Mächtig was los: Die EM-Sommerbühne lockte bis zu 600 Zuschauer auf den Markt. © Raphael Kampshoff
Public Viewing

EM-Sommerbühne: Nachbarschafts-Ärger vermiest die Stimmung

Von Konzerten bis Fußball: Die EM-Sommerbühne war das Highlight in Vredens Innenstadt. Doch einige Nachbarn waren von dem Unterhaltungsprogramm am Markt überhaupt nicht begeistert.

Es hat sich ein bisschen angefühlt wie früher. Bis zu 600 Menschen versammelten sich unter freiem Himmel, um die deutsche Fußball-Nationalmannschaft anzufeuern. Oder einen Film auf großer Leinwand zu sehen, einem Konzert, einer Lesung zu lauschen. Es ist ja schon eine ganze Weile her, dass sowas zuletzt möglich war.

Das bisschen Normalität kam auch bei den Vredenern gut an. Rolf Elsing vom Veranstaltungsteam zog jüngst ein positives Fazit – mit einer Einschränkung: „Wir hatten leider einige spezielle Nachbarn. Die haben regelmäßig beim Ordnungsamt angerufen.“ Das habe dann doch „etwas genervt“.

Das Ordnungsamt wiederum bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion, dass nicht alle Vredener Spaß an der EM-Sommerbühne hatten. „Es hat Beschwerden gegeben, die Innenstadt ist ein sensibler Bereich“, bestätigte Klaus Ahler vom Ordnungsamt. Dabei hätten sich vor allem zwei, drei Beschwerdeführer hervorgetan. Gemeinsam habe man mit dem Veranstalter immer Lösungen finden können.

Ein der Redaktion namentlich bekannter Beschwerdeführer war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

An der Stelle bleibt festzuhalten: In der City wurde bei weitem nicht bis tief in die laue Sommernacht gefeiert. Die Band am Samstagabend durfte beispielsweise bis 23 Uhr spielen, danach musste die Veranstaltung bis Mitternacht ausklingen, erklärte Klaus Ahler.

„Die Leute haben Lust zu feiern, endlich wird etwas geboten in Vreden“, zeigte der Ordnungsamts-Mann Verständnis für die Gäste der Sommerbühne. Man müsse das immer in Relation sehen, das Interesse der Leute auf der einen und das der Innenstadtbewohner auf der anderen Seite. „Das abzuwägen ist nicht einfach, das wissen wir auch.“

Dabei hat es vorab Anstrengungen gegeben, die Belastung für die Anlieger möglichst gering zu halten. „Die Veranstalter haben sich hier im Vorfeld bemüht und wir versuchen, die Veranstaltungen innerhalb der Innenstadt zu streuen“, sagte auch Vera Meier vom Stadtmarketing. So sollen etwaige Lärmbelastungen verteilt werden.

„Wir freuen uns, dass eine Belebung der Innenstadt stattgefunden hat“, erklärte sie weiter. Natürlich sei an dieser Stelle ein gewisses Spannungsfeld vorhanden.

Kein Verständnis für Beschwerden

Veranstalter Rolf Elsing hingegen bringt für die Beschwerden wenig Verständnis auf: „Einerseits werden wir angehalten, was in die Innenstadt zu bringen und nicht auf die grüne Wiese zu ziehen.“ Da müsse man auch mal ein wenig Gas geben können bis zwölf. „Aber einer macht das dann kaputt.“

Und was bedeutet das für künftige Veranstaltungen? Klaus Ahler kündigte an, dass nach den Sommerferien eine Nachbetrachtung erfolgen soll. Immerhin: Die Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr wird im November und Dezember stattfinden – dann aber in einem Zelt, wie Rolf Elsing in Aussicht stellt.

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