Drohmail-Skandal um Markus Bußmann: Verein „Neue Vredener Spinnerei“ löst sich auf

mlzSpinnerei Vreden

Nachdem der Vorsitzende Markus Bußmann eine Drohmail geschrieben hat, hat sich der Verein „Neue Vredener Spinnerei“ aufgelöst. Der Kampf für die Idee soll aber weitergehen – in neuer Form.

Vreden

, 12.11.2019, 12:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gerade einmal vier Wochen liegen zwischen der Gründung des Vereins „Neue Vredener Spinnerei“ und dessen Auflösung. Grund ist der Drohmail-Skandal um den Vorsitzenden Markus Bußmann.

Der ehemalige Vorstand, der Beirat und die Mitglieder erklären am Dienstag in einer Stellungnahme, dass der Verein sich einstimmig aufgelöst hat und die Eintragung als Verein gestoppt wurde. Das ist das Ergebnis einer außerordentlichen Sitzung am Samstag, zwei Tage nach dem Eklat in der Ausschusssitzung.

Auflösung des Vereins war unumgänglich

Der ehemalige Vorsitzende Markus Bußmann hatte eine Drohmail an das Unternehmen Stroetmann geschickt. Das möchte die alte Spinnerei auf dem Bierbaum-Gelände abreißen. Der Verein hingegen kämpfte für den Erhalt des Gebäudes.

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Nach Bekanntwerden der Drohmail und nach Aufforderung seines Stellvertreters Mano Siehoff ist Markus Bußmann als Vorsitzender des Vereins zurückgetreten. Doch das reichte den Mitgliedern nicht aus.

„Hätte der Verein Bestand gehabt, hätte jede weitere Aktion mit diesem Skandal in Verbindung gestanden. Das hätte der Sache geschadet“, meint Mano Siehoff im Gespräch mit der Redaktion.

Das Ziel, die Spinnerei zu erhalten, wird weiter verfolgt

Denn das Ziel, die alte Spinnerei Huesker zu erhalten, möchten einige ehemalige Vereinsmitglieder auch weiter verfolgen. Deswegen hat sich eine Interessengemeinschaft (IG) gebildet, an der auch Bürger beteiligt sind, die nicht zu den ehemaligen Mitgliedern des Vereins zählen.

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„Diese Interessengemeinschaft setzt sich weiter für die Grundüberzeugung ein, dass die Spinnerei denkmalschutzwürdig ist und in der Vredener Stadtentwicklung ein große Rolle spielen kann und dass darüber hinaus die Innenstadt vor einer Erweiterung des Zentralen Versorgungsbereichs und einem weiteren Abzug der Kaufkraft geschützt werden muss“, heißt es in der Stellungnahme.

Kein Vorstand, sondern gleichberechtigte Gruppe

Einen Vorstand werde die IG nicht haben, erklärt Jörg Hannemann aus dem ehemaligen Vorstand. „Das ist eine lose Gruppe von Personen. Wir wollen vermeiden, dass jemand Alleingänge macht. Vor jedem Gespräch werden wir uns zusammensetzen und zu jedem Treffen gehen mindestens zwei oder drei Personen.

Eine Sache steht für alle Beteiligten unumstößlich fest: Markus Bußmann wird definitiv kein Teil der Interessengemeinschaft werden.

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