Sichergestelltes Marihuana (Symbolbild). Wegen des Handels mit dieser Droge ist ein Vredener zu einer Geldstrafe verurteilt worden. © picture alliance/dpa
Drogenhandel

Drogen per Smartphone bestellt: „Etwas Schnelles für ‘nen Zwanni“

Eigentlich wollte der 35-jährige Vredener „nur aushelfen“, als er begann, mit Marihuana zu handeln. Der Drogenabhängige wollte damit auch seine Sucht finanzieren. Jetzt muss er draufzahlen.

Wegen drei Gramm Marihuana und 1640 Euro Bargeld, die bei einer Verkehrskontrolle im vergangenen September bei ihm gefunden wurden, musste sich heute ein 35-jähriger Vredener jetzt vor dem Amtsgericht Ahaus verantworten.

Vorgeworfen wurden ihm unter anderem der Besitz und Handel mit Betäubungsmitteln. Der Angeklagte soll nachweislich in fünf Fällen Marihuana sowie auch Amphetamine verkauft haben.

Direkt zu Beginn der Verhandlung räumte der Vredener ein, geringe Mengen Marihuana besessen und weiterverkauft zu haben. Allerdings wollte er von dem Geld eher seine eigene Sucht finanzieren, sagte der Vredener, da er selber abhängig war und es auch immer noch sei.

Des Weiteren begründete er sein Verhalten damit, dass er durch die Scheidung von seiner Frau zu der Zeit an psychischen Problemen gelitten habe. „Ich fiel in ein tiefes, schwarzes Loch. Mit Depressionen und allem was dazu gehört“ so der Angeklagte.

Chatverläufe deuten auf Amphetamine hin

Gegen den Vorwurf, auch mit Amphetaminen geschäftlich gehandelt zu haben, wehrte sich der 35-Jährige vehement. „Ich habe nur Gras verkauft. Mit Amphetaminen hatte ich nie was zu tun.“

Dem Richter lagen allerdings Chatverläufe vor, zwischen dem Vredener und vermeintlichen Kunden , in denen diese neben Marihuana auch „Etwas Schnelles für nen Zwanni“ per Smartphone bestellten.

„Ich lese solche Arten von Chats ja häufiger und mir wurde auch schon von bestimmt 20 Leuten bestätigt, dass es sich bei „ was Schnelles“ um ein Synonym für Amphetamine handelt“, erklärte der Richter. Der Angeklagte schüttelte mit dem Kopf. Nein, bei ihm heiße „was Schnelles“ so etwas wie „Geld leihen“ . An die Bedeutung ähnlicher Begriffe konnte sich der Vredener vor Gericht nicht mehr erinnern.

Gericht entscheidet auf Geldstrafe

Weitere Fragen warf der hohe Geldbetrag von 1640 Euro auf, den der 25-Jährige bei der Verkehrskontrolle dabei hatte. Der Angeklagte erläuterte, er hätte sich das Geld am gleichen Tag von einer Freundin geliehen. Damit habe sich der zu dem Zeitpunkt Arbeitssuchende selbstständig machen wollen.

Der Verkauf von Amphetaminen konnte dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden, und auch die genaue Herkunft der 1640 Euro konnte nicht geklärt werden. Für den Angeklagten wertete das Gericht, dass er sich um eine neue Arbeitsstelle bemüht und auch plant, wegen seines Drogenproblems psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Das Gericht verhängte eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 50 Euro gegen den Vredener. Der Richter begründete sein Urteil damit, dass der Angeklagte teils geständig gewesen war und es sich bei diesem Verstoß nur um kleinere Mengen Betäubungsmittel gehandelt habe.

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.