EU-Abgeordneter warnt in Vreden vor dem Brexit

Brexit Vreden

Dr. Markus Pieper sprach auch über Verteidigung, Migration und Trump. Letzteren müsse die Europäische Union anders als den Brexit allerdings nicht fürchten.

Vreden

, 27.02.2019, 20:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Europa-Abgeordneter Dr. Markus Pieper (l.) und Heinrich Wildenhues von der Vredener CDU.

Europa-Abgeordneter Dr. Markus Pieper (l.) und Heinrich Wildenhues von der Vredener CDU. © Elvira Meisel-Kemper

„Am 29. März kommt mit dem Brexit der harte Schnitt. Deutschland hat bisher Waren im Wert von 82 Milliarden Euro zollfrei auf die Insel exportiert. In Vreden exportieren viele Firmen im Maschinenbau nach England. Sie müssten dann vier Prozent Zoll zahlen“, leitete Gisela Waning, CDU-Stadtverbandsvorsitzende, den Info-Abend im Veranstaltungsraum der Firma Kropp-Stahl ein. Die Vredener CDU und das Team der CDU-Wirtschaftsplattform hatten dazu ihren Parteikollegen und EU-Abgeordneten Dr. Markus Pieper eingeladen.

Die Folgen des Brexit für die Firmen waren nur ein Thema von vielen. Die mögliche atomare Nachrüstung der EU, das Verhältnis zu Trump und Amerika, Handelsverträge, die Stabilität der Währung in den südlichen EU-Ländern, Bürokratieabbau im Austausch der Fachkräfte innerhalb der EU-Staaten und der zunehmende Populismus waren weitere Fragen der 30 Besucher an Pieper.

Die Briten sollen bleiben

„Wir von der CDU möchten, dass jeder Nationalstaat seine Eigenverantwortung behält. Wir möchten auch, dass die Briten in der EU bleiben. Die Briten bekommen bei einem Ausstieg große Probleme. Das hilft uns bei unserem Wahlkampf“, bezog Pieper klar Stellung. Möglicherweise gebe es auch ein zweites Referendum in Großbritannien. Kein gutes Haar ließ er an der AFD, die für den Austritt Deutschlands aus der EU sei. „Sie zerschneiden damit die Exportadern in der EU. Deshalb ist es für uns leicht, gegen die AFD Wahlkampf zu machen“, kritisierte Pieper.

Europäische Verteidigung

Klar sprach er sich für den Aufbau einer europäischen Verteidigung aus, um Europa global verteidigen zu können. Frankreich und Großbritannien hätten Atomwaffen. Die Migration wurde zwar von den Zuhörern nicht angesprochen, lag Pieper aber dennoch am Herzen. Mit dem Ausbau der Frontex-Soldaten sei die Migration in Deutschland wesentlich weniger geworden. „Wir haben 90 Prozent weniger Flüchtlinge bei uns“, so Pieper.

Auch in Bezug auf Trump und Amerika beruhigte Pieper. Die Europäer stellten zwar nur acht Prozent der Weltbevölkerung, aber 28 Prozent des Welthandels. „Wenn wir in Europa zusammen halten, kann Trump gar nichts machen“, so Pieper. Die Förderung und der Austausch der Jugend in Europa werde durch Erasmus-Stipendien bereits gefördert. „Die Gelder für die Erasmus-Stipendien wollen wir verdoppeln, damit auch weniger begüterte Familien das für ihre Kinder bekommen“, erklärte Pieper.

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