Eine Gurke, die klettern kann

11.09.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Vreden Eine Gurke, die keine ist, sorgt für Erstaunen in Gerd und Kunigunde Schwerings Nachbarschaft. In großen Trauben hängen die eigenartigen, violetten Früchte von der Decke. Die Pflanze berankt nun seit zehn Jahren die Pergola von Familie Schwering. Eigentlich hatten die Vredener sie der schönen, dunkelroten Blüten wegen angeschafft. Sieben Jahre erfreute sich das Ehepaar an der Blumenpracht, bis vor drei Jahren erstmals Früchte hervorsprossen.

Die Schwerings brachten Früchte und Blätter zu dem niederländischen Gartencenter, wo sie die Pflanze gekauft hatten. Dort wusste man jedoch zuerst auch keinen Rat. "Der Gärtner hat im Internet nach den Blättern geguckt", berichtet Gerd Schwering, "und hat uns dann was auf Holländisch ausgedruckt". Bei dem Gewächs handelt es sich um eine "Akebia quinata" oder Klettergurke.

Um mehr zu erfahren, machten sie sich mit modernen Mitteln auf die Suche: "Unser Sohn hat im Internet nachgeguckt", erzählt Kunigunde Schwering. Bei der Recherche kam heraus, dass die blühende Ranke in Ostasien beheimatet ist. In China, Korea und Japan kennt man sie schon lange. In Amerika heißt sie "Schokoladenwein", obwohl sie mit keinem der beiden etwas zu tun hat.

Die Akebie, wie sie auch genannt wird, ist einhäusig, erfuhren die Schwerings bei ihrer Recherche. Das bedeutet, sie trägt sowohl männliche und als auch weibliche Blüten. Die Früchte haben entfernt Ähnlichkeit mit Gurken, sind aber kein Gemüse. Es handelt sich um eine vielsamige Beere, die aufplatzt, wenn sie reif ist. Das kernhaltige Fruchtfleisch ist essbar und erinnert geschmacklich an Litschis.

"Ich könnte Marmelade davon kochen, aber die würde wahrscheinlich nur nach Zucker schmecken", sagt Kunigunde Schwering. So bleibt die fingerblättrige Ranke aus dem fernen Osten eine exotische Besonderheit im Münsterland - als Genuss für die Augen. alh

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