Einsatz für junge Nachwuchschemiker

Spannende Ferienaktion

Wenn die Ferien anstehen, greifen die Grundschüler aus Vreden und Umgebung auch gerne mal zum Glühwein. Sorgen machen müssen sich die Eltern deswegen aber nicht: Es wird nicht geprostet, sondern experimentiert.

VREDEN

15.10.2015, 17:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Einsatz für junge Nachwuchschemiker

Von Glühwein lassen Jonas Huning (l.) und sein Freund Elias Darvishi normalerweise die Finger, für wichtige naturwissenschaftliche Experimente machen sie aber eine Ausnahme.

"Zum Herbst und Winter gehört auch irgendwie der Glühwein, deswegen darf er bei unseren Experimenten nicht fehlen." Jörg Kleinecke ist einer von vier Chemielehrern und zehn älteren Schülern, die die Viertklässler während der Forschungswerkstatt im Gymnasium Georgianum betreuen.

96 Schüler aus Vreden und den umliegenden Orten treffen sich zwei Tage lang, um der Chemie näher auf den Grund zu gehen. "Idee hinter der Forschungswerkstatt ist es eigentlich, die Kleinen an die Naturwissenschaften heranzuführen", so Kleinecke. "Es ist leider so, dass in den Grundschulen Experimente immer weiter in den Hintergrund rücken. Entweder weil die Lehrer sich nicht in der Lage fühlen, diese mit den Kindern auszuführen oder weil schlichtweg die Mittel fehlen."

Chemie erfahrbar machen

Dem wollen Jörg Kleinecke und seine Kollgegen entgegenwirken. "In der Forscherwerkstatt haben die Kinder alle Freiheiten. Sie sollen das gesamte Experiment eigenständig mithilfe kleiner Erklärungen durchführen." So werde Chemie erfahrbar und vor allem interessant. "Diese kleinen ‚Aha-Momente' erlebt man bei den Kindern bei fast jedem Experiment." Dieses Mal steht alles unter dem Motto: Herbst und Winter.

"Die Experimente sind auf die Jahreszeiten abgestimmt, das schafft dann auch den nötigen Bezug zum alltäglichen Leben", so Kleinecke. Und praktisch sind die kleinen Arbeiten tatsächlich. "Zum Herbst werden die Eigenschaften verschiedener Kleidung untersucht." Warum ist ein Stoff wasserdicht oder atmungsaktiv?

"Aha-Effekt"

Alle diese Fragen sollten die Kinder nach den zwei Tagen ihren Eltern beantworten können. Erklären können sie ihren Eltern danach vielleicht auch, warum der Gang nach dem dritten oder vierten Glühwein schon mal wackelig werden kann.

"Erst haben wir den Kinderpunsch und dann den Glühwein gefiltert. Im Punsch war kein Alkohol, im Glühwein aber wohl. Trinken sollten wir den also lieber nicht", erklärt der zehnjährige Elias Darvishi und lacht. "Durch solche Kommentare bekommen wir die Bestätigung, dass die Kinder durch die Experimente durchaus etwas mitnehmen für ihre Leben und auch genau begreifen, was sie da gerade herausgestellt haben", so Jörg Kleinecke.

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