Vreden

Euregionaler Unterricht entlang der Berkel

Als zertifizierte Euregioprofilschule pflegt die Vredener Norbertschule Bildungskontakte mit den Niederlanden und ermöglicht den Kindern und Lehrkräften einen besonderen sprachlichen, kulturellen und landeskundlichen Austausch. Auch auf Seiten der Stadt Vreden als Schulträger wird dieses Bestreben organisatorisch und finanziell unterstützt, was gerade nach den Auswirkungen der Pandemie das Aufleben einzelner Projektbausteine maßgeblich voranbringt. So konnten sich von Mitte bis Ende August 2022 die rund 120 Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen auf den Weg ins niederländische Eibergen machen, um auf dem originalgetreuen Nachbau eines historischen Plattbodenschiffs der „Stichting Berkelzomp“ über die Berkel zu fahren. Das Landprogramm entlang der Berkel wurde durch Bettina Hüning, die als hauptamtliche Mitarbeiterin in der Biologischen Station Zwillbrock beschäftigt ist, vorbereitet und begleitet. Den vollständigen Kostenrahmen mit Bustransfer, Bootstouren und Personaleinsatz übernahm für alle fünf Gruppen die Stadt Vreden auf Grundlage der städtischen Förderrichtlinie für Begegnungen im grenznahen Raum. Nach der Ankunft an der „Mallumse Molen“ wurden die Klassen jeweils geteilt. Eine Hälfte bestieg sodann einen rekonstruierten „berkelzomp“ mit dem Namen „Snippe“, um eine circa einstündige Tour über die Berkel zu beginnen. Mit Hilfe von Schaukarten oder Beschreibungen entdeckten und benannten die Kinder viele heimische Vögel. Mehrmals stoppte das Boot unterwegs, um Messungen und Wasseruntersuchungen durchzuführen. Mittels eines Stabes wurde zum Beispiel die Wassertiefe ermittelt, und mit Lackmuspapier konnte der pH-Wert des Wassers bestimmt werden. Natürlich erzählten die Begleiter auch die ein oder andere Anekdote aus jener Zeit, als die Berkelschifffahrt noch eine bedeutsame wirtschaftliche Größe in der Region darstellte Das Highlight des Tages war die Fahrt durch die historische Schleuse an der „Mallumse Molen“. Um den Höhenunterschied zu überbrücken, spielten Naturkräfte und Technik der Vergangenheit eindrucksvoll zusammen. Die Kinder waren sehr aufgeregt, als sich die einen Schleusentore schlossen und von der anderen Seite her die Wassermassen in das Becken einströmten. Um zum Schluss die Spannung noch einmal zu steigern, fuhr das Schiff kurz vor seinem Ziel ganz dicht an das Wehr der „Mallumse Molen“ heran. Das Landprogramm gestaltete die Biologische Station Zwillbrock, indem Frau Hüning den Kindern die vielen kleineren Lebewesen am Ufer und in der Berkel näherbrachte. Besonderen Spaß bereitete allen das Keschern. Mit Lupengläsern und Bestimmungskarten wurde Beeindruckendes identifiziert. Für die Gruppen aus Vreden stand am Ende eines jeden Vormittags fest, dass das Ganze eine tolle, spannende und lehrreiche Sache war. Aus pädagogischer Sicht stellt das Angebot der „Stichting Marke Mallem“ in Kombination mit den Naturerlebnisaspekten einen bereichernden Baustein im Sachunterricht und in der euregionalen Begegnung dar.

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