Bernd Terbrack (56) in dem Loch, das die Einbrecher in seiner Fahrradausstellung hinterlassen haben. Mindestens 16 aktuelle und hochwertige E-Bikes haben sie über die Weihnachtsfeiertage bei ihm gestohlen. Wann er neue Modelle bekommt, kann er im Moment noch nicht sagen. © Stephan Rape
Riesiger Schaden

Einbrecher machen in Vredener Fahrradgeschäft rund 50.000 Euro Beute

Einbrecher sind über die Weihnachtsfeiertage ins Fahrradhaus Terbrack eingestiegen. Bernd Terbrack steht nun vor einem Schaden von rund 50.000 Euro. Und auch der Nachschub macht Probleme.

Bernd Terbrack (56), Inhaber vom Fahrradhaus Terbrack, ist am Dienstagmorgen immer noch sprachlos: Unbekannte sind über die Weihnachtsfeiertage oder die Tage kurz danach in sein Fahrradgeschäft an der Winterswyker Straße eingebrochen und haben einen riesigen Schaden hinterlassen: Die Polizei spricht von rund 50.000 Euro.

Mindestens 16 hochwertige E-Bikes gestohlen

„Mindestens 16 hochwertige E-Bikes, noch einmal so viele Akkus, Displays, noch einige Fahrradtaschen und Bargeld“, zählt er die Beute gegenüber unserer Redaktion auf. Ein Mitarbeiter war am Montagabend im Betrieb und hatte die Einbruchsspuren festgestellt.

Einen genauen Überblick über die Beute hat er noch nicht. „Wir sind gerade dabei, das zusammenzuzählen“, erklärt er. Möglich sei, dass noch dieses oder jenes Fahrrad oder einige Kleinteile dazukämen.

Einbrecher wussten genau, wonach sie suchten

„Die haben die Fahrräder mitten aus der Ausstellung mitgenommen“, sagt Bernd Terbrack und deutet auf die große Lücke zwischen den Modellen. Dabei hätten die Täter genau gewusst, was sie mitnehmen: ausschließlich hochwertige E-Bikes. „Die einfachen Fahrräder oder die günstigeren Modelle mit Elektromotor haben sie stehen lassen“, sagt er.

Über die Rückseite des Gebäudes an der Winterswyker Straße sind die Täter ins Fahrradhaus Terbrack eingebrochen. Das kleine Fenster im Obergeschoss ist von außen nicht zu sehen. Inhaber Bernd Terbrack geht davon aus, dass die Einbrecher sein Geschäft und ihre mögliche Beute vorher ausgekundschaftet haben.
Über die Rückseite des Gebäudes an der Winterswyker Straße sind die Täter ins Fahrradhaus Terbrack eingebrochen. Das kleine Fenster im Obergeschoss ist von außen nicht zu sehen. Inhaber Bernd Terbrack geht davon aus, dass die Einbrecher sein Geschäft und ihre mögliche Beute vorher ausgekundschaftet haben. © Stephan Rape © Stephan Rape

Und mehr noch: Aus weiteren Fahrrädern haben sie die Akkus ausgebaut. Dabei sind die abgeschlossen. Doch die Schlüssel hängen eben an den Lenkern der verkaufsbereiten Fahrräder. „Die haben sie abgerissen und dann die Akkus aus den Fahrrädern herausgenommen“, erklärt er.

Weg in den Laden genau ausgekundschaftet

Auch den Weg in das Geschäft haben die Täter offenbar genau ausgekundschaftet: Über ein kleines Fenster im hinteren Teil des Obergeschosses waren sie in die Verkaufsräume eingedrungen. „Das Fenster kann man von draußen gar nicht richtig erkennen“, sagt Bernd Terbrack. Dann brachen sie die Werkstatttür auf und transportierten die Fahrräder so aus dem Laden heraus.

Es ist nicht der erste Einbruch in sein Unternehmen: „Ich bin seit 30 Jahren selbstständig“, sagt er. Das sei jetzt der dritte Einbruch, einige Versuche nicht mitgezählt. „Doch noch nie haben die Täter so eine Beute gemacht“, fügt er hinzu. Das liege eben auch daran, dass Fahrräder und Ersatzteile mittlerweile eben deutlich mehr Wert sind. „Alleine bei den Akkus sind das jeweils zwischen 650 und 750 Euro“, erklärt er. Zum Glück sei das ja alles versichert.

Lieferung neuer Modelle ist noch nicht abzusehen

Doch trotz des Versicherungsschutzes macht der Händler sich Sorgen. Die gestohlenen Fahrräder habe er zu günstigen Konditionen gekauft, die es aktuell gar nicht mehr gebe. Von den Lieferengpässen ganz zu schweigen: Durch die Corona-Pandemie gibt es bei etlichen Fahrradmarken aktuell lange Lieferzeiten. „Wann ich das Loch in der Ausstellung wieder stopfen kann, weiß ich im Moment noch nicht“, sagt er kopfschüttelnd. Vielleicht habe er Glück und könne durch gute Geschäftskontakte noch ein paar Modelle zeitnah in den Laden bekommen.

Auch die Auswirkungen auf das kommende Geschäftsjahr mag er deswegen noch nicht abschätzen. Trotz allem mag er sich die Laune nicht endgültig verderben lassen. „Es ist ja nur ein materieller Schaden“, erklärt er. Auch diesen Rückschlag werde er persönlich, aber auch sein Unternehmen verkraften. Wie er sein Geschäft künftig stärker sichern will, kann er am Dienstag noch nicht sagen. Auch ob er wie geplant Anfang Januar wieder öffnet, lässt er offen. „Ich muss das erst einmal alles verarbeiten“, sagt er.

Polizei bittet mögliche Zeugen um Hinweise

Die Polizei geht davon aus, dass der oder die Täter mit einem größeren Fahrzeug oder Anhänger am Werk waren. Den Tatzeitraum grenzen sie auf Mittwoch, 23. Dezember, 18.30 Uhr, bis Montag, 28. Dezember, 18.45 Uhr ein. Zeugen, die in dieser Zeit etwas beobachtet haben, sollen sich direkt an die Kriminalpolizei, Tel. (02561) 9260 wenden.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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