch nie vorgekommen. Die Regierung kann zu diesem Mittel greifen, wenn die Bundesländer ihrer Meinung nicht in der Lage oder nicht willens ist, die Katastrophe angemessen zu bekämpfen.
  • In beiden Fällen können die Grundrechte massiv eingeschränkt werden.
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