Dr. Christoph Holtwisch trug sich in das Goldene Buch der Stadt ein. © Victoria Garwer
Abschied

Emotionale Überraschung für Christoph Holtwisch mit Musik und Videos

Die offizielle Abschiedsfeier musste Bürgermeister Christoph Holtwisch absagen. Doch seine Familie und Kollegen überraschten ihn am Ende seiner letzten Ratssitzung mit sehr kreativen Ideen.

Die große Überraschung für Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch leitete der Erste Beigeordnete Bernd Kemper ein: „Wir wollen dich nicht einfach so gehen lassen.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte der scheidende Bürgermeister seine letzte Ratssitzung offiziell beendet und seine Dankesworte an Verwaltung und Rat eigentlich schon formuliert.

Die offizielle Verabschiedungsfeier musste wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Doch die Rathausmitarbeiter und Ratsmitglieder hatten einiges vorbereitet, was sie am Ende der coronakonformen Ratssitzung im Innenhof des Gymnasiums präsentierten.

Musik, Videos und humorvolle Geschenke

Zuerst setzte sich Sophia, die Tochter von Christoph Holtwischs Frau, an ein Klavier, das für diesen Anlass extra in den Innenhof gerollt wurde. Sie spielte „Für Elise“ von Beethoven und rührte den Bürgermeister damit sichtlich.

Sophia, die Tochter von Christoph Holtwischs Frau, spielte „Für Elise“ am Klavier. © Victoria Garwer © Victoria Garwer

Es folgte eine Rede von Bernd Kemper, der die gute und freundschaftliche Zusammenarbeit der beiden lobte. Als Geschenk überreichte er eine Schachtel Kekse. „Nach langen Sitzungen standst du oft bei mir im Büro und brauchtest dringend etwas Süßes. Mit meinen Keksen habe ich dir das eine oder andere Mal das Leben gerettet“, erklärte er, während Christoph Holtwisch lachend nickte.

Bernd Kemper überreichte als Geschenk
Bernd Kemper überreichte als Geschenk „lebensrettende“ Kekse. © Victoria Garwer © Victoria Garwer

Die Fraktionsvorsitzenden würdigten die elfjährige Amtszeit des Bürgermeisters mit einem humorvollen Video. Mit einem Augenzwinkern sprachen sie über seine Alkohol-Abstinenz, seine Liebe zu Cola light und seinen Unwillen zu rechnen. Die Musikschule hatte zur musikalischen Untermalung der Veranstaltung einige Musikstücke als Video aufgenommen und sang: „Vreden is a wonderful place.“

Entschuldigung in Richtung Vorzimmerdamen und Familie

„Ich bin geflasht“, sagte Christoph Holtwisch nach fast 30 Minuten Programm. „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet.“ Er nutzte die Gelegenheit für weitere Dankesworte. Dabei hob er auch seine beiden Vorzimmerdamen hervor, denen er noch eine Entschuldigung schuldete. „Ihr habt mein Büro am Anfang mit zahlreichen Grünpflanzen ausgestattet und ich habe es ganze zwei Wochen lang nicht bemerkt“, erzählte er lachend. „Das ist mir heute noch peinlich.“

Auch bei seiner Familie bedankte und entschuldigte er sich: „Leider musste ich häufig sagen: Ich muss nochmal weg. Und dann bin ich oft erst sehr spät wiedergekommen.“ Symbolisch übergab er danach den Staffelstab an seinen Nachfolger Tom Tenostendarp, bevor er sich ins Goldene Buch der Stadt eintrug. Auch die Ratsmitglieder verewigten sich dort mit einer Unterschrift.

Christoph Holtwisch überreichte den Staffelstab an seinen Nachfolger Tom Tenostendarp.
Christoph Holtwisch überreichte den Staffelstab an seinen Nachfolger Tom Tenostendarp. © Victoria Garwer © Victoria Garwer

Zum Abschluss gab es sogar noch einen kleinen Imbiss. Allerdings nicht am Büfett oder an Stehtischen. Jeder blieb an seinem Platz mit Abstand, das Essen wurde gereicht. Die Amtszeit von Christoph Holtwisch endet nach elf Jahren und elf Tagen am Samstag, 31. Oktober.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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Victoria Garwer

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